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Kakkmaddafakka veröffentlichen EP „Ontas?“: Ein kurzer, aber fröhlicher Ausflug

Kakkmaddafakka veröffentlichen EP „Ontas?“: Ein kurzer, aber fröhlicher Ausflug

Vorstellen muss man diese Band kaum noch: Kakkmaddafakka (zu Deutsch, sinngemäß: Partytier) sind aus der internationalen Indie-Szene nicht mehr wegzudenken. Seit mittlerweile 15 Jahren liefern die lebensfrohen Norweger mit zahlreichen Hits wie Restless, Your Girl oder Forever Alone den passenden Soundtrack zum Leben von Twenty-Somethings. Auch 2020 muss man nicht auf neue Musik von Kakkmaddafakka verzichten: Heute, am 3.4., veröffentlichen sie ihre EP «Ontas?», die uns fünf neue Songs der kreativen Kombo um Axel und Pål «Pish» Vindenes, Stian Saevig, Sebastian Kittelsen und Kristoffer Wie van der Pas beschert.


Ein Artikel von Sara Städler – Als langfähriger Fan von Kakkmaddafakka muss vorab gesagt werden: They never fail to entertain! Obwohl sich viele Songs der Band zu Beginn ähnlich anhören mögen, kennt man sie nach mehrmaligem Hören auseinander und verfällt den eingängigen Melodien schneller, als man gedacht hat.

Diese Melodien kommen dann im Motor einer energiereichen Live-Show dem Benzin gleich und heizen die Stimmung an. Man kann sich bei dieser energetischen Musik kaum vorstellen, dass die Jungs aus dem kalten und dunklen Bergen in Norwegen stammen. 

Apropos eingängige Melodie: den Auftakt auf Ontas? macht Baby, die erste Single. Markant sind hier die sich stets wiederholende Piano-Melodie im Hintergrund und der fröhliche Text. Es geht ums Verliebtsein, zwischenmenschliche Beziehungen, um wahr werdende Träume. Kein lyrisches Meisterwerk, aber Freude macht der Song allemal. Spätestens nach dem dritten Anhören hört man sich selbst fröhlich mitsingen: Baby when I have you, I don’t need nobody else!



Echoes, die zweite Singleauskopplung, hört sich zwar wie viele der anderen wie ein Disco-Song an, ist aber bei genauerem Hinhören melancholisch angehaucht. Der Text handelt von impulsiven Entscheidungen, dessen Konsequenzen das lyrische Ich (in diesem Fall: Pål Vindenes) nun davontragen muss.

Kakkmaddafakka gelingt es, Texte über traurige Angelegenheiten so in einen Song zu verpacken, dass er weniger traurig klingt, siehe auch Forever Alone auf dem Album Six Months Is A Long Time. 

Dream wird zur Abwechslung von Bassist Stian Sævig gesungen und gehört auch zu der etwas ruhigeren Fraktion auf Songs auf Ontas?. Was hier vor allem raussticht, ist der Retro-Streichereinsatz zu Beginn, der direkt einem 70er-Jahre-Lied entsprungen sein könnte. Etwas repetitiv scheint das «Dream»-Outro auf längere Zeit dann doch. 

Catchy ist auch die neuste Single namens Moonshine. Der treibende Rhythmus bleibt schnell im Ohr hängen und die typischen Texte für Kakkmaddafakka enttäuschen auch hier nicht. Man wünscht sich während des Hörens an einen verlassenen See inmitten eines Waldes, unter dem Mondlicht tanzend. 

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Auch auf dem fünften und somit letzten Song Ride bleiben KMF dem 70er-Jahre-Sound treu und bauen wieder prägnante Piano-Melodien ein. I’m just living for the ride, I just wanna get high: Ein Text, der dazu einlädt, an eine Fahrt im Cabrio (oder zumindest in einem normalen Auto mit heruntergelassenen Fenstern) an einem lauen Sommerabend zu denken. Auch schön ist hier das fast schon hymnische Outro.

Sechzehn Minuten tanzbare Musik: ein kurzer, aber fröhlicher Ausflug in die (nicht immer so) heile Welt der kreativen Köpfe von Kakkmaddafakka. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Songs auch live auf ihrer in den Herbst verschobenen BABYTOUR bewähren. 



KAKKMADDAFAKKA – BABYTOUR

13.10.2020 Köln – Essigfabrik // verlegt vom 07.04.2020
14.10.2020 Mainz – KUZ // verlegt vom 06.04.2020
15.10.2020 Hamburg – Fabrik  // verlegt vom 08.04.2020
16.10.2020 Nürnberg – Korns // neu
20.10.2020 München – Technikum // neu


Autorin: Sara Städler / Photocredit: Hania Komasińska

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