Spätestens seit ihrem Hit „This Girl“, der 2016 von Kung vs Cookin‘ On 3 Burners als Remix mindestens einen ganzen Sommer lang von allen Radiosendern rauf und runter gespielt wurde, kennen wir alle die Band „The Bamboos“, doch nur wenige wissen von ihrem Glück, eine der besten Funk-Soul-Bands der Welt zu kennen.

Nachdem The Bamboos ihr letztes Album 2013 veröffentlichten, melden sie sich nun mit 11 neuen Songs zurück. Die australische Band um Gitarrist und Gründer Lance Ferguson und Sängerin Kylie Auldist veröffentlicht nun am 8. Juli 2018 ihr inzwischen achtes Studioalbum. Nach ihrem Erfolg in 2016 sind die Erwartungen hoch – man kann sich jedoch sicher sein, dass auch dieses Album mit einem gigantischen musikalischen Feuerwerk daherkommt.

Die erste Single-Auskopplung „Lit Up“ eröffnet das Album mit lebendigem Klavier, altbekanntem Blasorchester und souliger Stimme.

 „’Cause when the sun goes down, everyday
Feel my heart fill up with regret
And when the lights go out
I’m hiding away, trying my hardest to forget“

Obwohl Sängerin Kylie Auldist den Abschied eines Lovers verarbeiten muss, klingt der Song bereits nach einem vielversprechenden Neuanfang. Es ist ein Licht am Ende des Liebeskummer-Tunnels zu sehen. Mit „Stranded“ wird der Dunkelheit der Rücken gekehrt. Die Kombination aus schnellem, aber unkompliziertem Schlagzeug und motivierenden Streicher-Einsätzen lässt dich sofort im Takt mitnicken.

Es folgt eine Liebeserklärung an einen wertgeschätzten Menschen und das Leben an sich, denn es ist ein Glücksspiel jemanden zu finden, bei dem alles passt und auf Gegenseitigkeit beruht.
In „Golden Ticket“ harmonieren Blasinstrumente und Backgroundsänger perfekt, sodass Kylie Auldist ihre Glückseligkeit über den Erfolg im Glück ganz lässig zum Besten geben kann.

„Yes I found you
Yes I found you now
You’re my golden ticket
(I’m lost without your love)
Every hour, every minute
(I’m lost without your love)“

The Bamboos wären nicht The Bamboos, wenn sie nicht auch neue Funk-Songs geschrieben hätten.
So findest du mit „Pony Up“ und „Night Time People“, dem Titelsong des Albums, mindestens zehn Minuten Funkmusik wie aus dem Bilderbuch.
“Pony Up“ beginnt ganz nach dem Motto „back to the roots“ nur mit Bass und Schlagzeug, bis sich der Song mit klassischen Blasinstrument-Einsätzen vervollständigt, während die Band in „Night Time People“ mit E-Gitarre und Sprechgesang überzeugt. Wir haben hier zwei Songs, die sich leider nur auf voller Lautstärke hören lassen – sorry not sorry, liebe Nachbarn!

Mit „War Story“ und „You Should’ve Been Mind“ zeigen The Bamboos sich nochmal von ihrer poppigen Seite und liefern neues Radiomaterial, das die Welt dieses Mal hoffentlich auch ohne Remix zu feiern weiß.

Den letzten Song des Albums, „Broken“, schenken uns die Australier gleich in drei verschiedenen Versionen. Damit bringen sie nicht nur internationale Features von J-Live, Urthboy und Teesy auf das Album, sondern beweisen, dass sie sehr wohl auch wissen, wie Rap einzusetzen ist. So fühlt es sich an wie ein großes Familienfest, bei dem Pop, Soul, Funk und Rap aufeinandertreffen und friedlich zueinanderfinden.

Mit „Night Time People“ verlassen The Bamboos schnell den engen Tunnel des Funks und erweitern ihr musikalisches Repertoire auf verschiedene Genres, die allesamt perfekt und ausgereift in den Sound der Band eingebaut werden, ohne dass Verluste entstehen.
Lange Rede, kurzer Sinn: The Bamboos wissen ganz genau, was sie da tun.


Text: Maren Schüller