Fasten your seatbelt, Ladies and Gentlemen, denn vor uns liegt eins der besten Alben des Jahres – und weil schon Mitte Oktober ist, kann man das so salopp behaupten. Parcels haben es endlich getan, endlich einen Longplayer veröffentlicht. Doch die bisherige Zurückhaltung, die sich auf drei EPs „beschränkte“, hielten Parcels nicht davon ab, zu einer der angesagtesten Band der Stunde aufzusteigen.

Ausverkaufte Touren in Klubs, die schnell zu Hallen heranwuchsen, glanzvolle Auftritte auf den besten Festivals der Welt. Und dann wäre da noch die Kollaboration, über die jeder mal gesprochen hat. Wer macht schon ein Feature mit Daft Punk, ohne ein breitgefächertes Albenportfolio vorliegen zu haben? Tja, Parcels machen sowas. Nun könnte man meinen, dass eine solche Vorgeschichte der Band Bauchweh bereiten könnte. Doch statt sich auf den Lorbeeren der French House-Giganten auszuruhen, hielten Parcels lieber an ihrer eigenen Idee fest und kreierten Musik, bei der sich Bauchweh in Luft auflöst.

Die fünf Australier, die vor ein paar Jahren ans andere Ende der Welt zogen und den sonnigen Strand gegen das Kühl der Berliner Innenstadt tauschten, sind wahre Wunderkinder. Wer sie einmal live erlebt hat, kann das bestätigen. Es ist eine ganz eigene Welt, in die man eintaucht. Deshalb ist es besonders schön zu hören, dass sie eben genau dieses Mindset auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum konserviert haben. Der ewige Sommer, die scheinbar grenzenlose Leichtigkeit – Attribute, die man ihrer Herkunft zuschreiben könnte, zumindest stellt sich der Durchschnitts-Europäer Australien genau so vor. Hinzu kommen aber andererseits die urbanen Einflüsse, Spoken Word-Passagen und elektronische Elemente, die sich in den Klubs der Hauptstadt nachts um 4 wiederfinden lassen.

Heraus kommt eine zeitlose Zeitreise, auf die uns Parcels einladen. Das Produkt in Form ihres Debütalbums ist der lockerleichte Beweis, dass die Band aus Byron Bay ihre eigenen Grenzen nur allzu gerne überschreiten und viel mehr sind, als „diese Band, die mit Daft Punk diesen einen Song gemacht hat“. „Parcels“ ist ein Album, das wir auch in 10 Jahren noch gerne hören werden, versprochen.



PARCELS live

18.11.18: Köln – Live Music Hall
05.12.18: Stuttgart – LKA Longhorn
06.12.18: Wiesbaden – Kulturzentrum Schlachthof
10.12.18: München – Muffathalle
11.12.18: Dresden – Alter Schlachthof
12.12.18: Berlin – Astra Kulturhaus


Autorin: Anna Fliege / Photocredit: Caroline International