Erst kürzlich hatte Leon Vynehall sein Debütalbum „Nothing Is Still“ angekündigt, das am 15. Juni 2018 via Ninja Tune erscheint. Seit dieser Ankündigung hat er die Kompositionen „Envelopes (Chapter VI)“ und „Movements (Chapter III)“ veröffentlicht, die von zahlreichen elektronischen Musikmedien wie Resident Advisor, FACT und Mixmag gelobt wurden, wie auch von anderen Medien, u.a. von NME, DIY, Uncut, Mojo und Pitchfork.

Heute legt der britische Produzent zwei neue offizielle Videos nach, bei denen der renommierte Filmkünstler Young Replicant (der in der Vergangenheit bereits Videoclips für u.a. The xx, Lorde und Flying Lotus produzierte) Regie geführt hat. Außerdem veröffentlicht er die zwei zu den Videos gehörenden Kapitel aus der von ihm und Max Sztyber geschriebenen Novelle, die mit dem Album verzahnt ist. Die Videos enthüllen einen weiteren Teil der Reise seiner Großeltern aus dem Vereinigten Königreich ins New York der 1960er Jahre. Was also ursprünglich Vynehall über zahlreiche Polaroids und vielen Gesprächen mit seiner Oma vermittelt wurde, wurde jetzt endlich auch filmisch visualisiert.

In Bezug auf die Videos, erklärt Vynehall: „Meine Vision hinsichtlich des Buches und der Musik waren von vornherein ziemlich klar, der Film allerdings hat in seiner Entstehung etwas länger gebraucht. Alex (Young Replicant) nahm sich meiner losen Idee von langsamen und wohl überlegten Einstellungen an und transformierte sie in etwas wirklich Wunderschönes. Auf virtuose Art und Weise hat er den Umfang der Geschichte von „Nothing Is Still“ um die Kategorie ’atemberaubendes Kino’ erweitert.“.

Alex (Young Replicant) fügt hinzu: „Anfangs war es Leons Musik, die mich in dieses Projekt hineinsog, aber irgendwann merkte ich, dass die Geschichte, die er erzählen möchte, zahlreiche Parallelen mit meiner eigenen Familiengeschichte aufwies. Ich sah meine eigenen Großeltern und Eltern in Stephanie und Derrick; Menschen, die sich entwurzelt haben und in ein neues Land auswanderten, um ihren Träumen zu folgen. Jeder, der so was schon mal erlebt hat, kann bestätigen, was für einen emotionalen Aufwand das mit sich bringt. Für mich fühlt sich Leons Musik umfangreich und mitfühlend an, wie auch die Farbe, Energie und Beschaffenheit der 1960er, die diese wahre Geschichte inspiriert haben.

Movements (Chapter III)“ ist eine optimistische Momentaufnahme der Ankunft der Großeltern von Leon Vynehall in New York. Das Video, voll satter und kräftiger Kodachrome-Farben – das die Arbeit von Fred Herzog aufgreift, einer der größten visuellen Einflüsse Vynehalls – ruft das Gefühl der Ankunft in einer Arbeiterstadt hervor, in der man eine Festanstellung hat, wo man anfängt, sich mit anderen Menschen anzufreunden, eine Familie gründet und Briefe zurück in die alte Heimat schreibt, um die guten Zeiten zu teilen, die man selbst gerade erlebt.

Envelopes (Chapter VI)“ ist die Untermalung für ihre Rückkehr nach UK, nachdem man bedauerliche Nachrichten erhalten hat. Ohne zu wissen, wie ihnen geschah, waren die gesamten Erinnerungen an ihr Leben in New York plötzlich zunichte gemacht, als sie entdeckten, dass all die Briefe, die sie nach Hause geschickt hatten, von der eigenen Familie nie geöffnet wurden.

Neben diesen zwei wundervollen und bewegenden Videos hat Leon Vynehall zwei erste Kapitel der begleitenden Novelle veröffentlicht, die er zusammen mit seinem engem Freund und Autor Max Sztyber geschrieben hat, die sich weiter in diese faszinierende Geschichte gräbt.


LEON VYNEHALL live
21.06.2018: Berlin – Maschinenhaus




Presse: Ninja Tune / Photocredit: Phil Sharp

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