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Neu auf dem Videomarkt #226

Neu auf dem Videomarkt #226

Granada

Mit ihrer neuen Single „Mei Velo“ zeigen Granada, dass Fahrradfahren weit mehr ist als bloße Fortbewegung. „Mei Velo“ thematisiert auf lockere Art und Weise die Überwindung von Paradoxie durch das Fahrrad als Mittel und Weg aus der gesellschaftspolitischen Ohnmacht. Das Fahrrad als Symbol der Selbstermächtigung, zu dem Granada einen eingängigen sowie zeitlosen Soundtrack liefern.

Im Video zur Single „Mei Velo“ behandeln Granada und Erich Schaber, seines Zeichens der einzige Kunstradgrafiker der Welt, auf subtile und humorvolle Weise die Nutzung des öffentlichen Raumes.

Tove Styrke

Mit ihrer ersten Single seit drei Jahren, „Mood Swings“, zeigt sich Tove Styrke wieder in Topform und liefert nur ein Vorgeschmack auf das, was 2021 kommen wird. Auf ihrer Erforschung der Komplexität der menschlichen Identität und ihres Kampfs mit psychischer Gesundheit und Selbstakzeptanz, beschreibt Tove „Mood Swings“ als verrückt: „‘Mood swings‘ ist verrückt. Es ist eine Hommage an meine besten und schlimmsten Seiten. Manchmal hasse ich mich wirklich selbst. Aber ich versuche wirklich sehr, es nicht zu tun. In den letzten drei Jahren habe ich Depressionen durchlebt, mich schwer verliebt, eine schwedische Musik-Reality-TV-Show überlebt, ein Auto bekommen, mich mit dem Millennial-Blues herumgeschlagen, ich fühle mich manchmal wie eine Erwachsene, manchmal wie ein Kind. Ich fühle mich irgendwie frei.“

Zum Video (Regie: Gustav Stegfors) fügt Tove hinzu: „Es ist meine Idee und mein kreatives Konzept und ich habe mir wirklich Mühe gegeben, diese Charaktere auf eine respektvolle und liebevolle Weise darzustellen. Ich liebe sie. Menschen sind komplexer, als wir es zulassen, und so unterschiedlich wie diese Charaktere äußerlich aussehen, so viel Abwechslung findet sich auch im Inneren einer Person.“

Zu ihrer aktuellen musikalischen Ausrichtung sagt Tove: „Dieses neue Projekt ist wie sich musikalisch auf die beste Art und Weise auszukotzen! Es ist super querbeet, jeder Song erzählt eine eigene Geschichte und hat seine eigene Stimmung. Ich habe epische Liebeslieder, die wie die 60er Jahre klingen, gepaart mit Tracks wie ‚Mood Swings‘ und durchgeknallten Hits. Nicht mal ICH bin bereit. Ich bin besessen von diesem Album.“

KUOKO

Zwei Jahre nach KUOKOs Debut-EP „Lost Woods“ (2018, Kabul Fire Records), der Nachfolger-EP „Reality Check“ (2020, Kabul Fire Records) und einigen Millionen Streams später, meldete sich die interdisziplinäre Künstlerin aus Hamburg vor kurzem mit „Perfect Girl“ zurück. Es ist der Auftakt ihres selbsternannten Albums und bringt KUOKO’s bisher verspielten, elektronischen Sound in ein tanzbares Tempo – so auch der neue Song „Making Friends Is Easy“: eine Elektro-Pop Hymne, zu der wir hoffentlich bald gemeinsam viben können. Auf einer Party. Draußen, Irgendwo, wo es einfach sein könnte, Freunde zu finden.

KUOKO schreibt und produziert ihre Musik nicht nur selbst, auch die ganz eigene visuelle Welt entspringt ihrer DIY-Natur – sei es das Artwork oder die Musikvideos. Sie ist auch Teil des kürzlich gegründeten queer-feministischen Kollektivs SEOI:

“Bisher haben wir intensiv an meinen kommenden Musikvideos gearbeitet, was mich sehr inspiriert hat. Ähnlich wie in der Musikindustrie ist die Filmindustrie sehr weiß und männlich dominiert, was dieses Kollektiv noch relevanter macht, da es hauptsächlich aus non-binären Personen, Frauen und BPOC’s besteht”

Als viet-deutsche Musikerin selbst, beansprucht KUOKO damit Sichtbarkeit und ihren Platz in einer Industrie, die nicht weiße und nicht männliche audio-visuelle Künstler*Innen selten die Fläche einräumt in ihrer vollen Komplexität stattzufinden.

ENNY

Mit bisher nur einer Handvoll veröffentlichter Songs ist ein Name in aller Munde, wenn man über die aufregendste Newcomerinnen Großbritanniens 2021 spricht: ENNY. Mit ihren Veröffentlichungen („Peng Black Girls“, „He’s Not Into You“, „For South“) hat sie sich im letzten Jahr bereits auf beeindruckende Weise als eine der wichtigsten jungen Stimmen in letzter Zeit etabliert.

Nach der Premiere ihrer neuen Single „I Want“ als „Annie Mac’s Hottest Record in the World“ veröffentlicht die 25-jährige Sängerin und Rapperin aus Südlondon nun das offizielle Video, bei dem Asher Korner Regie führte.
Die Charakter des Videos ist unbeschwert und fängt die Ästhetik des Tracks perfekt ein. Es ist ein weiteres beeindruckendes Oeuvre von Londons heißester Anwärterin auf den Titel des Breakthrough Acts Großbritanniens in diesem Jahr.

Über den Track sagt ENNY: „This tune is deffo a significant song in my musical journey as it was the first song that Paya and I made together. We had no expectation, just vibes, London and some wavy weather. I hope this tune paints more of a picture into the world I’m coming from and the story of the EP. This is one to bubble to and motivate you to get up and get what you want!!”

Odeville

Odeville huldigen in ihrer aktuellen Single Auskopplung „LFSA“ den Riot Girls dieses Landes. Ein Kniefall vor jeder starken Frau, die sich öffentlich gegen jegliche Form von Rassismus, Intoleranz und Homophobie positioniert. Dieser kurzweilige Punkrocksong ist eine Liebeserklärung an die gern vergessene, protestierende feministische Seite. Er ist ein entschlossener Aufschrei gegen Faschismus, Diskriminierung und faschistischer Ausgrenzung, der auf jede Playlist gehört, die „Klare Kante“ beweist. „LFSA“ malt das Bild einer selbstbewussten Antifaschistin, die von ihrer Sehnsucht in die Nacht getrieben wird. Auf ihrem T-Shirt steht „Liebe, Freiheit, Sehnsucht, Alles“ und es wird in diesem Song ganz klar deklariert, dass sie diese Attribute gegen Faschos, Nazis und einem gewissen Alex einsetzt. Sie will kein Teil einer elitären Rasse sein und weiß genau, dass es jetzt die richtige Zeit ist, um sich gegen den aktuellen Rechtsruck in Deutschland zu stellen.

Odeville geben mit „LFSA“ wieder ein eindeutiges politisches Statement von sich, schieben aber dabei das Spotlight auf die gern vergessene, protestierende feministische Seite und haben dazu noch einen kurzweiligen Punksong geschrieben, der auf jede Playlist gehört, die „Klare Kante“ beweist. Auch im Video zu „LFSA“ setzt die Hamburger Band ein deutliches Zeichen, indem sie die weiblichen Köpfe hinter den Organisationen von „Laut gegen Nazis“ und „Alpakas gegen Nazis“ in den Fokus stellt. Haare werden abrasiert. Das Songkürzel „LFSA“ wird tätowiert. Eine ganze Crew aus starken Frauen zeigt sich „riot“, zeigt sich wild, zeigt sich entschlossen – entschlossen gegen Faschismus, gegen jede Form von Diskriminierung und faschistischer Ausgrenzung.

Keir

Keirs dritte Veröffentlichung in diesem Jahr ist die Hymne eines neuen Zeitalters. Boys Will Be Girls ist eine bunte Achterbahnfahrt mitten durch Themen wie Gender und Identität und zerlegt Stereotype mit einem Mantra der Freiheit und Erfüllung.

„Formwandeln macht Spaß“, sagt Keir. „Nichts sollte jemals in Stein gemeißelt sein“.

Der Track, der Gender, maskuline Schönheit, kulturelle Normen und unsere angeborene menschliche Voreingenommenheit berücksichtigt, fördert mit einigen köstlich hymnischen Einzeilern die aufstrebende Freiheit und fordert uns auf,

keine Unterschiede & Abtrennungen mehr zu sehen, sondern Spaß zu haben, indem wir einfach sind, was und wer wir wirklich ist.

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Someone

Die psychedelische Popmusik der niederländisch-britische Künstlerin Someone – auch bekannt als Tessa Rose Jackson – hat eine Seele und eine Stimme, die so leicht ist wie Air, so zerbrechlich wie Feist, so tief wie Nick Drake und so future-psych wie Tame Impala.

Nun erschien ihre neue Single „Paris At Midnight“. Der Song wird von einem charmanten, animierten Video begleite. Es ist nach dem verträumten Pop-Psych-Song „Strange World“ die zweite Singleauskopplung aus Someones Debütalbum „Shapeshifter“, das am 10. September 2021 via Tiny Tiger Records (Warner/ADA) erscheint.

Someone schildert den Charakter von „Paris At Midnight“ als unschuldig und magisch zugleich. Ähnlich dem eines jungen, verliebten Paares bei seiner Erkundungstour durch das romantische Paris. Passend dazu, wird der Song von einem Kontrabass und einer stimmungsvollen Trompete untermalt, die Bilder von dem heraufbeschwören, was Someone als “a trumpet player wandering the streets of Paris after a show, noodling on his instrument and letting the sound echo on the empty streets…“ beschreibt.

Bruckner

Bruckner melden sich zurück. „FUJI“ heißt die neue Nummer, die Sehnsüchte nach Nächten voller Hingabe und Exzessen weckt. Der Song ist eine mitreißende Metapher für die Sinnsuche einer digitalen Generation, die sich schmerzlich nach realen Erlebnissen sehnt. Nach ihrer leichtfüßigen Indie-Hymne „Für immer hier“ umarmen die beiden Brüder vom Chiemsee nun musikalisch diese Zerrissenheit, die sie seit ihren Anfängen als Singer-Songwriter-Duo begleitet. Zwischen Pop und Indie, Konzept und Freiheit, Weiterentwicklung und sich-treu-bleiben: Bruckner haben akzeptiert, dass es im Leben kein richtig oder falsch gibt und dass man sich musikalisch keine Grenzen setzen oder in Schubladen passen muss. Sie verbinden Zeitgeist und zeitlos, Indiepop und Rap-Flows, Autotune und Akustik-Balladen, Gitarren und 808s. Ihre stetig wachsende Fanbase ist dabei so divers wie ihr Genremix und liebt sie für jede einzelne dieser Facetten.

Aasma

Die schwedische Künstlerin Aasma hat ihre neue träumerische Single „Canoes“ veröffentlicht. Nach „Mirage“ und „Beach“ bietet der Track einen weiteren Vorgeschmack auf ihr kommendes Album „Daydreams“, das im August erscheinen wird.

Aufgewachsen in einem Haus tief in den Wäldern Schwedens, war Mira Aasmas größte Inspiration schon immer die Natur und Mystik. Von ihren estnischen Wurzeln hat sie die Kultur des Chorsingens geerbt, und von ihrer Familie, die Mitglieder einer Perkussionsgruppe war, entdeckte sie früh Rhythmen.

Sie ist eine autodidaktische Musikproduzentin, die viele Stunden in den Studiokellern von Stockholm, mit einem Casio-Synthesizer und einem Laptop in ihrem Schlafzimmer und mit Streichquartetten, Chören und Kästen voller Windspiele verbracht hat. In den letzten Jahren tourte sie u.a. in Schweden, Deutschland, den Niederlanden und Schottland, ihre Musik wurde im Fernsehen und Radio (SWE/UK) gespielt und sie wurde als skandinavische TeilnehmerIn der Red Bull Music Academy in Berlin 2018 ausgewählt.

Ihre Musik ist eine spielerische Balance zwischen Pop und Klangkunst, Live-Instrumenten und billigen Drum Machines. Sie erzählt Geschichten aus einer dunkel schimmernden Traumwelt und transportiert die ZuhörerInnen zwischen Ozeanen und Wäldern, Straßen und Bars.

Aasma erzählt über den neuen Track: „Canoes is a story from a trip down the river with a heartbroken friend. I wanted the song and its production to sound like the roots of the mangrove trees, the starry sky, the nightly fog, rhythmic paddling in still morning water. It’s a work in progress piece on the relaunch of my solo project – probably the first single. I’m letting the listeners take part of this as an experiment, reaching out to possible partners that may like the sound and would be interested in collaborating internationally.“

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