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Minimalismus mal anders: Great Lake Swimmers & „The Waves, The Wake“

Minimalismus mal anders: Great Lake Swimmers & „The Waves, The Wake“

Folk-Rock aus Kanada ist im Generellen nichts Neues. Das Album „The Waves, The Wake“ ( Nettwerk/Warner ) von den Great Lake Swimmers aus Toronto dagegen schon.

Auf 12 Songs bekommt man gefühlvollen, verträumten und irgendwie anderen Folk-Rock von Sänger Tony Dekker und seinen Bandmitgliedern geboten.

Eröffnet mit „The Talking Wind“ wird man direkt in eine ruhige, leicht melancholische Welt gezogen. Ruhige Töne und ein gewisser Minimalismus in der Umsetzung tun da ihr übriges.
Im Gesamten regt „The Waves, The Wake“ eher zum Träumen und Nachdenken an. Was meistens ruhig daher kommt, wie bei „Falling Apart“, wo Harfenistin Mary Lattimore den Sound mit ihrem Instrument vervollständigt. Dagegen kommen „Alone, But Not Alone“ und „Side Effects“ schon eher „rockiger“ und mehr im Songwrtierstil daher. Positive Aura, Verknüpfungen zu anderen Songs und Ohrwurmscharakter liegt in der Luft.

Eines der prägnantesten Stücke vom Album ist definitiv „Visions Of A Different World“. A-Cappella und mit klaren Stimmen, die voller Ausdruck sind, wird hier textliche Tiefe eingenommen. Eher schwerer und melancholischer ist „Mouth Of Flames“ geprägt. Über das war, ist und wird sein umringt dieser Song eine starke Emotionalität und Stärke. Mit dem Gefühl von Weite, Loslassen endet das Album mit „The Open Sea“ so wie es begonnen hat, extrem ausdruckstark und irgendwie Minimalistisch, kraftvoll und nachdenklich.

„The Waves, The Wake“ ist ein wahres Klangweltenwunder. Sei es die Harfe, Laute, Pfeifenorgel, Holzbläser, Congas oder Marimbas, immer gibt es was zu entdecken. Und gerade dies macht die Emotionalität und dieses Anderssein von diesem Album aus.

 

Das die Songs in der üppigen Akustik der historischen 144 Jahre alten Bishop Cronyn Memorial Church in London, Ontario aufgenommen wurden, setzt dem ganzen Werk sein i-Tüpfelchen auf.

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The Great Lake Swimmers haben nicht umsonst schon mehrere Juno-Nominierungen und sind mit dem Polaris-Preis und dem Canadian Indie Award in der Kategorie Favourite Folk/Roots Artist/Group ausgezeichnet worden!


Autorin: Nina Paul

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