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Mehr als nur eine Indie-Band – Darwin Deez im Kölner Artheater

Mehr als nur eine Indie-Band – Darwin Deez im Kölner Artheater

Wer sich mit der Musik von Darwin Deez auseinandergesetzt hat, der weiß, dass man es hier nicht mit einem normalen Künstler zu tun hat.

Warum sollte man dann auch ein ganz normales Konzert erwarten? Seit Mitte 2018 ist der amerikanische Musiker endlich wieder auf verschiedenen Bühnen unterwegs, am Freitagabend machte er einen Abstecher ins Kölner Artheater.

Geht man durch den Eingangsbereich der Konzertlocation, muss man erst einmal an der Bar vorbei, bis man in den getrennten Clubraum mit Bühne gelangt. Dieser ist am heutigen Abend dicht gefüllt, das Publikum ist bunt gemischt. Darwin Deez veröffentlichte 2010 seinen Hit “Radar Detector” und sein, nach ihm benanntes, Debütalbum. Der Indie-Rocker hatte schon immer seinen ganz persönlichen Stil und Look, mit Skinny Jeans, Vans und schlichtem T-Shirt. Viel hat sich an seinem Aussehen in den letzten Jahren nicht verändert, denn als er die kleine Bühne des Clubs mit seiner Band betritt, erscheint er in genau diesem Outfit. Von seinem damaligen Markenzeichen, den auffälligen Korkenzieherlocken, hat Darwin sich allerdings schon längst verabschiedet.

Um 20:30 Uhr legt Darwin Deez los, das Publikum drängt sich so nah an die kleine Bühne, wie es nur geht. Es ist offensichtlich, dass hier Fans der ersten Stunde anwesend sind, denn noch bevor der Sänger die ersten Töne angestimmt hat, werden Liebesbekundungen durch den Raum gerufen.

Direkt zu Beginn singt Darwin das Lied “You Can´t Be My Girl” von einem seiner früheren Werke und die Leute singen textsicher mit. Es folgt der eingängige Song “Queen Of Spades” von seinem neuen Album, um dann in eine überraschende Tanzeinlage mit seinen drei Bandmitglieder überzugehen.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt hat Darwin Deez sein Publikum gewonnen. Was bei jedem anderen Künstler wahrscheinlich peinlich wäre, wirkt hier einfach nur lustig und charmant. Die Darbietung wird an diesem Abend nicht die letzte außergewöhnliche, unerwartete Aufführung des Musikers sein.

Nachdem er den tanzbaren Break-Up-Song “Moonlit” und den etwas verschrobenen Lovesong “Say It First” performt, zeigt der vielseitige Musiker, dass er noch einiges mehr drauf hat, als Indie-Songs zu singen.

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Darwin Deez kann rappen! Und das sogar verdammt gut, was wohl keiner so richtig erwartet hätte. Der Künstler erntet mit seinem Abstecher ins andere Genre begeisterten Applaus von seinem Publikum. Der ein oder andere schiefe Ton im späteren Verlauf des Konzerts tut der Stimmung an diesem Abend absolut keinen Abbruch. Zwischen seinen durchweg tanzbaren, hier und da aber auch entspannten Songs, lässt Darwin seine Zuhörer wissen, dass sie die “best German crowd ever” sind und genießt sichtlich die intime Clubatmosphäre des Artheaters.

Nach “The World´s Best Kisser” verschwindet er mit seiner Band kurz von der Bühne, um dann als Zugabe den lang ersehnten Song “Radar Detector” zu spielen. An dem Punkt ist die Stimmung ganz oben und man hört die Menge, den ganzen Song über, aus vollem Halse mitsingen. Um 21:40 Uhr ist der Auftritt von Darwin Deez dann aber tatsächlich vorbei. Der einnehmende Sänger ist danach aber noch auf der Bühne und nimmt sich Zeit, mit seinen Fans zu reden, Fotos zu machen und ein Paar Autogramme zu geben.


Autorin und Foto: Lisa Schulz

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