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MAXIM veröffentlicht neue Single „Automat“ | Videopremiere

MAXIM veröffentlicht neue Single „Automat“ | Videopremiere

Irgendwie passt es, dass Maxims neues Album „Grüne Papageien“ nun im August erscheint.


Diese Melancholie eines schwülen Sommertages, die leichten und schweren Gedanken, die einem so kommen, wenn man mit guter Musik und einem Joint am Fenster sitzt – sie prägen diese schönen, wahren, manchmal surrealen Lieder, die der Kölner Sänger, Songwriter und neuerdings auch Produzent da versammelt hat. Dass dieser Sommer so crazy ist wie schon lange kein Sommer davor – auch diese Pointe passt irgendwie gut.

Bis dahin erscheint aber nun erstmal eine weitere Single. „Automat“ ist, ganz anders als der Titel vermuten lässt, eine zutiefst menschliche Angelegenheit: Ein Lied, das mit sphärischen Keyboards beginnt und dann mit seiner beschwingten Gitarre tatsächlich an den frühen Tom Liwa und seine Flowerpornoes erinnert oder an Die Sterne zur „Posen“-Ära oder an einen gut gelaunten Gisbert zu Knyphausen, der ja bekanntlich erst zu dessen dritten Album durchkam.

Das sind Vergleiche, denen Maxim nicht unbedingt zustimmt, weil er deren Musik nicht so intensiv begleitet. Aber bei einem Telefonat ein paar Tage nach unserem Interview zum Album sagt er dann doch nochmal: „Danke für den Tipp mit Liwa. Der gefällt mir echt gut.“

Es ist schön, Maxim so, sagen wir, positiv nachdenklich zu hören, wie hier bei „Automat“. Er ist immerhin noch der Typ, der zuletzt an Max Herres traurig-schönem „Athen“-Album mitgeschrieben hat. Der Typ, der mit „Willkommen im Club“ dem Arme-in-die-Luft- Erbauungspop von Mark Forster und Co. mit dessen Mitteln das Genick gebrochen hat. Der Typ, der mit „Meine Soldaten“ einen Hit landete, der seine Depressionen und den Umgang damit in die Top 20 schießen konnte. Nun singt Maxim Zeilen wie diese: „Ein Automat weiß nicht warum, aber der ist auch allein und wir haben uns. Ein Kapitalist versteht das nicht, ich kann auf alles verzichten, bis auf dich.“ Auch hier muss man sagen: Diese Zeilen passen erstaunlich gut zu den Gedanken, die man sich dieser Tage darüber macht, wie die Welt so läuft und zu den Fragen, was man wirklich braucht und ob nicht irgendwann die Zeit kommen sollte, wo man gegen den Kapitalismus zurückfickt, anstatt sich von ihm … ihr wisst schon.

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Für Maxim geht es in „Automat“ und auf dem Album „Grüne Papageien“ vor allem um eine Selbstfindung nach eigenen Regeln. „Ich habe mich hingesetzt, mir ein kleines Studio ausgebaut und erstmal für mich rausgefunden: Was ist denn eine Art von Musikmachen, die mir Freude macht? Und das ist eben nicht das grobe Zusammenhauen am Laptop, sondern: Instrumente spielen.“ Und diese autarke Arbeitsweise scheint ihm gut zu tun. „Ich würde mal sagen: Wenn du ein Standard-Musikhörer bist, hast du vermutlich immer noch das Gefühl, dass es eher eine traurige Platte ist. Aber für mich ist es mit Abstand das Fröhlichste, das ich jemals gemacht habe, seitdem ich keinen Reggae mehr mache.“ Das kann man so unterschreiben – und die Fans seiner dunklen Stunden beruhigen: Auch für euch wird das Album noch ein bis zwei Abgründe aufmachen …


Presse: Fleet Union UG Foto: Ben Hammer

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