Eine klassische Review zu dieser Band beginnt man den der freudigen Botschaft, dass die Mini Mansions endlich wieder ein Album veröffentlicht haben. Und neue Musik der Supergroup nur möglich ist, weil die Bands von Michael Schuman und Zach Dawes – Queens Of The Stone Age und The Last Shadow Puppets – gerade für längere Zeit pausieren (wobei Letztere ja selbst eine Supergroup ist – Supergroup-Inception quasi!). Aber jetzt endlich was zu „Guy Walks Into A Bar…“.


Ein Artikel von Anna Fliege – Es geht auf dem neuen Album, wie so oft, um die Liebe. Um die guten und die schlechten Zeiten, um den Anfang und das Ende, die Achterbahnfahrt und den Freien Fall. „I think I might be having a heart attack, I get the feeling that I’ll never come back. I’m in love, I’m in L-O-V-E, I’m in love with you.“

Und alles beginnt, wie der Titel bereits verrät, beim Betreten der Bar. Der Opener „Should Be Dancing“ verspricht einen feuchtfröhlichen Abend mit eingängigen Strophen und QOTSA-esquen, dominanten Basslines, zu denen man Tanzbeine und Hüften schwingen lassen kann. Der Bewegungsdrang wird durch „Bad Things (That Make You Feel Good)“ noch einmal verstärkt. Wäre man nicht mit tanzen beschäftigt, könnte man nostalgisch werden, denn selten hat ein neuer Song so sehr nach 200xer-Indierock geklungen.

Thematisch ergänzen sich darauffolgend „Don’t Even Know You“ und „Forgot Your Name„. Man kennt’s, oder? Synthesizer treffen auf schnelle Takte und Mitklatschpassagen. Sind wir beim Abspielen der Platte in eine Zeitmaschine gestiegen? Haben wir Lieblingsbands wie die frühen Arctic Monkeys, The Vaccines, The Hives und die „Villians„-Queens of the Stone Age in einen Mixer gesteckt und uns den deliziösesten Indie-Cocktail zusammengemischt? Ich glaube schon!

Aber zurück zur Geschichte.Ehe man sich versieht, passiert es. Gerade noch den Namen vergessen, im nächsten Moment schon realisiert: „I’m In Love„.



Brummender Bass, schillernde Synthies, ausufernde Gitarrenriffs und Kopfstimmen – „Works Every Time“ ist auch fast ein Jahr nach seiner Erstveröffentlichung noch ein Track, den man immer und immer wieder hören kann und will. Die nun fest im Gesicht sitzende rosarote Brille verursacht auf kurzer Strecke eine ziemlich kitschige Weltanschauung, aber zum Glück ist das nicht von allzu langer Dauer. Spätestens bei „GummyBear“ kommt dann die Realisation:


„Love’s no walk in the park, girl, so, uh, why’d ya bring a leash?“


Wisst ihr noch, als Alex Turner auf „The Greatest Pretenders“ zu „Vertigo“ ins Mikro säuselte und wir alle schrecklich doll in den Arctic Monkeys-Frontmann verliebt waren? Oder als sich im letzten Jahr Royal Blood-Hälfte Mike Kerr auf der „Works Every Time„-EP zum letzten Song „A Girl Like You“ dazugesellte? Hands down, die Mini Mansions haben einfach ein Händchen für außergewöhnliche, grandiose Features.

Und so bekommt auch „Guy Walks Into A Bar…“ sein ehrenwertes Feature: Alison Mosshart, Frontfrau von The Death Weather und The Kills. Wie unschuldig sie „Hey fucker, there could be no any other, than my lover, he’s my one and only other, right lover?“ mit ihrer beneidenswerten Stimme in unser Ohr singt. Und dann ist das Album, ähnlich wie die Liebe, auch schon wieder vorbei.



MINI MANSIONS live

16.08.19: Köln – Blue Shell
19.08.19: München – Strom
20.08.19: Berlin – Privatclub


Autorin: Anna Fliege / Photocredit: Kii Arens