Goldmeister nimmt sich bekannter deutscher Klassiker an und swingt auf „Alles Gold“ in eine völlig neue Richtung. Das Album ist seit vergangenen Freitag erhältlich und räumt mit Schubladendenken auf.

Wer kennt sie nicht, bekannte Songs der deutschen Popkultur? Bands wie ‚Die Fantastischen Vier‘, ‚Culcha Candela‘ oder Szenegrößen wie ‚Udo Lindenberg‘ lieferten einst den Stoff, dem Goldmeister nun neuen Glanz verpassen.

Internationale Gruppierungen wie „Scott Bradlee‘s Post Modern Jukebox“ machen seit Jahren erfolgreich vor, dass es funktionieren kann, aus alt neu zu machen. Und das Rezept scheint dabei so einfach zu sein: Man nehme ein Dutzend Songs der letzten 10 Jahre, drehe sie auf links, unterziehe sie einer Generalüberholung und heraus kommt ein völlig neues Werk.

Das Duo Goldmeister setzt mit „Alles Gold“ auf den Charme der „goldenen 20er Jahre“ und holt aus verstaubten, längst vergessenen Songs erneut das Beste heraus. Federboas, lange Abendkleider und Herren in edlen Anzügen. Die Songs lassen Gefühle einer Dekade aufleben, die musikalisch von Swing, Jazz und Broadway Musicals geprägt wurde

Dass die Titel dabei im ersten Moment für viele nicht mehr zu erkennen sind, ist gewollt. Denn schließlich soll „Alles Gold“ nicht einfach nur eine Ansammlung von Covern sein, sondern eine Neuschöpfung musikalischer Werke.

Mit Sicherheit ist der Stil, den Goldmeister verfolgen nicht jedermanns Sache. Doch alle die mit deutscher Musik, und eben jenen Titeln aufgewachsen sind, erleben eine kleine Zeitreise in Ihre Jugend und darüber hinaus die Jugend früherer Generationen. Was könnte „alt&jung“ besser verbinden, als der Stil der 20s und die Musik der eigenen Jugend?

„Alles Gold“ ist keine Revolution in sich selbst, schließlich beruft sich das Konzept auf Cover – Jedoch schafft es das Duo, ein Lebensgefühl zu vermitteln, das an eine unbeschwerte bessere Zeit erinnern lässt. Ein leichter Genuss für die Ohren und eine gelungene Abwechslung zum sonst eintönigen Rest, der die aktuellen Charts bestimmt.



Autor: Dominik Huttner Foto: Christoph Köstlin / Deutsche Grammophon