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„Love Is Not An Empire“: Lea Porcelain legen nach

„Love Is Not An Empire“: Lea Porcelain legen nach

Im April sendete das in Berlin ansässige Duo Lea Porcelain mit der Single „I Am Ok“ noch eine hoffnungsvolle Botschaft aus. Beim zweiten Song „Love Is Not An Empire“ von ihrer für den Sommer geplanten EP inszenieren Julien Bracht und Markus Nicolaus nun eine vollkommen andere Gefühlswelt. In ihr regiert das Bedauern über die unausweichliche Vergänglichkeit. Vor allem die der Liebe.


People are lovers only of themselves„, heißt es unter anderem in „Love Is Not An Empire„. Bei vielen Bands würde ein solches Stimmungsbild zu einem pompösen Melodram geraten. Nicht aber bei Lea Porcelain: In ihren Händen entfaltet sich durch die desillusionierte Akzeptanz des Unabänderlichen eine eigentümliche und kraftvolle Erhabenheit. Auf dem geerdeten Fundament einer Westerngitarre schichten sie behutsam für sich genommen unscheinbare Klangbausteine übereinander, die sich letztendlich im Verbund zu einem Gebilde von ehrwürdiger Größe auftürmen.



Love Is Not An Empire“ ist beseelt vom Geiste der Romantik: Es findet Schönheit im Verfall und schöpft Stärke aus der eigenen Ohnmacht gegenüber höheren Gewalten. Diese paradoxe Ambivalenz des Songs umreißt die Band selbst folgendermaßen:

Wir bilden unser eigenes Reich, das wir immer mit uns tragen – ganz egal, wohin wir auch gehen. Dadurch wird der Ort, von dem wir kommen, auch immer der sein, zu dem wir gelangen. Bis zum Schluss. Wir werden stets an das Verlangen nach Ursprung und Heimat gekoppelt sein. Und selbst wenn wir unsere Blicke auf die Zukunft richten sollten, werden wir stets in der Vergangenheit leben – denn wir sind Wesen, die nichts weiter sind als die Summe ihrer Vergangenheit.

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Wir tragen sämtliche Stärken und Schwächen sowie alles an Einsamkeit und Glückseligkeit jederzeit mit uns. Denn wir existieren nur in einer einzigen Wahrheit, unserer eigenen. Wir schreiben die Richtlinien für unser eigenes Leben selbst. Für uns und andere um uns herum, die uns am Herzen liegen, sind wir, was wir sind. Wir entscheiden. Wir sind zugleich alles und nichts. Geld verflüchtigt sich, Schönheit vergeht, Reiche fallen – das Einzige, das bleibt, ist eine unvergängliche Liebe. Sie kann nicht besessen, sondern nur sicher bewahrt werden.“


Presse: Community Promotion / Photocredit: Peter Kaaden

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