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Mut zur Verletzlichkeit: Enno Bunger veröffentlicht „Stark sein“

Mut zur Verletzlichkeit: Enno Bunger veröffentlicht „Stark sein“

Als zweite Single aus Enno Bungers viertem Album „Was berührt, das bleibt.“ steht „Stark sein“ besonders deutlich dafür, wie ernst dieser Plattentitel gemeint ist. Nach „Wir sind vorbei“ ist das mit Tobias Siebert (sieben Songs), Roland Meyer de Voltaire (zwei Songs) sowie im Alleingang (zwei Songs) produzierte Werk ein weiteres Konzeptalbum zur Verarbeitung einschneidender Erlebnisse.

Jeder Pieks in deinen Arm/ ist ein Stich in mein Herz.“ Zu selten hört man derlei aufrichtige Verletzlichkeit. Es wird so viel gesungen in diesen Tagen und so wenig dabei gesagt – da schlägt dieses stille Lied ein wie eine Bombe. Ein karges, intensives Stück über den Augenblick, in dem der geliebte Mensch die Nachricht einer schweren Krankheit erhält. Ein Song über den Moment, „mit dem Rauchen anzufangen“. Den Moment, der das ganze Leben ändert. Der es beenden könnte. Durch den „jeder Vorsatz, jeder Plan“ obsolet werden und der gemeinsame Kampf beginnt.



In seiner einzigartigen, melancholischen Präzision singt Enno Bunger von diesem Aufbegehren gegen den Tumor und für das Leben. Vom Aufwachen im „Drei-Bett-Zimmer“, von der Suche nach Worten und der Gewissheit: „Es ist fünfzig Jahre zu früh um zu gehen.“ Das Video kontrastiert dämmerige Bilder des Krankenhauses mit weiten Blicken der Küste und muss für den Sänger und Songwriter schwer zu singen gewesen sein. Der Hörerin oder dem Hörer jedenfalls, der selber schon mal ähnliche Erfahrungen gemacht hat, kommen unausweichlich die Tränen. Echte Tränen. Kein Gefühlskino, sondern Gefühlsrealität.

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Presse: Check Your Head / Photocredit: Dennis Dirksen

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