Nach mittlerweile 7 veröffentlichten Vorabsingles ist klar: Ob klassische Rap Bretter, moderne Tracks mit Autotune oder klassische Punchline Songs – MoTrip und Ali As decken mit „Mohamed Ali“ die volle Bandbreite des Rap ab.

Das gemeinsame Werk der beiden Ausnahme MCs ist nun also überall zum Download, Stream und kauf verfügbar und vereint 2 der besten Texter, die wir in Deutschland haben.

Die Saat für das gemeinsame Album wurde tatsächlich schon 2012 gesät, als bei einem Rap-Workshop in Stuttgart ein Schüler zu den beiden meinte: »Ali und Mo, ihr müsst mal ein Album zusammen machen und es ›Mohamed Ali‹ nennen!« Zwar hat es dann noch entspannte fünf Jahre gedauert, ehe diese Idee ab Anfang 2018 langsam Form annahm – aber jetzt erscheint mit »Mohamed Ali« endlich die logische Fortführung gegenseitiger Features in der Vergangenheit.

Trotz der Namensgebung ist »Mohamed Ali« kein Kollaboalbum im Sinne der klassischen Competition – das wäre vor ein paar Jahren vielleicht der state oft he art gewesen. Aber diesen einfältigen Show-Off für alle Flow-Fetischisten und akribischen Silbenzähler haben zwei Rapper von diesem Status nicht mehr nötig und, wenn wir ehrlich sind, ohnehin längst durchgespielt. Stattdessen ist »Mohamed Ali« eine gemeinsame Großtat, die auf 17 Tracks mehr als nur eine einfallslose Standortbestimmung sein will und dabei einen Verse an den nächsten reiht.

Man hört, dass das Album aus einem Guss ist und über den Sommer in den Studios von Miksu und Macloud, Juh-Dee und Mesh sowie Iad Aslan entstanden ist. Hier haben die beiden sich nicht auf eingespieltem Team-Status ausgeruht, sondern immer wieder aus der Komfortzone gelockt, gegenseitig bis ans Limit und darüber hinaus gefordert und den jeweils anderen zu Höchstleistungen angetrieben. Das Ergebnis: Endlos-Reimketten von beispielloser Selbstverständlichkeit und eine Detailverliebtheit in den Texten, die auch beim zweiten oder dritten Hören noch »Aha«-Erlebnisse hervorruft.

»Mohamed Ali« zeigt, dass all diese Dinge auf einem Album ihren wohlverdienten Platz finden. Zeigt, dass ein zeitgemäßer 2018er-Sound und echter Rap sich nicht ausschließen. Zeigt, dass ab und an mal Auto-Tune auf den Stimmen einen Track noch lange nicht zu uninspirierten Mitläufertum degradiert, aber echte Skills immer noch jede Skrrrt-Skrrrt-Eintagsfliege in die Tasche stecken. All das macht »Mohamed Ali« zu einem, wenn nicht dem besten Aufeinandertreffen zweier Rapper, das dieses Land bis dato zu Ohren bekommen hat. Hier haben zwei MCs ihre Kräfte gebündelt, die perfekt harmonieren und gut zusammenpassen, ohne dabei das Gleiche zu sein. Denn während Kollaboalben oft nach Kompromissen klingen, ist »Mohamed Ali« pure Synergie.

Der Titel – die Zusammenführung der Vornamen von MoTrip und Ali As – erinnert dabei nicht ohne Grund an den großen Cassius Clay, seines Zeichens der berühmteste Boxer aller Zeiten und dreimaliger Weltmeister, der wie kein Zweiter Schlagkraft, Selbstsicherheit und Weisheit miteinander vereinte. Charaktereigenschaften, die nicht nur auf MoTrip und Ali As zutreffen, sondern die die beiden auch auf die Dramaturgie des Albums übertragen haben, das im Drittel eine grandiose Technik, im zweiten beeindruckendes Selbstbewusstsein und im dritten eine enorme Knowledge offenbart.


Presse: Universal Music Germany Foto: Vitali Gelwich