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MKSM & „Hold Me Down“: Über die Konfrontation mit sich selbst, mit den eigenen Höhen und Tiefen | Videopremiere

MKSM & „Hold Me Down“: Über die Konfrontation mit sich selbst, mit den eigenen Höhen und Tiefen | Videopremiere

Queeren Pop aus unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachten? Angesichts der musikalischen Vielfalt, mit der die LGBTIQ+ Community weltweit Bühnen bespielt, kein geringer Anspruch. Den fünf Songs auf der Debüt-EP von MKSM gelingt dieses selbstbewusste Auffächern von Einflüssen aber tatsächlich und gibt ein zeitgemäßes Abbild dessen, was Popmusik im queeren Kontext seit Jahrzehnten so einzigartig macht.

Drowning fears when the night calls
Plastic dreams – flashing rainbows
Chasing highs when the beat goes
Slow me down – slow me down

Mit HOLD ME DOWN erscheint nun der Fokus-Track der EP und erweitert das stilistische Repertoire eines Sängers, Songwriters und Geigers, der sich allen Stimmungen – den Highs ebenso wie den Lows – authentisch zu nähern versteht, egal ob musikalisch oder lyrisch. 
Inhaltlich entscheidend für HOLD ME DOWN ist daher auch die Konfrontation mit sich selbst, mit den eigenen Höhen und Tiefen, den eigenen Ängsten und Hoffnungen – eine Zerrissenheit, die jeder irgendwann im Leben einmal kennenlernt, an der aber auch jeder wachsen kann.

Dass MKSM sich hier erneut nicht davor scheut, schmerzhafte Wahrheiten anzusprechen, den Kampf mit Ängsten, dem Endgegner Alkohol und dunklen Lebenskapiteln zu thematisieren, spricht für ihn. Einen derart intimen Seelen-Striptease mit Beat-Patterns straight aus den 80ern untermalen und den ambivalenten Beigeschmack des Tracks daraufhin mittels satter Synthies und verzerrter Geigen zu intensivieren – scheinbare Widersprüche löst MKSM auch hier elegant auf.

„Wir haben versucht, den 80er Sound in die heutige Zeit zu bringen. Inspiriert von Künstlern wie The Weeknd“, sagt MKSM zum Entstehungsprozess.

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Im Video zum Song wird er vom Berliner Drag-Performer und DJ Bambi Mercury supported, der zu den Teilnehmern der Pro 7 Show »Queen Of Drags« zählte und hier nun zusammen mit den TänzerInnen der UDK das Seelenleben des Künstlers visuell wiedergibt.

Maksim (so heißt der Sänger) selbst sieht sich als Sprachrohr für Menschen, die sich nicht der breiten Masse zugehörig fühlen. Denn auch der Sänger,
Songwriter und Violinist bringt viele Identitäten unter einen Hut: Als offen
schwuler Spätaussiedler kam er nach Deutschland, um seine Sprache zu finden – hat früher stark gestottert – und um klassische Geige zu studieren, um am Ende ein Pop-Musiker zu werden. Gerade deshalb setzt sich MKSM als Songwriter immer wieder mit Themen wie Akzeptanz, Gleichstellung, Liebe und der Suche nach sich selbst auseinander.
Nachdem er den britischen »LGBTQ Music Award« als Newcomer des Jahres
2019 gewann, für LGBTIQ+ Initiativen und Organisation wie EnoughisEnough!
und 100% MENSCH Kampagnensongs geschrieben hat, vergangenes Jahr mit
seinem orchestralen Indie-Track KNOW YOUR LOVE für einen LISTEN TO
BERLIN Award nominiert war und beim virtuellen GLOBAL PRIDE auf der
European Highlight Stage performen durfte, zeigt MKSM mit dieser Debüt-EP,
warum queerer Pop mehr zu sagen hat als je zuvor.

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