Musik, die noch körperlicher schon eigentlich nicht mehr sein könnte. Das Acappella doch jedermann ansprechen und begeistern kann, dies hat Kat Frankie gestern im ausverkauften Konzerthaus in Dortmund bewiesen.


Ein Artikel von Nina Paul – Die gebürtige Australierin und nun in Berlin wohnhafte Musikerin hat schon viele musikalische Eindrücke hinterlassen. Sei es als Duo Keøma beim ESC-Vorentscheid 2016 oder als stimmliche Unterstützung bei Clueso, Olli Schulz und Marteria & Casper. Gekrönt wurde dies 2018, als sie mit dem Via- Vut Indie Award als „Bester Act“ und dem Preis der Popkultur als „Beste Künstlerin“ ausgezeichnet wurde.

Nach drei Alben erschien mit „B O D I E S“ im Dezember 2019 ihre aktuelle EP und diese hebt das gesamte Talent der Musikerin noch einmal auf einen anderen Stern.

„Voices come from bodies“

Genau dieses beweist Kat Frankie zusammen mit ihren sieben Sängerinnen auf der aktuellen EP „B O D I E S“ und als Highlight auf der gleichnamigen Acappella-Tour.

Was eigentlich als eine Art Projekt gestartet, dann aber mehr als positiv aufgenommen wurde, hat sich als Glücksgriff für die Australierin gezeigt. Nie als Tour geplant, bekamen die Musikerin und ihre Gesangspartnerinnen ein interessantes und nie gedachtes Angebot vom Konzerthaus in Dortmund und haben Kat Frankie genau mit dieser Show, die eigentlich nur als eine Art „Projekt“ geplant war, eingeladen. Der Anstoß für sie doch mit „B O D I E S“ auf eine besondere Tour zu gehen.

Schlichtheit in seiner ganzen Brillianz

Es war eine Art Reise zurück zu den Wurzeln der körperlichen Darstellungen. Überzeugend so der Beginn der Show mit einer tänzerischen Darbietung von Lynette Lim, die gekonnt das Zusammenspiel von Körper und Klang vereinte.

Stimmliche Harmonie gab es dann von Kat Frankie und ihren sieben Sängerinnen ( Albertine Sarges, Tara Nome Doyle, Barbara Greshake, Claudia Terry Verdecia, Fama M´Boup, Lisa Wolowicz und Trinidad Doherty). Universell im stimmlichen Klang ergab sich so eine Wärme und Fülle, die sich auch direkt im Saal ausfüllte. Kein Wunder also, dass vom Publikum jeder einzelnen Track mit voller Aufmerksamkeit gelauscht, aufgesaugt und gefeiert wurde.

Die Bühne selber erstrahlte in einer einladenen Einfachheit. Mit einer Rampenkonstruktion, die gleichzeitig auch einen Klangkörper bildete, wurde das Zentrum vom Geschehen geschaffen. Zusammen mit einem simplen, dennoch passende Bühnenlicht und -spiel ergab sich so das gesamte Bühnenbild.

Von den Songs her bot Kat Frankie ihren Fans eine gute Mischung aus neuen und älteren Tracks. Gestartet mit
The Observable Universe, Frauen verlassen, Bad Behaviour, Versailles bis hin zu Headed for the Reaper gab es neu komponiertes und neu arrangiertes Material zu hören. Ganz ohne elektronisches Hilfsmaterial ging es dann aber doch nicht, so gab es als Bassunterstützung zwischendurch mal ein Mikro zu sehen oder eben Ventilatoren. Genau diese brachten visuell und klanglich den richtigen Touch bei Summertime. Was manchmal das Singen in einen Ventilator doch alles bieten kann, sie sind eben nicht nur ein Mittel gegen das „Bored“-sein.

Wenn plötzlich der letzte Song angesagt wird …

merkt man erstmal, wie schnell doch ein gutes Konzert zu Ende gehen kann. Nach anderthalb Stunden und „Requiem for a queen“ verabschiedet Kat Frankie ihr Publikum unter tosenden und anhaltenden Applaus. Mit Take Care of Him gab es so von ihr und ihren Sängerinnen einen zusätzliches Schmankerl.

B O D I E S

Kat Frankie lebt die Aussage und das Gefühl hinter der Idee und des Seins der EP in einer Perfektion aus, wodurch besonders durch ihre lockere Art alles stimmig wirkt. Ist sie ja schon länger bekannt dafür, eine brilliante Sängerin zu sein, ihre Musik vielstimmig auszudrücken und eben eine große Vielschichtigkeit an musikalischem Talent zu besitzen. Dies alles wird getoppt durch ihre Acappella Performances. Das Zusammenspiel ihrer dunklen Stimme zusammen mit ihren grandiosen Sängerinnen bringt die Songs von Kat Frankie auf ein ganz neues Level.

Wirkte Acappella doch eher im Keller verlegt, holt sie es wieder heraus und präsentiert es zeitgemäß im neuen und schlichten Glanz und verbreitet dazu noch gesunde Messages: Denn jeder hat eine Stimme, eine Meinung, ein Talent und vieles mehr – Wir sind alle ein B O D Y