Ihr hört einen Song, denkt „wow, geil“ und liebt ihn. Dann kommt jemand um die Ecke, schnappt sich diesen Song, dreht hier und da an ein paar Knöpfen, loopt den Refrain, spielt ein paar Sampler drüber und raus kommt ein Remix, der sich gewaschen hat. Klar, viel zu oft entstehen dabei auch seltsame Konstrukte, die euch genau die Elemente rausstreichen, die ihr so gut fandet. Aber wo ein oft ist, ist auch ein manchmal. Manchmal entstehen Kunstwerke. Unsere 10 liebsten Remixe haben wir heute für euch in der Kolumne – als kleine Erinnerung ans Melt quasi.


1. Anna: The xx – Sunset (Jamie xx Edit)

Okay, Hand aufs Herz: Jamie xx könnte überall seinen Namen draufschreiben und ich würde es schamlos lieben. Der The xx-DJ und -Produzent sorgte bereits vor seinem Soloalbum „In Colour“ für das ein oder andere musikalische Highlight, die Remix-Liste würde diese Kolumne sprengen. Mich für einen ganz besonderen zu entscheiden, war jedoch ziemlich easy. Sein Edit des „Coexist„-Songs „Sunset“ gibt dem Song die fehlende Energie, ohne dabei aufdringlich zu werden.

2. Dominik:   George Ezra – Shotgun  (The Wild Remix)

Bei Shotgun komme ich unweigerlich in die Versuchung lauthals mitzusingen und alles und jeden um mich herum zu vergessen.  Mit dem passenden Remix bekommen meine Mitmenschen neben einer Karaoke-Einlage auch noch eine kleine Tanznummer geboten. ‚Staying At Tamara’s‚ ist für mich ein typisches gute Laune Album und die Remixe geben manchen Songs die gewisse Würze zur nächsten Stufe.

3. Anna: alt-J – Deadcrush (salute Remix)

Bei alt-J scheiden sich die Geister und sicherlich auch bei den exisitierenden Remixen. Als im letzten Sommer „RELAXER“ erschien, schloss ich „Deadcrush“ direkt ins Herz. Dieser Song, so weit weg vom Mainstream, lyrisch so stark, hach. Der Salute-Remix setzt dem Ganzen die Kirsche auf. Die mag ja auf dem Eis auch nicht jeder.

4. Dominik: Rag’n’Bone Man – Human (Rudimental Remix)

Wenn sich zwei starke Acts zusammenschließen und einen grandiosen Hit remixen, kann es in den seltensten Fällen schiefgehen. Rudimental befördert den Track trotz seiner Genialität auf das nächste Level und machen einen „schweren“ Song tanzbar. Also Fenster runter, Musik aufgedreht und (natürlich gewissenhaft und sicher) im Auto performt und mitgesungen…

5. Anna: Marteria – Scotty beam mich hoch (Nobodys Face RMX)

Schon ewig schlägt mein Herz für den Rostocker Rapper, zwischendurch verloren wir uns irgendwie, seit „Roswell“ jedoch hat er wieder einen festen Platz in meinem Musikherzen. Mit „Scotty beam mich hoch“ jedoch hatte ich  zugegebenermaßen zu Beginn große Probleme, irgendwas störte mich, irgendwie war es mir zu pop-lastig. Dank des Nobodys Face-Remix fand ich schließlich einen Zugang. Was dem Original an Brachialität fehlte, bringt die Neuauflage lautstark mit.

6. Dominik: Adele – Hometown Glory (High Contrast Remix)

Man nehme einen überaus erfolgreichen Song einer der besten Musikerinnen unserer Zeit, lege einen Beat drüber der das Herz höher schlagen lässt und erhält? RICHTIG: Eine wahnsinnge Kombination, die vermutlich die allermeisten nicht auf dem Schirm haben. Dass man zu Adele (und dann eben auch zu einem der ruhigeren, emotionalen Titel) tanzen kann, beweist dieser Remix.

7. Anna: MGMT – Electric Feel (Justice Remix)

Denke ich an meine ersten Erfahrungen mit Musik abseits der Bravo-Pop-Welt, fallen wir sofort die Namen MGMT und Justice ein. Songs wie „Electric Feel“ und „D.A.N.C.E“ prägten vor über 10 Jahren meinen Musikgeschmack nachträglich. Indie und elektronische Musik sollte in den folgenden Jahren zu den Stützpfeilern meines eigenen Soundtracks werden. Und jetzt stellt euch nur mal vor, die einen würden einen wahnsinnig geilen Remix vom Lieblingslied der anderen machen. Tja, in diesem Falle ist es Realität geworden (und pardon, fast noch besser als das Original!).

8. Dominik: Bastille – Quarter Past Midnight (John Gibbons Remix)

Wo kämen wir denn hin, wenn nicht in mindestens jeder zweiten Kolumne, ein Verweis auf meine absoluten Lieblings-Briten stehen würde? Mit Quarter Past Midnight bescherten uns Bastille in diesem Jahr den ersten Vorgeschmack auf das kommende dritte Album und lieferten damit den idealen Stoff für einen Remix. John Gibbons nahm sich dem Titel an und kreirte eine wunderbare ausbalancierte EDM Nummer, die der Band und dem Song schmeichelt.

9. Anna: Moderat – Bad Kingdom (DJ Koze Remix)

Mit Flensburg sollte man nicht bloß Punkte und das leckere Bier mit dem Bügelverschluss verbinden, sondern auch mit einem musikalischen Genie: DJ Koze. Der Mann schafft es, aus sowieso schon großartigen Songs noch einmal eigenene Kunstwerke zu kreieren. So tat er dies vor ein paar Jahren auch mit „Bad Kingdom“ von Moderat.

10. Dominik: Nessi – Brush You Off (Two Sides Remix)

Dieses Jahr meldete sich Nessi endlich mit einer neuen Single zurück. „Shake Shake“ wurde direkt zum Soundtrack für den neue Coke-Light Werbespot und katapultiert Nessi hoffentlich endlich nach ganz oben! Einer solch talentierten, deutschen Künstlerin gehört ganz viel Aufmerksamkeit geschenkt! Passend dazu möchte ich die heutige Ausgabe mit einem meiner liebsten Song, des Albums im Two Sides Remix abschließen.


Autoren: Anna Fliege & Dominik Huttner / Photocredit: Adi Goldstein on Unsplash