Das Beste aus dem SPOT Festival Line-up: Indie & Alternative aus Skandinavien – Gegen den Phantomschmerz, ein Jahr ohne Festivals durchleben zu müssen, helfen nur ein paar Dinge. Im Falle des SPOT Festivals, das eigentlich Anfang Mai hätte stattfinden sollen, empfehlen wir: dänisches Bier in einen Plastikbecher füllen, an einen Kanal setzen, der entfernt an den Kanal inmitten der Stadt Aarhus erinnert – und dazu mit guten Kopfhörern diesen Sampler hören. Denn die SPOT-Macher*innen und wir wollen euch trotzdem mit all den skandinavischen Acts versorgen, die wir zusammen in den Aarhuser Clubs hätten sehen können. Diesmal haben wir euch die besten Indie- und Alternativ-Acts aus Skandinavien kompiliert. Da findet ihr zum Beispiel den bittersüßen, direkt ins Herz greifenden Song „Lovable“ von Blaue Blume, das erstaunliche Organ von Astronaut-Sänger Martin Zeppelin oder die Norweger Highasakite, die schon seit Jahren erstaunlich breitkreuzige Popsongs mit Herz zelebrieren – und mit Helene Håvik eine fantastische Sängerin haben. Also, greift euch ein Bierchen, drückt auf Play und dann: Skål!​


Blaue Blume – „Loveable“

eit der Debüt-EP im Jahr 2014 und dem Album und den darauf folgenden Konzerten steht die Band Blaue Blume an der Spitze der dänischen Indie-Musikszene. Die Geschichte von Blaue Blume umfasst jedoch mehr als nur die glorreichen Gipfel, sie handelt auch von den Tiefen und den Ecken und Winkeln des Geistes, die sie dazu veranlassten, mehr als ein Jahr lang eine Pause einzulegen. Mit ihrem neuen Album „Bell Of Wool“ kehrt die Band 2019 aber wieder auf den Radar zurück.


Astronaut – „Amazing“

Es war der Sänger Martin Zeppelin, der die Band Astronaut zusammenbrachte. Aufgrund ihrer extravaganten und waghalsigen Konzerte scharte die Band schnell eine kultige Fangemeinde um sich. Das Debütalbum der Band, „Silence One“ (2019), eröffnet ein wehmütiges Universum intensiver und surrealistischer Erzählungen von Ambivalenz und rohen Emotionen. Das Album ist der Funke, der das Feuer für diese begnadete Band mit einer emotionalen DNA entfacht.


Highasakite – „All For Love „

Die norwegische Band Highasakite gab 2012 ihr Debüt, nachdem sie sich an einer Musikakademie kennen gelernt hatten. Bald schon kapitulierte Norwegen vor dem großen und dramatischen Universum der Band. Auf ihrer letzten Veröffentlichung führten sie eine neue Sensibilität ein, indem sie Streicher und Klavier dem dramatischen Synthie-Pop hinzufügten. Highasakite haben nach und nach international große Anerkennung erlangt – wahrscheinlich, weil sie den Mut hatten, die ausgetretenen Pfade zu verlassen.


Deadpan – „Lovely Night“

Es ist praktisch unmöglich, dem charakteristischen Sound von Deadpan ein Genre-Label aufzudrücken, aber ihre schwere, experimentelle Herangehensweise an Songwriting und Beats kombiniert mit einem Hang zu Pop-Explosionen ist unverkennbar. Sie ist kontrolliert und unkontrolliert zugleich, aber sie strahlt Reflexion und Originalität aus. Und dann sind sie bekannt für ihre außerweltlichen Energieausbrüche, wenn sie live spielen.


Skinny Violet – „Seek“

Die Komplizen Amalie Kruse und Ulf Hove bilden das Duo Skinny Violet, und gemeinsam errichten sie eine Wand aus schweren Gitarrenriffs und tosenden Trommeln. Der Sound ist prügelnd und nach vorne preschend. Obwohl sie nur die beiden sind, sind sie berüchtigt für ihre 200-Meilen-pro-Stunde-Shows. Wenn sie live spielen, reicht ihre Intensität bis in die hinteren Reihen der Venue. Tighter geht nimmer.


Svaneborg Kardyb – „Knob“

Svanebord Kardyb machen minimalistische Musik, die sich nicht nur, aber sehr gut morgens über dem schwärzesten Kaffee genießen lässt. Sie vereinen elektronische und akustische Sounds mit packenden Melodien und erschaffen träumerische und groovige Momente zugleich. Nordische Launen ziehen sich durch ihre Produktionen. Das Duo aus Aarhus kann Awards wie „Danish Jazz Composer“ und „New Danish Jazz Act 2019“ für sich verzeichnen.


Søren Stensby – „North West“

Søren Stensby, zweifacher Gewinner der Danish Music Awards, ist der wohl innovativste Violinist Dänemarks. Er schafft es, die klassischen Violin-Sounds mit elektronischen Effekten und dunklen Synthesizern zu verschmelzen. Das Ergebnis ist ein träumerisches, faszinierendes und filmisch anmutendes Universum, indem sowohl Nordischer Folk, Neo-Klassik und Ambient-Electronica einen Platz finden.


brenn. – „Keen“

Das junge norwegische Duo brenn. hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Rock vor dem Verschwinden aus dem Rampenlicht der Populärkultur zu retten, und das mit einer Party. Sie sind voller Farben und einer gewissen Impulsivität, um ihr Publikum einzuheizen. In nur zwei Jahren hat sich das Duo aus Lillehammer einen soliden Ruf für ihre lebhaften Auftritte aufgebaut, die vor Energie, Humor und dem Gefühl, den Augenblick zu umarmen, nur so strotzen.


TOM And His Computer – „Future Ruins“

TOM and His Computer ist bekannt für seine noisigen, retro-futuristischen Produktionen. Er erzeugt aus alten Technologien, die am Rande ihrer Funktionstüchtigkeit stehen, Sounds, die die Hörerschaft in neue Sphären versetzt und von krachenden Gitarren begleitet wird. Trentemøller ist sein wahrscheinlich größter Fan – er nahm ihn mit auf Europa- und Nordamerika-Tour und TOMs Debütalbum erscheint im Herbst 2020 über Trentemøllers Label In My Room.


Chorus Grant – „Give It A Name“

Kristian Finne und seine Band Chorus Grant gehören zur Familie der alternativen Folklore. Die Musik des Liedermachers und seiner Band beschreibt Mut, Herz, Lagerfeuer und Ruß. Nicht nur auf den Alben, sondern auch live – die Band spielte schon Roskilde Festival und Northside Festival. Mit ihrem letzten Album „Vernacular Music“ wollen sie auch über die Landesgrenzen hinausschauen.


MoonBe – „Run Run Run“

MoonBee ist ein Versuch, die Vorstellungskraft anzukurbeln. Um zu spielen und Spaß zu haben. Um sich selbst und alles, was herauskommt, zu erforschen und umarmen zu können, auch wenn es hässlich, verletzlich, grandios oder schlicht verrückt ist. Die Verschmelzung von verspielten und kindlichen 60er-Jahre-Beats, rockigem 70er-Bass, atmosphärischem 80er-Synthie und Omnichord, energischen 90er-Gitarrenriffs und futuristischem, starkem Gesang macht MoonBee zu einem neuen und erfrischenden Sound.


Presse: FACTORY 92