Es gibt Musik aus Island und es gibt eben auch diese Musik aus Island. Júníus Meyvant klingt doch etwas anders, als das, was man ansonsten so an Tönen aus dem Land im hohen Norden kennt. Weniger elektronisch, dafür aber mit mehr Wärme, veröffentlicht er sein nun zweites Album „Across The Borders“ via Record Records (Broken Silence).


Ein Artikel von Nina Paul – 2014 fing für ihn alles durch den Erfolg mit der Single „Color Decay“ an. Auszeichnungen und das Album „Floating Harmonies“ folgten. Nun erscheint mit „Across The Borders“ das nächste Werk vom talentierten Isländer und wieder kann man jetzt schon sagen, dass er durch seinen vollen Sound eine Wärme und Gelassenheit versprüht.

Unnar Gíslí Sigursmundsson, so sein gebürtiger Name, hat definitiv etwas an sich, was man soundtechnisch nicht aus Island erwartet. Der Singer-Songwriter hat mit seinem Mix aus Indie-Folk-Soul-Pop und dem gewissen Hauch an Retro im Klang mitschwebend so 11 Songs geschrieben, die voller Gefühl, Wärme und Entspanntheit sind.

Mit seiner Musik umspielt er Gesang und Texte so, sodass jedes seiner Stücke auf dem Album leicht und positiv auf einen einwirken.

Mit „Lay Your Head“ wird man so direkt in diese Gelassenheit geführt. Ein ruhiger Beginn, der sich in seiner vollen Schönheit entlädt. Diese Art zu musizieren zieht sich durch alle Stücke und so ist es auch nicht erstaunlich, dass der Sound an Titelmusik der 70er/80er Jahre erinnert und somit das nostalgische Etwas versprühen.

Aufgenommen im renommierten Hljóðriti Studio am Stadtrand von Reykjavik und gemischt von Guðmundur Kristinn Jónsson (Ásgeir, Erlend Oye, Hjálmar) wurde so ein Klanggemisch an Melodien und Energien kreiert. Júníus Meyvant baute so sein klangliches Sein weiter aus.

Mit Streichern, Blasinstrumenten, Orgelsound und dem angepassten Schlaginstrumenteklang und der natürlich nicht zu fehlenden Gitarre wurde so eine musikalische Basis geschaffen, die jedem einzelnen Song auf „Across The Borders“ seine Einzigatigkeit und das gewisse Etwas im Spiel mit der Stimme von Júníus Meyvant gibt.
 

… here’s to you – who find new ways – day by day – here’s to you …

 
Mit den Vorabsingles „High Alert“, „Let It Pass“ und „New Waves“ zeigte der Isländer schon eindrucksvoll die Qualitäten an seinem Tun und dem seines neuen Werkes.
 

… you got my soul on fire – you got my heart beneath you …

 
Der Namensgeber vom Album repräsentiert in all seiner Erscheinung eindrucksvoll mit seinem Rhythmus und Soul den Gedanken des Albums.

Im Grunde zeigt Júníus Meyvant keine große musikalische Änderung auf „Across The Borders“, aber es lässt sich jetzt schon sagen, dass er einer der Stimmen Islands ist, wenn nicht schon vorher, dann auf jeden Fall nun mit diesem Album.

Was aus dem zufälligen Auffinden einer Gitarre werden kann, dies zeigt Júníus Meyvant in Perfektion.


21.02.19 – Hamburg, Nochtspeicher
22.02.19 – Köln, Artheater
08.03.19 – Berlin, Bi Nuu


Foto: Sigga Ella