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Neu auf dem Videomarkt #199

Neu auf dem Videomarkt #199

Na, Schokolade im ersten Türchen gehabt? Oder doch ein Pröbchen Anti-Falten-Creme? Wir haben zwar keinen Adventskalender für euch, dafür aber einen ganzen Schwung neuer, frischer Musikvideos.

DOTE

In ihrer neuen Single „That’s Your Job“ verhandelt die Essener Indie-Band DOTE ihre Selbstzweifel. Es geht um Männlichkeitsideale, die gegen die eigene Identität laufen. Um zwanghaftes Anpassen an Rollenbilder, nur um dem Partner zu gefallen – auch, wenn dabei das eigene Selbstbild zerstört wird.

Synthesizer drücken sich gegen einen treibenden Bass, die Stimmung ist düster, melancholisch, artifiziell. Und doch packt es einen umgehend. Das Bein wippt. Für „That’s Your Job“ bedienen sich DOTE erneut in ganz verschiedenen Schubladen: Ein Synth-Pop-Einschlag hier, ein RnB-Schlenker dort. Typisch für diese Band, möchte man fast meinen.

Genau wie lässige, selbstbewusste Stilsicherheit, die sich nicht nur musikalisch niederschlägt: Im Video zu „That’s Your Job“ tasten ruhige Kamerafahrten männliche Modepuppen und die Bandmitglieder in überraschenden Perspektiven und eleganten Spiegelungen ab – und sorgen damit für subtile optische Querverweise zur inhaltlichen Botschaft der neuen Single.

Saweetie & Jehné Aiko

Die Multi-Platin-Rapperin, Schauspielerin und Unternehmerin Saweetie hat ein furioses Jahr 2020 hinter sich. Mit über 12,5 Millionen Sound-Videos ist sie eine der Top-Künstlerinnen bei TikTok, dazu kommen bis heute über 500 Millionen YouTube-Views und mehr als 2 Milliarden Streams auf ihre Musik. Und es dürften bald einige mehr werden, denn Saweetie hat ein Video zu ihrer aktuellen Single „Back To The Streets“ veröffentlicht, in der die Grammy-nominierte Sängerin und Songwriterin Jhené Aiko mitwirkt.

Co-produziert von Timbaland, singen und rappen und Saweetie und Jhene über stimmungsvolle Pianoakkorde und eine bouncende Bassline empowernde Zeilen für alle Frauen da draußen. „Back To The Streets“ richtet sich an alle F-Boys.

Yungblud

Bevor am 04. Dezember sein zweites Album „Weird!“ erscheint, hat Yungblud nun eine weitere neue Single inklusive Video veröffentlicht, den Song „mars“, dessen Lyrics auf einer wahren Begebenheit beruhen: Als er 2018 auf Tour war, lernte Yungblud eine 17-jährige Trans-Frau und ihre Geschichte kennen.

“She told me how her parents had come to the show with her, and how seeing our community helped them to understand that her coming out as trans wasn’t just a phase—this is who she really was. It made me cry to think that we could have that kind of impact and change people’s perceptions, just by being ourselves”, erzählt Yungblud über die Geschichte hinter „mars“.

Mit Stücken wir „mars“ verdeutlicht Yungblud den schmalen Grat, der zwischen dem Eintreten für bestimmte Überzeugungen und dem Einfühlungsvermögen für die Probleme anderer liegt. Dieser Balance-Akt ist wegweisend für sein komplettes neues Album „Weird!“.

Jake Bugg

Erst im vergangenen Monat hat Jake Bugg seine neue Single „All I Need“ veröffentlicht, heute folgt mit der Mahogany Session eine wundervolle Acoustic-Version in der die elektrischen Elemente Piano und Acoustikgitarre weichen und den Song noch einmal völlig neu präsentieren.

„All I Need“ handelt vom dem Gefühl der Zufriedenheit. Es geht darum, absolute Klarheit darüber zu haben, was man tut und wer man ist. Es geht darum, im Moment zu leben und sich selbst zu verlieren. Es ist ein Song, der für uns alle geschrieben wurde.

Seit 2010 haben die Mahogany-Sessions Millionen von Menschen auf der ganzen Welt die Künstler*Innen, die sie lieben, näher gebracht. Unglaublich intime musikalische Momente von Künstlern wie James Bay, Bastille, Hozier, Birdy, Leon Bridges, Jacob Banks, JP Cooper, Rag’n’Bone Man, Gavin James und nun Jake Bugg.

DaniLeigh

Die amerikanische Sängerin hat vor knapp zwei Wochen ihr neues Album „Movie“ und den dazugehörigen Kurzfilm veröffentlicht. Nun gibt es auch das offizielle Musikvideo für Danis aktuelle Single „Bullshit“. Im Clip schmeißt Dani ihren (Ex-)Freund aus der gemeinsamen Wohnung, nachdem sie erfahren hat, dass dieser sie betrogen hat. Bei den Dreharbeiten hatte die Sängerin jede Menge Spaß, auf Instagram schreibt die 25-Jährige, dass das Video eines ihrer liebsten aus „Movie“ ist.

Nali

Berliner Rapper Nali veröffentlicht mit „Lofi“ die erste Auskopplung aus „Mic Check 12-19“, der dritten Folge seiner Mic Check EP-Serie.

Mit seinem neuen Track gibt er einen Einblick über seinen Weg, alles Schritt für Schritt und Song für Song aufzubauen, sich einen Platz zu erarbeiten und zu verdienen: „Der Weg, für den ich mich entschied, ist wahrlich steiler als gedacht, aber passt, weil geschenkte Mahlzeiten machen mich schwach“. Eine eine düstere Lofi-Produktion seines langjährigen Weggefährten KazOnDaBeat.

Elena Steri

Die Nürnbergerin Elena Steri hat jüngst mit ihrer Stimme beim A Tale Of Golden Keys-Song “Whirling” für Aufmerksamkeit gesorgt. Der Song läuft bei zahlreichen Radiostationen und wurde bei Spotify schon über 160.000 mal angehört.

Ihre eigenen Songs sind wirkungsvolle Songminiaturen mit Tiefgang, die durch Elenas biegsame und zarte Stimme einen Platz nah am Herzen einnehmen, ohne dass es an Lautstärke bedarf. In “Heavy Rotations” scheint Elena Steri direkt neben einem zu stehen und singt einem Zeilen wie “What if you poked me in the chest and your finger broke like you were cracking” direkt ins Ohr.

Wallners

Das österreichische Geschwisterquartett Wallners veröffentlicht das bezaubernde neue Dance-Video zu seiner Debüt-Single “in my mind”.

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Der Song hat schon fast 300k Streams auf verschiedenen Streaming-Plattformen erreicht, und die Band wurde bereits als einer der spannendsten Neo-Pop-Newcomer im deutschsprachigen Raum wahrgenommen. An Wallners kommt bald niemand mehr vorbei, wenn es um handgemachten Indie-Pop geht.  

Rare DM

Rare DM veröffentlicht die neue Single „Send N *** s“ mit einem epischen Musikvideo, das zu Beginn der Pandemie in den leeren Straßen von NYC gedreht wurde. Erin Hoagg (Rare DM) beschreibt den Wahnsinn, das Video zu drehen:

„The video started as all GoPro shot on my bike, because I could do it myself without seeing anyone. I would ride my bike from Bushwick to Times Square to the Oculus and back – I wouldn’t get off my bike at all because the city was in lockdown. No bodega, no restroom stops – just bike somewhere with the right spooky aesthetic and ride home. I would go out a few times a week to get a variety of sky backgrounds, and after filming over 8 hours of footage myself, Jordan Fuller and friends filmed me in Manhattan in full PVC attire. Somewhere along the way, some dude caught me on his phone in the wild, and two days after, my Mom in Michigan sends me a TikTok of me on Canal street, already at 480k views – no tag of course – which has now passed 1.6 million views and has comments from around the world asking if I’m Lady Gaga or Keanu Reeves‘ gf.“

CoppiCat

„In der Coppistraße“ heißt die Debütsingle des gebürtigen Berliners CoppiCat. In genau dieser Straße in Berlin-Lichtenberg befand sich der Proberaum seiner damaligen Band und später sein selbst ausgebautes Studio mit Tageslicht.

Der Platz für Musiker:innen wird mit den Jahren in Berlin immer knapper. Während CoppiCat selbst zwei Querstraßen weiter gegen die Schließung der Proberäume im „Rockhaus“ demonstriert, wird er kurz darauf selbst zum Betroffenen – er erhält nach über zehn Jahren ein Kündigungsschreiben der Hausverwaltung. Das CoppiCat-Studio, das für ihn selbst und für so viele befreundete Künstler:innen ein kreativer Rückzugsort war, ist mittlerweile ein Laden für Tauchausrüstungen.

Die bittere Vorahnung, nichts Vergleichbares mehr finden zu können, wurde zur Gewissheit. Was bleibt, ist der Name – und ein wütendes Debüt, das mit unkonventionellen Akkorden, einem treibenden Schlagzeug und dem sehr persönlichen Text ein Statement setzt.

Im dazugehörigen Lyricvideo wird der Liedtext als Chatgespräch interpretiert. Die gesendeten Bilder sind tatsächliche Erinnerungsfotos aus der Zeit in der Coppistraße.

Das Moped

Das Moped veröffentlichen mit „Kann‘s Nicht Glauben“ ein neue, schillerndere wie traurige Indiepop Hymne auf den Herzschmerz. Das passende Musikvideo im stimmigen Animationsstil führt uns vor Augen, wie schön es doch eigentlich ist (oder gerade eher „war“), traurig in einer Bar oder Kneipe zu sitzen.

Ty Dolla $ign & Post Malone

Ty Dolla $ign hat das offizielle Musikvideo zu seiner gefeierten Post Malone-Kollaboration „Spicy“ veröffentlicht. Gemeinsam mit dem „Rockstar“-Interpreten bewegt sich Ty in einer grafisch aufwendig erstellten Welt, die sich als eine Mixtur aus dem wilden Westen und technologischen Fortschritt zeigt.

Als wäre das nicht schon imposant genug, gibt sich auch noch West Coast Legende Snoop Dogg die Ehre, in dem er das Inro zum Song spricht. „Spicy“ ist die vergangene Singleauskopplung aus Ty Dolla $igns gefeiertem Album „Featuring Ty Dolla $ign“.

ferdinant.

Der niederländische Künstler ferdinant. fand seine Leidenschaft für Musik in der alten Gitarre seines Vaters in Portugal, wohin dieser als Straßenmusiker gezogen war. Nach einem langen Aufenthalt in der Theaterschule zu Hause in Den Haag entdeckte ferdinant. im Laufe der Zeit seine Stimme und begann Texte und Ideen für Songs niederzuschreiben.

Die neue Single ‚Airplanes‘ weckt Nostalgie für die Tage der Jugend, die einzigartige Verbindung zu Kindheitsfreunden und die Unschuld, die im Laufe der Jahre verloren geht. Manchmal gehen die Wege geliebter Menschen in verschiedene Richtungen, manche davon in die Falsche – sie gehen verloren.  

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