Heute darf ich, Anna, die Kolumne einmal ganz für mich alleine beanspruchen. Wenn ihr das lest, flaniere ich gerade durch meine Lieblingsstadt, die mich auch zu dem heutigen Thema inspiriert hat: London. Durch Bands wie The Kooks und die Arctic Monkeys lernte ich schon vor über einem Jahrzehnt, dass in mir nicht nur eine gewisse Faszination für Großbritannien besteht, sondern auch für die Musik von der Insel. Mit den Jahren kamen große Namen wie Mumford & Sons, The Wombats oder Two Door Cinema Club hinzu und wer England sagt, muss auch Oasis sagen. So könnte man die Liste namenhafter, erfolgreicher britischer Bands ewig weiterführen.

Ich präsentiere euch heute 10 (in unseren Gefilden) noch unbekannte britische Bands, denen ihr in jedem Fall eine Chance geben solltet, wenn die oben angeführten Namen für Herzklopfen gesorgt haben.


The Amazons – Black Magic:
Die junge Band aus Reading liefert zwar keine Pakete aus, dafür aber ein grandioses Debütalbum aus dem letzten Jahr ab. Als eine der vielversprechendsten Newcomer des Landes und ihrer ersten, selbstbetitelten Platte eroberten sie nach nur wenigen Songs mein Indie-Rock-Herz. Musik, die passender für eine Stadt wie Reading, der Stadt, die für ihr wahnsinnig gutes „Reading Festival“ bekannt ist, nicht sein könnte. Die Gitarren-Riffs sind ein Träumchen!

Circa Waves – Goodbye:
Ihren Song „T-Shirt Weather“ kennt man, da bin ich mir ganz sicher. Doch handelt es sich bei den Indie-Rock-Jungs aus Liverpool keineswegs um ein „One-Hit-Wonder“. Nach ihrem erfolgreichen Debütalbum „Young Chasers“ aus dem Jahre 2015, kehrten das Quartett im letzten Frühling mit „Different Creatures“ zurück auf die Bildfläche. Eine grandiose Weiterentwicklung einer talentierten Band!

Sundara Karma – Flame:
Ebenfalls aus dem beschaulichen Reading stammen diese jungen Herren, die ihr Debüt, wie könnte es schöner sein, auf dem Reading Festival 2013 feierten. Es folgten zwei EPs und Supporttouren für namenhafte Bands wie Circa Waves, The Wombats, Two Door Cinema Club, Bastille und Everything Everything. Mit so vielen Live-Erfahrungen rund um den Globus veröffentlichte das Quartett im Herbst 2017 dann endlich ihr mehr als langersehntes Debütalbum, das auch mein Lieblingslied „Flame“ enthielt.

The Night Café – You Change with the Seasons:

Auf ein Album warten wir bei dieser Band leider noch, dazu ist die Liverpooler Band auch gerade viel zu beschäftigt. Neben einem vollen Festival-Terminkalender touren sie gerade mit den Indie-Pop-Heroes The Wombats durch ganz Europa und werden diese auch bei den baldigen Deutschlanddates als Support unterstützen. Mit gerade einmal 20 Jahren dürfen sich die vier  bereits über 7-stellige Streamingzahlen freuen. Schreibt sie euch auf den Zettel und falls ihr eins der The Wombats-Konzerte besucht: freut euch auch auf diese talentierte Band!

The Sherlocks – Live for the Moment:

Wer bereits zum Anfang seiner Karriere die Konzerte von The Libertines eröffnen darf, hat es eigentlich schon geschafft. Kürzlich folgte dann die Tourbegleitung für the one and only Liam Gallagher – The Sherlocks haben in ihren jungen Jahren bereits einige glanzvolle Punkte in ihrem Lebenslauf. Im August 2017 durften sich die Fans schließlich über das Debütalbum „Live for the Moment“ mit der gleichnamigen Erfolgssingle freuen. Besser könnte das Motto für diese Band nicht sein!

Catfish & the Bottlemen – 7:
Ich gebe zu, hier schummle ich ein bisschen. Catfish & the Bottlemen als unbekannte Band zu betiteln, scheint beinahe eine Beleidigung zu sein. In UK werden sie bereits wie Superstars gefeiert und spielen bestens besuchte Festivalgigs zu besten Zeiten. In Deutschland sind die Walisen allerdings noch lange nicht an dem Bekanntheitsgrad angekommen, den sie verdient hätten. Der ein oder andere hat sie vielleicht 2015 beim Hurricane/Southside oder 2016 bei der Berliner Ausgabe des Lollapalooza Festivals gesehen. Schenkt CATB mehr Liebe, sie haben es verdient!

High Tyde – Do What You Want:
Wer eine Mischung aus The 1975 und Bombay Bicycle Club mag und es sympathisch findet, dass der Bandname einem Noel Gallagher-Song entspringt, dürfte sich auf High Tyde verlassen können. Das Indie-Pop-Quartett aus der südenglischen Küstenstadt Brighton machen tanzbare Gitarrenmusik, die sie auf ihrem kürzlich erschienenen Mixtape „8978-202545“ in 10 neue Songs verpackten.

Dutch Criminal Record – Socks & Sandals:
Nicht nur das Cover schreit SOMMER. „Socks & Sandals“ von Dutch Criminal Records, der Band aus dem beschaulichen Chichester, ist der perfekte Soundtrack für einen sommerlichen Roadtrip. Alex, Rio, Joe und Sam kennen sich seit der Schule und machen gemeinsam Indie-/Surf-Pop, quasi Juni-August vom Band.  Das Quartett lässt wie viele andere junge Talente noch auf ihr großes Debütalbum warten, zum Glück gibt es aber einen Haufen guter Singles. Jetzt ist mir nach Sonnenbrille auf der Nase und Wind im Haar.

Sea Girls – Lost:
Laut NME und BBC Radio 1 eine der Bands des Jahres 2018. Gerade spielen die vier Musiker aus London noch in den kleinen Clubs des Landes, aber in nicht all zu langer Zeit könnte sich dies schnell ändern. Ihre „Heavenly War“-EP erschien Anfang Januar, im Sommer stehen sie auf etlichen britischen Festivalbühnen. Hoffen wir mal, dass es sie bald auch mal über den Ärmelkanal zu uns verschlägt, „Lost“ ist ein ganz schöner Ohrwurm!

 

Little Comets – Hunting:
Alte Hasen im Brit-Indie-Pop-Geschäft. Little Comets gibt es schon ein ganzes Jahrzehnt und vielleicht kennt der ein oder andere auch die Songs „Bridge Burn“ und „Dancing Song“. Mit ihrer scheinbar einzigartigen Art & Robert Coles tollen Stimme sind sie in Deutschland leider viel zu selten anzutreffen. Ihr letztes Album „Wordhead“ hatte einiges zu bieten, unter anderem den Song „Hunting“, dessen starken Gitarren das Tanzbein schwingen lassen!


JETZT NEU: Unsere Playlist passend zur Kolumne! Folgt The Mellow Music bei Spotify. 


Autorin & Photocredit: Anna Fliege

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