Es braucht nur wenige Töne von „Wretched Love Songs„, bis sich die Gänsehaut über den kompletten Körper auszubreiten beginnt. Der Wahl-Berliner Maximilian Hecker beherrscht diese Kunst auch 17 Jahre nach seinem Debütalbum noch makellos. Die sanfte Stimme, die mit dem immerzu präsenten Klavier den perfekten Mitspieler gefunden hat.

Hier gibt es keine dramatischen Wendungen oder unvorhersehbare Überraschungsmomente und das braucht dieses Album auch gar nicht. Ab Song 4, „Paradise On Earth„, gesellen sich Gitarrenklänge dazu und retten das Album so vor einer unspektakulären Eintönigkeit.

Stattdessen stecken wir nun mittendrin in einem Dream-Pop-Album, das von der Liebe und all ihren Tücken und Problemen handelt. Ganz leise und bedacht schreit es nach Sehnsucht und Sicherheit. Ab und zu möchte man während des Albums seufzen, wenn die bittersüße Melancholie der 11 Songs auf einen selbst überspringt. Dürfte ich mir nun einen Lieblingssong aussuchen, wäre es „Xanax Child„, der seine ganz eigene Dynamik an den Tag legt.

Wretched Love Songs“ ist anders als der Titel vermuten würde überhaupt nicht erbärmlich, dafür aber hoffnungslos romantisch.



Autorin: Anna Fliege / Photocredit: Check Your Head

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