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Neu auf dem Videomarkt #184

Neu auf dem Videomarkt #184

Der Sommer kommt nochmal zurück, Leute! Cremt euch das Gesicht ein und setzt euch häufiger mal in den Schatten. Für diese Pausen haben wir die perfekte Musikvideounterhaltung für euch zusammengestellt.

Sultans Court

Mitfahrgelegenheiten können der Beginn von Freundschaften, Liebesgeschichten oder musikalischen Projekten sein. Sultans Court, so besagt die legendäre Geschichte, lernten sich auf einer Autofahrt zum Hamburger Dockville Festival kennen.

Ganz so rosig sieht es in ihrem neuen Musikvideo „Running“ nicht aus, berauschend aber alle mal. Ob die Fahrerin eine gute Bewertung bei blablacar bekommt, ist fragwürdig. Außer Frage steht allerdings, dass Sultans Court (mal wieder) ein cineastisches Kunstwerk geschaffen haben, welches den Song aus ihrer zweiten EP „Up Close“ albtraumhaft schön unterstreicht.

Everything Everything

Zum Albumrelease von „Re-Animator“ lässt es sich die Band nicht nehmen, ein weiteres in Eigenregie gedrehtes Musikvideo zu veröffentlichen. Musikalisch besticht der Track „Big Climb“ durch seinen an Disco und Funk orientierten Groove, während er inhaltlich in den teilweise gerappten Vocals des Frontmanns Jonathan Higgs eine nihilistische Aufforderung an die Jugend darstellt, den Kampf gegen die Zerstörung unseres Planeten und seiner Umwelt unvermindert fortzusetzen.

Das dazugehörige Video zeigt die Band, wie sie noch nie zuvor zu sehen war – als aalglatte Anzugträger in der Londoner City, dem Finanz- und Handelszentrum Großbritanniens und Europas. Dies ist einerseits als augenzwinkernder Seitenhieb an die Bestrebungen im UK zu verstehen, die Arbeitnehmer trotz der dort weiterhin kritischen Corona-Situation zurück in ihre Büros zu bewegen – doch vor allem stellt es eine Referenz zur zentralen Hookline des Liedes dar: „We’re not afraid that it will kill us, we are afraid that it won’t“.

Everything Everything beziehen sich damit auf den in Internet-Foren verbreiteten Nihilismus der „Fridays For Future“-Generation in Hinblick auf den immer unausweichlicher erscheinenden Klima-Kollaps. Das Bildmaterial der Band im Yuppie-Outfit wird daher im Clip immer wieder von Footage unterbrochen, das die zerstörerischen Auswirkungen des menschlichen Handelns auf die Gesellschaft und vor allem die Natur zeigt.

The Screenshots feat. LGoony

Mit „Träume (feat. LGoony)“ veröffentlichen The Screenshots die neue Single aus ihrem am 16.10.2020 erscheinenden Album „2 Millionen Umsatz mit einer einfachen Idee“ – der Angriff auf die Albumcharts geht damit in die nächste Runde. „Träume“ mit dem millionenschweren LGoony ist ein augenzwinkernder Abgesang auf neoliberales Glückskeks-Mindset und brettert einem mit der kWh-Kapazität eines Tesla Model X in den Gehörgang.

Sylvan Esso

Weniger als zwei Wochen, bis „Free Love“ erscheint. Ihre dritte Vorab-Single „Frequency“ kommt zusammen mit einem neuen Video unter der Regie und im Stil von Moses Sumney.

„We had a fantastic and rewarding time collaborating with our friend and fellow North Carolinian, Moses Sumney, on building a visual world for Frequency. He had such a beautiful vision for the project, one that ran parallel to the song’s initial source in a way that showed us new spaces it could inhabit. It’s a beautiful exploration of being together and apart at the same time – we feel it rings clearly in this moment.“

Giant Rooks

Auf Lyric-Ebene ist „All We Are“ von Lars von Triers Endzeit-Epos „Melancholia“ inspiriert und auch das dazugehörige Video, das unter der Regie von Ben Miethke entstand, beschwört eine dystopische Welt herauf, in der die beiden Protagonisten die letzten verbliebenen Menschen zu sein scheinen.

Erstmals ist die Band in einem ihrer Videos nicht selbst zu sehen, stattdessen mimen der aus der Serie „Dark“ international bekannte Schauspiel-Star Louis Hofmann sowie Model Veronika Baron die Hauptrollen.

Will Joseph Cook

Nach „Driverless Cars“ und „Something To Feel Good About“ erscheint mit „Be Around Me“ der nächste Vorbote seines am 27. November kommenden, zweiten Albums „Something To Feel Good About“.  Das dazugehörige Video wurde vom YouTuber, Kurzfilm-Regisseur und Schauspieler Bertie Gilbert in seinem unverwechselbaren Wes Anderson-Stil gedreht.

„The song is about those moments when you’re teetering on the edge of falling for someone, the transition between playing it cool and showing vulnerability. I wanted it to be flirty but still have these bouts of nervous energy jumping out. The initial spark for the tune came from a craving to write something really pacey. So I cranked the BPM to 165 which very literally gave it this really frenetic flow. Basically for me, it sounds like how falling for someone feels.“

BLUTHUND

Wer die vier maskierten Musiker unter den Sturmhauben sind, weiß niemand so richtig. Aber sie sind hier, sie sind laut und sie sind wütend.

Der neuste, dritte Streich des BLUTHUNDs ist die neue Single „Soldatinnen und Soldaten (Flintenuschi Edit)“. Ein wahres Feuerwerk voller bissiger Beobachtungen und trauriger Wahrheiten. Dabei wird der trügerische, brutale Alltag der Kameradinnen und Kameraden geschildert – vom banalen Alltäglichen hin zu den tiefen Abgründen unserer Armee.

See Also


Aber bitte immer in politisch korrekter Sprache. Einmal feinste EDM und dann brachiale Gitarrenwucht. Wenn Musikgeschmäcker an der Playlist kollidieren, ist es Zeit für eine Bombenfeier. In BLUTHUND-Manier zwischen Deichkind-Strophen und Rammstein-Refrain ist man als Hörer aber auf sich gestellt: Ist das jetzt noch Hiphop oder schon Elite-Trupp?

Porter Robinson

2010, im Alter von nur 18 Jahren, betrat der in North Carolina ansässige Produzent und Songwriter Porter Robinson die Bühne und eroberte mit seinen spezifischen, anziehenden Elektro-House-Beats die Szene. Spätestens mit seinem Debütalbum „Worlds“ (2014) gelang ihm der Durchbruch und er wurde zu einem der wichtigsten Protagonisten des elektronischen Pop und sammelte Millionen von Streams von einer stetig wachsenden, weltweiten Fangemeinde.

Für sein kommendes, zweites Album „Nurture“ hat Porter Robinson sein Klanguniversum nun deutlich erweitert. Nun ist das Video zur aktuellen Single „Mirror“ erschienen.

Im Video verwendet Robinson eine Live2D-Gesichtserkennung, um seine eigenen Gesichtsbewegungen auf dem handgezeichneten Avatar abzubilden und so seinen eigenen Ausdruck und die Darbietung des Liedes zu erfassen. Der handgezeichnete Avatar steht bei Instagram als AR-Filter zur Verfügung und Fans können ihre eigenen Kreationen erstellen.

GARY V

Garret Van der Spek, zuvor als PRISM TATS bekannt, ändert seinen Künstlernamen zu GARY V. Unter dem neuen Synonym teilt der Künstler mit „Eternal Return (Déja Vu)“ auch gleich eine brandneue Single, zu der ein unterhaltsames, animiertes Video vorliegt:

„So easily we forget. So easily history repeats itself. All the while there is infinite possibility, an understanding just beyond our fingertips, just off axis, a distant memory, a feeling like we’ve been here before…“

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