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Loyle Carner kündigt endlich sein Album „Not Waving, But Drowning“ an

Loyle Carner kündigt endlich sein Album „Not Waving, But Drowning“ an

Schon eine Weile häufen sich die Vorboten und Hinweise, heute dürfen wir es endlich offiziell machen: Loyle Carner veröffentlicht sein sehnlichst erwartetes zweites Album „Not Waving, But Drowning“ am 19. April über AMF Records via Caroline International. „Not Waving, But Drowning“ folgt auf Loyles BRIT Award (Best Male, Best Newcomer) und Mercury Prize nominiertes sowie UK-Top 20 platziertes Debüt „Yesterday’s Gone“.

Die fundamentale Mischung aus ehrlicher und roher Sentimentalität, die auf “Yesterday’s Gone“ (dem The Independent „Album des Jahres“ 2017) zu hören ist, hat Musik im Allgemeinen und britischen HipHop im Besonderen unwiderruflich geprägt und verwehrt sich als zeitloses, kugelsicheres Debüt sämtlicher Vergleiche. Seitdem tourte Loyle um die Welt, gründete eine Kochschule für Kinder mit ADHS, kreierte einen preisgekrönten Spoken Word Beitrag für das Champions-League-Finale, setzte sich für die psychische Gesundheit von Männern ein und diente als Gesicht für eine weltweite Yves Saint Laurent-Kampagne.

Nach ziemlich jedem Standard hat Loyle bereits erstaunlich viel erreicht.

Not Waving, But Drowning„, Loyles neues Album, liefert weitere Beweise – sofern überhaupt nötig – für seinen messerscharfen Flow und seine einzigartige Fähigkeit des Geschichtenerzählens. Ja, er kann rappen – aber er verbindet diese Stärke mit der Sensibilität eines Poeten, der Beobachtungsgabe eines Autors und der Wärme deines besten Freundes. Im Albumopener „Dear Jean“ – einem Brief an seine Mutter – erklärt er beispielsweise, die Liebe seines Lebens („a woman from the skies„) gefunden zu haben und das Elternhaus zu verlassen.

Allgemein stützt sich Loyle stets auf das echte Leben. Der Titel „Yesterday’s Gone“ stammt aus einem Song seines Stiefvaters, der Titel des neuen Albums „Not Waving, But Drowning“ aus einem Gedicht seines Großvaters, welches wiederum auf einem Stevie Smith-Gedicht basiert. Auch was man auf dem Track „Krispy“ hört, ist echt: Er schüttet sein Herz gegenüber seinem besten Freund (und Live-DJ) Rebel Kleff aus, nachdem ihre Beziehung zueinander fast zerbrochen wäre. Er lädt ihn ein, seinen Teil auf dem Song beizutragen – aber da er nicht auftaucht, hören wir stattdessen ein Flügelsolo.

Darüber hinaus liebt Loyle es zu kochen – also sind zwei Songs des Albums kurzerhand nach seinen Lieblingsköchen benannt: dem britisch-israelischen Koch Yotam Ottolenghi und dem mittlerweile verstorbenen italienischen Koch Antonio Carluccio. „Ottolenghi„, die erste Singleauskopplung des Albums erhielt nicht nur den Support von BBC Radio 1 und 6 – sondern auch Rückenwind der deutschen Radiosender mit einer Peak-Positionierung in den Top 150 der deutschen Airplay Charts.

Auf dem Album durchlebt Loyle sein ganz persönliches black conciousness movement.

Wenn er auf „Looking Back“ seine „fathers“ erwähnt, spricht er in der Tat von seinen zwei Vätern. Von seinem biologischen Vater, einem schwarzen Mann, den er kennt, aber von dem er sehr wenig weiß und von seinem Stiefvater, Poet und Musiker – ein weißer Mann – der unerwartet an Epilepsie gestorben ist. An wen wendet sich ein kleines Kind – ohne echte emotionale Bindung an seinen biologischen Vater, aber einer tiefen Verbindung zu seinem jetzt verstorbenen Stiefvater? Auf „Looking Back“ liefert er prägnante Beobachtungen über viele der unausgesprochenen kulturellen und historischen Paradoxe eines multikulturellen Großbritanniens.

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Ein Album wie dieses findet man nicht aller Tage. Das liegt daran, dass es auf so vielen Ebenen funktioniert und vor allem die Persönlichkeit seines Schöpfers widerspiegelt. Es gibt zwar eine Vielzahl prominenter Featuregäste – neben BRIT-Award Gewinnerin Jorja Smith und Sampha u.a. auch Rebel Kleff, Kiko Bun, Kwes, Jordan Rakei, Tom Misch und andere – aber keiner überschattet dabei das Gesamtwerk. Viel eher verschmelzen sie allesamt an Ort und Stelle vor dem Hintergrund der Musik.


LOYLE CARNER live

16.05.19: Cassiopeia – Berlin (ausverkauft)
21.06.19: Modular Festival – Augsburg
08.08.19: Haldern Pop Festival – Haldern
17.08.19: Dockville – Hamburg



Presse: Caroline International

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