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Neu auf dem Videomarkt #207

Neu auf dem Videomarkt #207

Nach einem sonnigen Wochenende und einem erschrockenen „wie kann der Monat schon fast wieder rum sein?“ haben wir ein Dutzend neuer Musikvideos für euch!

Eau Rouge

Nach dem großartigen Erfolg ihrer ersten Auskopplung „I Know That You Know“, folgt mit „Saturation“ die zweite Single von Eau Rouge – eine energiegeladene Rock-Hymne, mit der die Band einen Love-Song für eine Generation geschaffen hat, die in Zeiten von Social Media nach ständiger Bestätigung sucht, welche jedoch niemals auszureichen scheint.

„Imagine you had never watched a rom-com or read one of those cheesy 17th century poems. What would your idea of love be?“ Diese Frage bringt Eau Rouge zu der Erkenntnis, dass wir alle umsichtiger mit unseren eigenen Emotionen sein sollten. Dabei wünschen sie sich „a lot less drama and a lot more kindness.“ Kombiniert mit einem druckvollen Gitarrenriff und einer catchy Topline entsteht mit „Saturation“ so ein beeindruckender Vorgeschmack auf das zweite im September erscheinende Album der Band.

Elena Steri

In Elena Steris “Pavement” geht es um das Thema Missbrauch in Beziehungen (sowohl emotional als auch körperlich), darum dass man manchmal nicht mehr unterscheiden kann, ob man Dinge aus Liebe oder aus Angst tut, dass es auch ein „Nein“ ist, wenn man nicht Ja sagt und um die feinen Linien, die oft überschritten werden, ohne dass man es währenddessen merkt. Darüber hinaus geht es auch darum, dass solche Erinnerungen erst später auftauchen und man krampfhaft versucht, sie mit den verschiedensten Mitteln wegzuschieben, weil man sich nicht damit befassen will.

Zum Musikvideo erzählt sie: Ich habe mit einigen Leuten (vor allem Frauen) über diesen Aspekt von Beziehungen geredet und fast allen ist im Nachhinein aufgefallen, dass da auf irgendeine Art und Weise Grenzen überschritten wurden, die im Nachgang eine Belastung hervorgerufen haben. Leider ist das auch immer noch ein Thema, über das gerade in der Musik eher wenig geredet wird, obwohl das was ist, was jedem passieren kann und vielen passiert. In dem Video wollte ich genau das auch zeigen, deswegen haben die Statist*innen meistens Masken auf – um anfangs zu zeigen „Hey, da könnte jetzt absolut jeder stehen“ und am Ende „Das ist kein Thema, das unter den Tisch gekehrt werden sollte“. Außerdem wollten wir mit dieser leider oft immer noch überhöhten Körper-Ästhetik in Musikvideos brechen und Menschen einfach mal so zeigen wie sie sind.“

Greta Van Fleet

Greta Van Fleet haben ihr offizielles Musikvideo zur Single „Heat Above“ veröffentlicht, die Teil des zweites Album „The Battle At Garden’s Gate“ ist, welches am 16.04.2021 erscheint. Die Band nimmt es mit der Bildgewalt sehr ernst und erinnert in dem theatralischen Video an mystische Troubadoure, die ganz in Weiß und Silber gehüllt und von Wolken umgeben sind.

“‘Heat Above’ is theatrical, eloquent, and exaggerated. This is a dream in the clouds, a moment of peace in the storm. Thematically, we are dead center in the cult of Heaven, surreal, strange, alive and free”, so Greta Van Fleet über das Video.

Amy Shark

Die australische Künstlerin und 8-fache ARIA-Preisträgerin Amy Shark präsentiert die jüngste Auskopplung aus ihrem zweiten Album „Cry Forever“, das am 30. April dieses Jahres erscheinen wird.

„Love Songs Ain’t For Us“, der gemeinsam mit dem britischen Singer-/ Songwriter Ed Sheeran geschriebene Song markiert einen bedeutsamen Moment für die an der Goldküste geborene Sängerin, zeigt er doch eine sanftere Seite von Amy Shark und ihres sonst oft konfrontierenden und melancholischen Songwritings. Amys charakteristische Stimme und die reduzierte Produktion lässt Hörer*innen sofort in die verträumte Single eintauchen.

Auf die Frage, wie die Zusammenarbeit mit Ed Sheeran war, verrät Amy: „Ed fragte mich, ob ich Songs über meinen Liebsten schreibe und ich sagte ihm, dass ich das tue, aber dass Liebeslieder nicht wirklich etwas für uns sind. Daraufhin lächelte er und sagte: ‚Ok, dann ist es genau das, was wir machen.‘ Der Vibe dieses Songs ist so ‚verknallt‘, wie man es von mir nur erwarten kann und ich liebe ihn.“

MYD

Myd, der herrlich unprätentiöse französische DJ, Musiker und Produzent Myd, wird am Freitag, den 30. April sein Debütalbum „Born A Loser“ veröffentlichen. Das Album umfasst 14 Tracks, darunter die vorab Single ‚Moving Men‘ mit MacDeMarco und die neue Single – der Titeltrack ‚Born A Loser‘.

Das phantastisch komödiantische Video zur Single, das gleichzeitig erscheint, zeigt, wie Myd von seinem eigenen Double um seine Wohnung gejagt wird: Er bezeichnet sich selbst als Loser und sagt außerdem darüber: „Das Lied ist eine Hymne, die allen Menschen gewidmet ist, die glauben, sie seien Verlierer. Dieser Vibe soll ihnen die Kraft geben, die sie brauchen, um Großes zu erreichen.“

Requin Chagrin

Die Autorin, Komponistin, Performerin und Multiinstrumentalisten Requin Chagrin lässt den französischen Pop/Chanson im Stil der kalifornischen Surfmusik der 80er Jahre wieder aufleben, gewürzt mit Lo-Fi und einem Hauch von Melancholie. Ihre Musik erweckt unsere Erinnerungen an Sommerabende oder diese süße Nostalgie für die Ferien, die gleich zu Ende gehen: ein zärtlicher, erfrischender Pop-Road Trip, dem Sonnenuntergang entgegen.

„The inspiration came when I was playing with a borrowed Casio MT400v synth that I love. I wanted to talk about stars, especially the Perseids. It’s that moment around August 15th when shooting stars are lighting up the sky. It’s time to make wishes, to start all over again.“

CoppiCat

Verändern wir die Stadt oder verändert die Stadt uns? In „Unsere alte Liebe“ verlaufen beide Themen parallel: Während in seinem Kiez die Gehwege neu gepflastert und alte Clubs zu teuren Apartments umgebaut werden, wird auch seine Beziehung pragmatischer, unaufregender, anders. Beides passiert schleichend und eines Tages stellt er fest, dass er seinen Kiez nicht wiedererkennt und sich auch der Mensch an seiner Seite nach so vielen gemeinsamen Jahren verändert hat.

Stillstand ist nie gut und dennoch bleibt die Frage: Wieviel Veränderung kann beides vertragen, ohne dass alles, das man so schätzt und liebt, dabei verloren geht? CoppiCat hat entschieden, für die Dinge zu kämpfen, die ihm wichtig sind. Die beiden Themen verschwimmen im dazugehörigen Video, das durchaus als Statement zu verstehen und mit vielen liebevollen Details versehen ist. Über ein Jahr lang wurde das Material in Berlin zum Video gesammelt.

NYLE

Die Hamburger Sängerin, Pianistin und Songwriterin NYLE, die nach jahrelanger Tätigkeit für andere Künstler (u.a. Lina Maly, Tim Bendzko, Miu, Tokunbo) auf die Suche nach ihrem eigenen Sound gegangen ist, veröffentlichte im November ihre Debüt-EP „Where To Hide“. Zum Song „Let Me Make This Right“ veröffentlicht sie nun ein Musikvideo.

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Mahalia

„Jealous“ ist die neue Kollaboration des Grammy-nominierten R&B-Stars Mahalia mit US-Rapperin Rico Nasty, die kommentiert: „Covid konnte uns verdammt noch mal nicht aufhalten! Freue mich unglaublich, Teil dieses Songs mit Mahalia zu sein.“ Der Track stellt die Art und Weise auf den Kopf, wie Männer und Frauen normalerweise konditioniert sind, über sich selbst zu sprechen und was sie fühlen oder nicht fühlen sollen.

Das Musikvideo entstand unter der Regie der britischen Filmemacherin Melody Maker und zitiert den amerikanischen Kriminalfilm „Belly“ (dt. ‚White Lines – Im Teufelskreis des Verbrechens‘) aus dem Jahr 1998. „Mit Mahalia am Video zu ‚Jealous’ zu arbeiten, brachte für mich so viele aufregende und erfüllende Herausforderungen mit sich. Ich wollte eine visuelle Referenz zu ‚Belly’ erschaffen, ein Film, der mich seit meiner Jugend begleitet“, so Maker zu dem Visual.

Verifiziert

Mit Coolness verhält es sich wie mit Stil oder Eleganz: Man kann diese Dinge nicht erlernen. Klar, man kann sie studieren, nachahmen und hoffen, dass keinem auffällt, dass man sie nur simuliert. Aber am Ende ist es so: Entweder man hat’s oder man hat’s eben nicht. Und die Wiener Sängerin Verifiziert hat’s.

Es wirkt fast so, als ob in Wien eine Art unterirdische Coolness-Quelle sprudelt, die deren Bewohner*Innen und vor allem seine Künstler*innen mit dieser unangepassten, natürlichen Coolness tauft, die man eben nicht nachahmen oder kaufen kann. Bilderbuch haben sie. Yung Hurn hat sie. Falco hat sie quasi erfunden! Und Verifiziert führt sie fort, ohne das jemals beabsichtigt zu haben. „Diese Attitüde von wegen: ‚Ich bin die Coolste und ihr seid alle whack‘, die es ja vor allem im Deutschrap gibt, das fühl ich gar nicht“, sagt sie selbst. Verifiziert macht einfach auf lässig ihr Ding, ohne sich Gedanken darüber zu machen, was andere über sie oder ihre Musik denken könnten.

CASTILLO

Mit „Lady Gasoline“ zeigen sie sich einmal mehr als smarte wie gewiefte Songwriter, die sich nicht vor dem ganz großen Refrain fürchten. Mit einer mächtigen Portion Soul dazu, Ist „Lady Gasoline“ ein weiterer vielversprechender Track des Duos. Dazu ist die Message hinter „Lady Gasoline“ auch noch stark und absolut wichtig. Wer heute noch „Pussy“ als Schimpfwort benutzt, hat ein Problem – und ist leider doch in guter Gesellschaft. Weil es hier nur zwei Bilder gibt und alle, die da nicht hineinpassen, zu Märtyrer*innen werden müssen, um sie selbst zu sein.

„Wir haben das so satt. Wir wollen neue Bilder. Bilder, die nicht konstruieren, sondern inspirieren. Bilder, die Raum geben. Bilder, die frei machen und zeigen, dass Ich-Sein nicht die Bürde eines/einer Einzelnen, sondern das Privileg unserer Gesellschaft ist. Max Leßmann, Autor, Podcaster und guter Freund der Band sagt dazu: „zu leben, als gebe es nur eine Art zu lieben, ist zu leben, als gäbe es nur eine Art von Blumen und ich habe rote Rosen nie gemocht.“ Frei nach diesem Motto: lieb doch wen und wie du willst, und fang am besten bei dir selbst an.“

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