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Milliarden & „BERLIN“: Ungestüme Hauptstadtschwärmereien

Milliarden & „BERLIN“: Ungestüme Hauptstadtschwärmereien

Das neue Milliarden-Album müsst ihr euch vorstellen wie eine Fahrt mit der Berliner Ringbahn. Hier gibt es natürlich weder Verspätungen noch Schienenersatzverkehr und unerträglich warm ist es auch nicht. Mehr also die Wunschvorstellung einer Ringbahn-Fahrt. Wir drehen unsere Runden um Berlin-Mitte herum. Irgendwo zwischen dem Wedding, Prenzlauer Berg, Friedrichshain/Kreuzberg und Neukölln nehmen uns Milliarden an die Hand und zeigen uns, bewaffnet mit einem Späti-Bier, ihr „Berlin“.

Berlin“ erzählt Geschichten, wie es bereits renomierte Großstadtromane taten. Döblins „Berlin Alexanderplatz„, Regeners „Herr Lehmann„, „Das kunstseidene Mädchen“ von Irmgard Keun und so weiter, ihr wisst schon. Nur, dass „Berlin“ eben ein Musikalbum ist und kein Buch. Unbequeme Wahrheiten, die romantisch-romantisierte Unbequemlichkeit der Hauptstadt, der Mikrokosmos der Bewohner („Ultraschall„) und das Große Ganze („Baukran„).

Bereits mit ihrem Debütalbum „Betrüger“ outeten sich Milliarden als Liebeslied-Talente. Nicht kitschig und blumig, sondern sympathisch und immer ein Touch zu direkt. Das beweisen sie beispielsweise mit „Über die Kante“ und „JaJaJa„, aber auch über ganze Albumlänge mit Zitaten, die man dem Menschen seiner Wahl gern direkt an den Kopf werfen will.

„Oh, ich hab so Lust mich zu verlieren. Möchtest du mit mir randalieren?“

Eigentlich ist „Berlin“ in seiner Vollständigkeit eine Hymne auf die Liebe zu – na klar – Berlin. Durchaus eine komplizierte Liebe, dafür aber auch eine ganz große. Mit ihren Ecken, Kanten und Persönlichkeiten („Rosemarie“ und „Die Toten vom Rosenthaler Platz„), mit den schillernden Altbaufassenden, den weniger glanzvollen Streetart-Schmierereien und den Rucksack-Trekkingschuh-Touristen, die Mittags vorm Reichstagsgebäude und Nachts vor dem Berghain lauern.

Rosemarie, du bist der Stern vom Warschauer Kiez, erschreckst besoffen Touristen mit gutem Gewissen und ich bin verliebt.

Berlin“ spiegelt dieses Berlin-Feeling nicht nur textlich, sondern ebenso musikalisch so passend wieder. Die schmissigen Indierock-Songs mit der rotzigen Punk-Attitüde der Band, die ein Album über ihre Heimatstadt schrieben, passt wie Faust auf’s Auge. Ecken und Kanten, das kleine bisschen Freiheitsgefühl, die wilde Zusammenwürfelung der endlosen Eindrücke. So kann man schonmal an ein hochgelobtes Debütalbum anschließen und den Nachfolger mindestens ebenso zu feiern. Musik geil, Texte geil, Stimmung geil, Themen geil – „Berlin“ geil.



MILLIARDEN live

Festivals
31.05.-02.06.2018 Modular Festival
01.06.-03.06.2018 Rock am Ring
01.06.-03.06.2018 Rock im Park
08.06.-09.06.2018 Ab geht die Lutzi
16.06.2018 Summer and Beats Open Air
29.06.-30.06.2018 Kosmonaut Festival
05.07.2018 Feel Festival
13.07.-14.07.2018 Talge Open Air
19.07.-22.07.2018 Deichbrand
28.07.2018 Noisehausen Festival
04.08.2018 Stadtteichfestival
08.08.-12.08.2018 Open Flair Festival
25.08.2018 Forest Jump Festival

TOUR 2018
26.09.2018 Bremen, Schlachthof
27.09.2018 Hamburg, Grünspan
28.09.2018 Köln, Gebäude 9
29.09.2018 Münster, Sputnikhalle
03.10.2018 Frankfurt am Main, Batschkapp
04.10.2018 Stuttgart, Wizemann
05.10.2018 Zürich, Bogen F
06.10.2018 Leipzig, Werk 2
11.10.2018 München, Backstage Halle
12.10.2018 Wien, Flex Café
13.10.2018 Nürnberg, Nürnberg Pop Festival
18.10.2018 Berlin, Astra
19.10.2018 Dresden, Scheune
20.10.2018 Magdeburg, Factory


Autorin: Anna Fliege / Photocredit: Phillip Kaminiak

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