Der Sommer war lang, viel zu heiß und wunderschön und zack – ist Herbst. Und das nicht nur ein bisschen, sondern so richtig mit lange kalt und nur ganz kurz hell. Doch was vor der Haustür gar nicht mal so angenehm ist, macht die eigenen vier Wände umso gemütlicher. Ein Berg aus Decken, literweise Tee, Kerzen, Lichterketten, die ersten (noch frischen) Lebkuchen und – was hätte man auch sonst an dieser Stelle erwarten sollen – der passende Soundtrack.

Anna und Dominik haben euch in der heutigen Kolumne ihre liebsten Songs für die nasskalte Jahreszeit zusammengestellt.


1. Anna: Daughter – Smother

Wenn es draußen stürmisch und dunkel wird, liefern Daughter grundsätzlich den perfekten Soundtrack dazu. Was im herrlichen Sommer zu schwer und düster sein mag, ist jetzt genau richtig. Natürlich darf man Daughter auch in den wärmeren Monaten hören, doch ich verbinde die Band um Frontfrau Elena Tonra stets mit den ungemütlicheren Jahreszeiten, in denen Songs wie „Smother“ eine gewisse Geborgenheit bieten.

2. Dominik: Rhys – Swallow Your Pride

Sanfte Gitarrensounds, die malerische Stimme von Rhys und der Titel „Swallow Your Pride“ sind die richtigen Vorboten für lange Abende auf der Couch, oder einen gemütlichen Waldspaziergang. Nichts ist doch besser als der richtige Song, um vollkommen zu entspannen. Oder?

3. Anna: Kings of Leon – Pickup Truck

Herbstzeit ist Kings Of Leon-Zeit! Endlich können wir die langsameren, ruhigeren Songs der Indierock-Familie aus Tenessee auspacken, uns in dicke Pullis kuscheln und der Südstaatensonne träumen – zumindest mache ich das so. Mit „Pickup Truck“ habe ich es zudem ein weiteres Mal vollbracht, einen meiner absoluten All Time Favourite-Songs in die Kolumne zu schmuggeln.

4. Dominik: Sampha – (No One Knows Me) Like The Piano

Ein Titel der schon fast zu schade ist, um ihn in eine Kolumne einzubauen.  Sampha erzählt von einer ganz eigenen Flucht in eine surreale Welt, in der keine Sorgen existieren. Und fühlen wir uns vor allem an dunklen, düsteren Tagen nicht auch manchmal so, als wollten wir der Realität entfliehen?

5. Anna: A Blaze of Feather – Carousel

Eine Kolumne voller Melancholie und Anna hat Ben Howard vergessen? Tja, reingelegt! Zwar steht hier nicht Ben Howard drauf, aber es ist Ben Howard drin. Mit dem Kreativprojekt A Blaze Of Feather arbeitete der Singer-Songwriter im letzten Jahr gemeinsam mit Mickey Smith, India Bourne, Nat Wason, Rich Thomas und dem ehemaligen Hiss Golden Messenger-Drummer Kyle Keegan an einem wunderschön traurigem Album. „Carousel“ ist ein Song aus dem selbstbetitelten Werk.

6. Dominik: Snoh Aalegra – Fool For You

Ein bisschen Soul darf auch an verregneten Tagen nicht fehlen.  Die warme Stimme von Snoh hüllt einen ein wie eine weiche Decke und gibt ein angenehmes Gefühl. Man möchte stundenlang im Bett liegen bleiben und über das Leben philosophieren. Wieso nicht einfach mal machen was einem gefällt und sich fallen lassen?

7. Anna: The Paper Kites – Electric Indigo

Die australische Folkrock-Band The Paper Kites brachten 2015 den perfekten Soundtrack zum „Nachdenklich aus dem Fenster des fahrenden Busses schauen und die verregnete Welt hinter der Scheibe beobachten“-Soundtrack raus. Würde ich einen Film drehen und eine solche Szene involvieren, „Electric Indigo“ würde währenddessen laufen. Melodische Elektrogitarren, leidende Lyrics und hach, da muss man erstmal seufzen, weil es so schön ist.

8. Dominik: The Neighbourhood – Sweater Weather

Gäbe es einen Titeltrack für die aktuelle Jahreszeit, wäre meiner mit Sicherheit dieser Song.  Ein bisschen so wie die oft belächelte, vielfach vergessene Übergangsjacke kann man zwar auch ohne den Song leben, aber mit ist’s einfach deutlich besser. Also packt euch schön warm ein, zieht den Kapuzenpulli an und lehnt euch gemütlich im Stuhl zurück.

9. Anna: Foals – London Thunder

Foals stehen eigentlich für wilde Indiehymnen, zu denen man auf dem plattgetretenen Rasen des Festivalgeländes umherspringt. Doch die Band um Yannis Philippakis bewies auch auf ihrem letzten Album „What Went Down“, dass sie auch schwerere, tiefgehende Songs meisterhaft beherrschen. Nachdem „Spanish Sahara“ vor einigen Jahren schon für spontane Tränen im Augenwinkel sorgten, legte die Oxforder Band mit „London Thunder“ noch einen drauf. Ich lebe für diese Gitarrenriffs!

10. Dominik: Death Cab for Cutie – I Will Follow You Into The Dark

Akustikgitarren gehören für mich in die Herbst wie Eis in den Sommer. Es gibt kein Vorbeikommen an der entspannenden Wirkung dieser Harmonien. In dieser wunderbaren Version hat Death Cab for Cutie die E-Gitarre weggelegt und sich ganz minimalistisch auf die Variante ohne Strom besonnen.


Autoren: Anna Fliege & Dominik Huttner / Photocredit: Ohmky on Unsplash