Wer im deutschen Raum auf Festivals unterwegs gewesen ist, wird sicherlich schonmal über die Band Smile and Burn gestolpert sein. In ihrer 11-jährigen Bandgeschichte haben sie schon so einige Bühnen und Clubs unsicher gemacht, Pfeif inklusive. Allerdings wurde es in letzter Zeit ruhiger um die Band, viele Konzerte blieben 2019 aus. Das hatte einen guten Grund, denn Smile and Burn haben an ihrem neuen Baby gearbeitet. Morgen Anders (VÖ. 10.01.2020) heißt das gute Ding und der Name ist Programm.


Neue Dekade, neues Glück und auch mal eine Portion ordentliche Veränderung. Wer Smile and Burn in den letzten Jahren mitverfolgt hat, der weiß, dass die Band vor allem seit 2018 um zwei Mitglieder geschrumpft ist. Macht aber nichts, dachte sich die Band und tourte weiterhin fröhlich herum und schloss sich dann 2019 im Studio ein um was neues hervorzuzaubern. Zwischendurch gab es mal eine feine, kleine Cover-Version von Jennifer Rostocks „Alles Cool“. Smile and Burn haben Blut geleckt: Morgen Anders ist die erste, komplett deutsche Veröffentlichung der Band. Wo sie auf vorherigen Platten noch auf Englisch gesungen haben, bekommen wir nun Phils Stimme auf Deutsch hören.

Und wie hört sich das an? Nach einer kurzen Umgewöhnungszeit hören sich Smile and Burn an, als hätten sie immer auf Deutsch gesungen. Wie gewohnt brettern sie ihren Sound um die Ohren und thematisieren nach wie vor gesellschaftskritische Themen. Zum einen bei Zünde Mich An, in der gerade das eigene Image in der Social Media Welt hinterfragt wird und generell, was soll der ganze Photoshop-Mist auf den Fotos? Nicht Da hingegen knüpft an dem Vorläufer Get Better, Get Worse an und erzählt von Verzweiflung. Smile and Burn halten weiterhin mit ihrer Musik uns den Spiegel vor und deuten darauf hin, dass man auch hinterfragen und reflektieren soll und vor allem muss. Sei es die aktuelle Selfiegesellschaft oder das eigene Gefühlsleben.

Morgen Anders ist rückblickend auf die vorherigen Alben natürlich eine Platte die heraussticht. Schon allein der Sprachwechsel deutet darauf hin, dass sich bei der Band etwas geändert hat. Dennoch schafft es Smile and Burn sich trotz neuer Sprache und zwei Mitgliedern weniger immer noch wie Smile and Burn anzuhören. All diese kleinen Bonus-Elemente gliedern sich perfekt in die Band und ihrer Musik hinein. Was dabei herauskommt ist eine Platte, die einem um die Ohren schmettert. Aber positiv.


Presse: Uncle M Autorin: Carolin Czarnecki