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LANY & „Mama’s Boy“: Von Herzschmerz zu Heimatliebe

LANY & „Mama’s Boy“: Von Herzschmerz zu Heimatliebe

Der Plan von LANY lautete von Anfang an, eine Band zu sein, die, wie Sänger Paul Klein sagt, „Songs schreibt, die klanglich und inhaltlich überall auf der Welt relevant sind, die alle Menschen ansprechen.“ Mit ihrer Musik präsentieren LANY einen packenden Popentwurf – den Sound einer Band, die sich gefunden hat und all ihre kollektiven Stärken ausspielen kann.

Ein Artikel von Theresa Liebl – Von Synths zu akustischen Klängen, von Herzschmerz zu Heimatliebe. LANY melden sich nach dem 2018 erschienenen „Malibu Nights“ mit ihrem drittem Studioalbum „mama’s boy“ zurück. Das LA-basierte Indie-Trio existiert noch gar nicht so lange, hat aber bereits eine beeindruckende Erfolgsgeschichte hinter sich. Mit ihrer „I Loved You.“ EP wurden Paul Klein, Les Priest und Jake Goss mit ihrem Dreampop-Sound schnell zu einem Liebling der Indie-Szene.

Diese neuen 14 Songs widmen die Amerikaner hauptsächlich ihrer südlichen Herkunft (Oklahoma, Arkansas, Missouri), ihren Familien und der religiösen Erziehung. So singt Klein in „cowboy in LA“ liebevoll: „Oklahoma, it made a man out of me”. Religion wird vor allem in „i still talk to jesus“ angesprochen, Paul gibt zu kein perfekter Christ zu sein, aber immerhin immer versucht, besser als gestern zu sein. Trotzdem werden auch in diesem Album LANY-typische Themen wie Liebe und Beziehungsbrüche angesprochen, wie zum Bespiel in „bad news“.

Eröffnet wird die Tracklist mit der Single „you!“, die direkt zeigt, dass die Band sich weiterentwickelt hat und auch Coldplay-artige Hymnen produzieren kann. Auch Folk streifen die Musiker, besonders in „sharing you“ und Schlusslied „nobody else“. Die sanfte Stimme des Sängers passt dazu perfekt, hier sollte definitiv mehr erforscht werden, auch weil es das fast etwas kitschige träumerische angenehm unterbricht.

There was only one person in the world I cared about hearing Malibu Nights. Now, there’s not one person in the world I don’t want to hear mama’s boy. – Paul

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Generell ist dieses Album reflektierter als die vorherigen, es erzählt Geschichten. Man merkt auch, dass das Trio nicht stagniert, sondern sich langsam weiterentwickelt und mit neuen Sounds, wie zum Beispiel der Akustikgitarre oder Chören experimentiert, ohne dabei die Kernessenz, die die Fans so lieben, zu verlieren.

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