„Laufen lernen“, „Der Junge der rennt“ und nun Max Giesinger’s neustes Album „Die Reise“ (VÖ: 23.11.18).


Ein Artikel von Sarah Kaiser – Hört sich nach einer durchdachten Trilogie an, ist aber eher das Lebensmotto des Sängers, der rastlos ist und immer in Bewegung sein muss. Er bleibt mit seinem dritten Studioalbum weiterhin bodenständig und authentisch wie auch schon in seinen zwei Alben zuvor. Dafür bringt Max Giesinger nochmal mehr seine persönliche Note ein und überzeugt uns beim Reinhören mit musikalischem Tiefgang.

Denn schon vor der Veröffentlichung hat sich Herr Giesinger etwas tolles einfallen lassen und jeden Freitag Koordinaten preisgegeben. So weisen diese Koordinaten auf direkte Orte hin, die alle einen Bezug zu dem Album und den jeweiligen Songs haben. Angefangen mit seinem Heimatdorf im Schwarzwald über eine Parkbank, auf der Max seine allerersten Lieder geschrieben hat, bis hin nach Australien. Ebenfalls gab es nicht nur für alle Max-Fans zur Vorstellung seines Albums einen Podcast, in dem der Sänger mit befreundeten Musikern, wie Philipp Dittberner, Lions Head oder Gregor Meyle über das Album spezifische Themen quatschte.

Wer eine Reise macht, der kann etwas erzählen. So hat Max Giesinger im letzten Jahr nicht nur über 300 Konzerte gespielt und mit seiner Band über 120.000 Kilometer runter gerissen, sondern hat sich dieses Jahr bewusst zwischenzeitlich Auszeiten unter anderem in Thailand gegönnt. Er hat also einen ganzen „Rucksack“ voller Erinnerungen. Wenn man sich den Titelsong „Die Reise“ anhört, den er für und über alte Schulfreunde geschrieben hat, merkt man, dass es nicht nur um eine geografische Reise geht, sondern vielmehr um die Reise als Mensch.

Denn nicht nur musikalisch hat sich der Anfang 30-jährige entwickelt. Einer der bewegendsten und wahrscheinlich ehrlichsten Lieder auf der Platte ist wohl „Wenn ich leiser bin“. Darin fragt er sich „kannst du mich hören, wenn ich leiser bin. Kannst Du es sehen wenn ich einsam bin…“ und lässt damit tief hinter seine Fassade blicken. Ebenfalls hat mich „Lieber geh ich“ musikalisch und textlich sehr bewegt und eingefangen. Wenn man eine Beziehung jemals gefühl- und respektvoll beenden kann, dann wohl so wie es Max beschreibt „… ich halt Dich nochmal fest, bevor die Liebe verwischt“.

Ebenfalls ist der Track „Australien“ autobiografisch. Max Giesinger war nach seinem Abi für Work & Travel dort für ein Jahr und hat sich als Straßenmusiker durchgeschlagen. Noch besser lernt man ihn dann aber beim letzten Lied „Wir waren hier“ kennen. Darin singt er über sich und seinen musikalischen Werdegang. Neben dem Song „Ultraviolett“, den wir ja schon als Live-Version von der Max Giesinger Live-DVD aus dem Stadtpark in Hamburg kennen, sind die beiden bereits bekannten Single-Auskopplungen „Legenden“ und „zu Hause“ mit am Start.

Insgesamt hält das Album, das es auch als Vinyl und in einer Fanbox zu kaufen gibt, 13 Songs parat. Alles in Allem finde ich, es ist ein absolut gelungenes und durchdachtes Studioalbum, das bei mir „zu Hause“ wohl in nächster Zeit in Dauerschleife laufen wird.

Die Reise beginnt nicht nur auf Platte sondern Max geht nächstes Jahr auch auf große „Die Reise“-Tournee in Österreich, der Schweiz und deutschlandweit.


Autorin: Sarah Kaiser Foto: Christoph Köstlin