Ganze drei Jahre haben uns die Iren von Kodaline auf neue Musik warten lassen.

Drei Jahre in denen sich sowohl der Stil, als auch die Band weiterentwickelt hat. Nach „Coming Up For Air“ waren die Erwartungen hoch, ob das Quartett erneut an alte Erfolge anknüpfen könnte. Und schaut man sich die aktuelle Veröffentlichung an, kann man ganz klar sagen „Ziel erreicht!“.

Die Band bleibt Ihrem Stil ansatzweise treu, schlägt mit dem neuen Album aber deutlich poppigere Wege ein, ohne sich selbst zu sehr zu verlieren. Dabei wird direkt mit dem Opener „Follow Your Fire“ eine Richtung vorgegeben, die sich wie ein roter Faden durch das Album zieht. Ein bisschen mehr Indie als Alternative, ein bisschen mehr Melodie als überspitzte Instrumentale. Insgesamt aber eher Pop als Rock.

Allgemein hält sich das Album doch eher zurück was härtere Klänge angeht und beschränkt sich dieses Mal auf „radiotaugliche“ Songs und verspielte Ohrwurm-Anwärter. Wer erwartet, dass es dadurch langweilig oder eintönig wird, braucht sich jedoch keine Sorgen machen. „Politics Of Living“ bietet eine breite Range und deckt verschiedenste Stile ab, sodass praktisch für jeden was dabei ist.

Gefällt was Kodaline geschaffen hat? Obwohl ich die neue Platte mag, bin ich zwiespalten. „In A Perfect World“ war das perfekte Debüt, bodenständiger und mit mehr Folk. „Coming Up For Air“ der Quantensprung, mit dem sich Kodaline in mein Herz spielte. „Politics Of Living“ ist gut, stilistisch aber zu sehr entfernt vom Ursprung und vielleicht ein bisschen zu gewagt.

Die dreijährige Reise der Band hat sich unter anderem in der Arbeit mit Kygo in eine Richtung entwickelt die nicht jedem gefallen dürfte. Hört einfach selbst rein und macht euch einen Eindruck. Es lohnt sich auf jeden Fall.


07.10.18 Berlin, Astra Kulturhaus
12.10.18 Hamburg, Docks
19.10.18 München, Theaterfabrik
20.10.18 Wiesbaden, Schlachthof
29.10.18 Stuttgart, LKA Longhorns
30.10.18 Köln, Live Music Hall



Autor: Dominik Huttner Foto: Laura Lewis