Die Knie und Arme tun weh und kurz überlegt man nach dem Aufwachen, wieso das eigentlich so ist. Bis einem wieder einfällt, dass man gestern wahrhaftig eine Stunde zu Scooter abgegangen ist. Und dann noch bis mitten in der Nacht beim DJ Glücksrad getanzt hat.


Ein Artikel von Anna Fliege – Obwohl gestern erst der erste Tag war, ist heute schon wieder der letzte. Dabei macht sich gerade der Wunsch breit, für immer hier bleiben zu wollen. Ein weiterer Tag erstklassiger Musik, witziger Aktivitäten und zum krönenden Abschluss die einzige deutsche Festivalshow von K.I.Z. liegen am Samstagmorgen noch vor uns. Das Fazit zum zweiten Tag des Kosmonaut Festivals:


Die Stimmung

Wie oft können wir heute noch „WICKED“ rufen, ohne, dass es jemanden nervt? Ich finde keine Antwort. Selbst Tarek K.I.Z, der gestern schon mit seinem besten Zahnpasta-Lächeln über das Gelände tigerte, kann es nicht lassen, beim 90 Minuten Set häufiger das Zauberwort zu rufen. Der See platzt von Mittags an aus allen Nähten, denn die Sonne hat mindestens so gute Laune wie wir.

Das Wetter

Noch wärmer und staubiger als gestern. Langsam macht sich der Sonnenbrand bemerkbar und zeigt in seinen schönsten Rottönen, bis wo genau man selbst beim Rücken eincremen mit seinen Händen kommt. Der Himmel könnte nicht blauer sein, schattige Plätzchen sind dafür besonders rar. Ob es das perfekte Wetter für einen perfekten Tag ist? Auf jeden!

Die Konzerte

Es ist eine wilde Mischung aus Deutschraps beliebtesten Acts (die Coolen) und dem besten, was Indie gerade so zu bieten hat. Shootingstars wie Amilli und Kelvyn Colt agieren als Menschenmagneten, aber auch bei besondereren Acts wie Swutscher und Fil Bo Riva ist es ganz schön voll. Jugo Ürdens sorgt für Ohrwürmer und  Giant Rooks treiben einem mit ihrem ungefilterten Glück über die Scharr an tanzenden, singenden Menschen fast Tränchen in die Augen. Ach und Von Wegen Lisbeth , die müssen gar nicht mehr beweisen, dass sie jetzt zu den ganz Großen gehören. Alles Liebe, wenn du tanzt! Und K.I.Z? Die sind immer noch die Größten.

Highlight des Tages

Giant Rooks. Ja, die Entscheidung fiel schnell und unüberlegt, aber aus vollem Herzen. Die junge Band aus NRW braucht kein Album, um Fans bis zum Horizont zu haben und die wenigen, die bis eben noch keine waren, konvertieren zu lassen. Alle strahlen sie um die Wette, Sänger Fred müssen die Wangen vom vielen Grinsen sicher schmerzen. Es ist ein Marmeladenglas-Konzert, das sich im Kopf verankert. Alles scheint so friedlich, so in Ordnung, so unschuldig. Der See glitzert in der strahlenden Sonne neben der Bühne, fast wie gemalt ist das hier.

Ohrwurm des Tages

Überraschenderweise fing ich mir den Ohrwurm des Tages bei einem Podcast ein. „Klatsch & Tratsch – Niemand muss ein Promi sein“ ist der Podcast von Elena Gruschka und Lieblingsmensch-Ex-Vierkanttretlager-Sänger Max Richard Leßmann. Es wird gelacht, gelabert und gesungen. „Der Penissong“ ist so vielversprechend, wie er klingt! Hört ihn euch an.



Überraschung des Tages

Eine wirkliche Überraschung ist Jugo Ürdens, der nicht nur den besten Künstlernamen der Welt trägt, sondern auch einer der vielversprechendsten Rapper aus Wien ist. Ein Rapper mit Kopf und Herz, den man im Auge behalten sollte!

Weniger überraschend überraschend sind K.I.Z – Maxim, Tarek und Nico sind die Helden unserer Kindheit, von denen wir unseren Kindern später nichts erzählen können. Immer noch wartet man sehnsüchtig auf ein neues Album, kennt alle Songs und Gags von „Hurra die Welt geht unter“ (na gut, ein Witze waren neu und wirklich lustig) und hat sicherlich auch nicht zum ersten Mal Henning May beim Abschlusssong mit auf der Bühne erlebt. Aber das ist völlig egal. Denn die Berliner Rapper sind so gut, so genial und einzigartig, dass man sich das gleiche Set vier Jahre lang angucken kann und es trotzdem noch feiert. Kaum ein anderer Act passt so perfekt in den Headliner-Anzug wie K.I.Z. Und die Texte sitzen nach wie vor bestens.


Autorin & Fotocredit: Anna Fliege