Schlägt man an diesem Freitag die Zeitung auf, blickt man auf traurige und verunsichernde Nachrichten am laufenden Band. Jeden Tag gibt es neue Schicksalsschläge mit denen man sich auseinandersetzen muss. Jeden Tag eine neue Schlagzeile, die einem das Übel der Welt serviert. Als gute Nachricht zählt man schon, wenn es einen Tag keine schlechte gibt. Und dennoch gibt es diese kleinen Lichtblicke. Silberstreife am Horizont, die einen daran erinnern, dass es morgen wieder besser wird. Und wenn nicht morgen, dann übermorgen.


Ein Artikel von Dominik Huttner – Lauv ist einer dieser Lichtblicke. Ein Künstler…nein, ein Mensch, der mit seiner Art und seinem Handeln, so viel positive Energie an andere abgibt, dass die Hoffnung doch nicht stirbt. Denn wer kennt Sie nicht? Diese Tage an denen man gar nicht so richtig weiß, wie man sich fühlt. An denen alles irgendwie komisch ist. An denen man für seine Emotionen keine Worte findet. Diese Tage, an denen in einem Moment alles gut schein und man im nächsten Moment in Tränen ausbrechen möchte. Lauv gibt all diesen Gefühlen einen Platz auf seinem Debütalbum. Es ist diese Art Musik die klingt, als würde man seinen besten Freunden alle Sorgen ausschütten.

Lauv singt über eigene Schicksalsschläge, über Erfahrungen seines Lebens aber auch über andere Menschen, denen er in den vergangenen Jahren auf seinen Reisen begegnet ist. ~how i’m feeling~ klingt wie ein langer tiefgründiger Tagebucheintrag. Texte die so erschreckend ehrlich sind, dass man sich in ihnen wiederfindet.

So thematisiert Lauv auf seinem Album gesellschaftliche Tabus wie Depressionen, Ängste und Einsamkeit. Dinge über die man in der Öffentlichkeit nicht spricht, weil sie verpöhnt sind, werden plötzlich ganz „normal“. Lauv beschreibt die Songs seines Albums als Weg zur Selbsttheraphie. Als Selbstanalyse.

Dass ihm solch sensible Themen extrem wichtig sind, zeigte sich bereits in der Vergangenheit. Mit „Sad Forever“ nutzte Lauv seine Stimme und macht aufmerksam auf ein überaus wichtiges Thema: MENTALE GESUNDHEIT. Alle Einnahmen des Songs gingen an Organisationen, die aktiv gegen die Stigmatisierung/ Diskriminierung von psychischen Erkrankungen und deren betroffenen Personen vorgehen.

Für sein Debüt setzt Lauv jedoch nicht nur auf sein eigenes Können. Er vertraute sich einer Handvoll Kolleg*innen an, mit denen er wunderbare Features produzierte. So zählen zu den Gästen des Albums unter anderem Anne-Marie, Alessia Cara oder die koreanischen Megastars BTS. Genau wie seine Titel sind auch die musikalischen Gäste divers und genreübergreifend. Als erste Zusammenarbeit präsentiere uns Lauv im letzten Jahr den Megahit „I’m so tired“, den er zusammen mit dem australischen Superstar Troye Sivan aufnahm.

Knapp die Hälfte aller Songs des Albums hat Lauv bis heute schon als Singles veröffentlicht und uns damit über die vergangenen Monate immer wieder kleine Einblicke in seine Gedankenwelt gegeben. Seine Songs klingen aktuell und modern, haben aber trotzdem genug Tiefe, um nicht im schier endlosen Pool von Radiopop zu versinken. Es ist diese bodenständige, grundehrliche Haltung, welche die Songs von Lauv zu etwas besonderem macht. Bereits 2018 erzählte er uns im Interview, dass alle seine Songs Teil einer Geschichte sind und viel über sein Leben zu der jeweiligen Zeit preisgeben, in der sie entstanden sind.

Im Herbst kommt Lauv dann auch wieder auf Tour in wird sein Album einem Live-Publikum präseniteren. Bis dahin haben wir genug Zeit um textsicher zu werden. Es lohnt sich!


26.10.2020, Oberhausen – König-Pilsner-Arena
28.10.2020, München – Zenith
29.10.2020, Stuttgart – Porsche Arena
31.10.2020, Hannover – Swiss Life Hall
02.11.2020, Frankfurt – Jahrhunderthalle


Autor: Dominik Huttner Foto: