Nach über 18 Monaten jenseits der Bildfläche kehrte der Mercury Prize-Nominierte Loyle Carner gestern mit einer brandneuen Single zurück. Unterstützt vom neuseeländischen Soul-Künstler Jordan Rakei und begleitet von einem Video, das auf eine familiäre, stimmungsvolle Zugfahrt ins Surreale einlädt, veröffentlicht er den neuen Track “Ottolenghi“.

Zum ersten Mal hörte man im Jahr 2014 zum Release seiner Debüt-EP “A Little Late“ von Loyle Carner, danach folgte sein für den BRIT Award und den Mercury Prize nominiertes Debüt “Yesterday’s Gone“, das in UK direkt auf der #14 landete und auch hier in Deutschland chartete. Die fundamentale Mischung aus ehrlicher und roher Sentimentalität, das auf “Yesterday’s Gone“ (dem The Indepent „Album des Jahres“ 2017) zu hören ist, hat Musik im Allgemeinen und britischen Hip Hop im Besonderen unwiderruflich geprägt und verwehrt sich als zeitloses, kugelsicheres Debüt sämtlicher Vergleiche. Seitdem tourte Loyle um die Welt, gründete eine Kochschule für Kinder mit ADHS, kreierte einen preisgekrönten und maßgeschneiderten Spoken Word Beitrag für das Champions-League-Finale, setzte sich für die psychische Gesundheit von Männern ein und diente als Gesicht für eine weltweite Yves Saint Laurent-Kampagne. Nach ziemlich jedem Standard hat Loyle bereits erstaunlich viel erreicht.

Die neue Single “Ottolenghi“ trägt den Namen des Pionierkochs Yotam Ottolenghi, von welchem sie auch lose inspiriert wurde.

Der Grundstein für die Entstehung des Songs wurde nämlich gelegt, als Loyle in einer Regionalbahn von einer fremden Familie nach der von ihm gelesenen „Bibel“ gefragt wurde – bei dieser handelte es sich aber um das Kochbuch “Jerusalem“ keines geringeren als des eben benannten Kochs. Im Video zum Song, das vom mehrfach ausgezeichneten Oscar Hudson gedreht wurde, bekommt Yotam Ottolenghi deshalb sogar einen subtilen Cameo-Auftritt.

Neben dieser kleinen Erinnerung verarbeitet Loyle Carner in “Ottolenghi“ außerdem einige ausgesprochen persönliche Referenzen – darunter ein von seinem Großvater geprägtes Sprichwort und ein anerkennendes Kopfnicken in Richtung eines seiner Lieblingslieder von Roots Manuva, “Dreamy Days“. Bewaffnet damit, schwebt Loyle gelassen über gefühlvolle Hooks, entspannte Grooves und Jordan Rakeis jazzigen Tönen. Damit bring Loyle Carner abermals mit Jazz- und Souleinflüssen frischen Wind in den wiederaufstrebenden Concious-Rap.



Presse & Photocredit: Caroline International