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„People“: The 1975 veröffentlichen den ersten Song aus ihrem kommenden Album und nutzen ihre Reichweite sinnvoll

„People“: The 1975 veröffentlichen den ersten Song aus ihrem kommenden Album und nutzen ihre Reichweite sinnvoll

„WAKE UP! WAKE UP! WAKE UP!“ Die „Notes On A Conditional Form“-Phase wurde soeben feierlich eingeleitet. The 1975 präsentieren mit „People“ ihre erste Single  aus dem kommenden, vierten Album (VÖ: 21.02.2020) live bei BBC Radio 1.  Zudem hat sich die Band aus Manchester auf den Plan gerufen, die Welt nicht nur mit ihrer Musik, sondern ebenso mit ihren Handlungen positiv zu beeinflussen.


Ein Artikel von Anna Fliege – Früher häufig unterschätzt oder in Schubladen gesteckt, sind The 1975 heute eine der wichtigsten Bands Englands. Spätestens seit „A Brief Inquiry Into Online Relationships“ im letzten November erschien, wurden selbst die größten Kritiker vom Gegenteil überzeugt. Doch auf ihren wohlverdienten Lorbeeren möchte sich die Band um Frontmann Matty Healy keineswegs. Schon im letzten Jahr kündigten sie das nun näherrückende Album an: Mit „Music for Cars“  präsentierten The 1975 ein Konzept-Ära, die sowohl aus „ABIIOR“ als auch aus „NOACF“ (ein hoch auf die gängigen Abkürzungen der Titel!) besteht.

Ursprünglich mal für den diesjährigen Sommer geplant, verschob sich das Release von „Notes On a Conditional Form“ nach hinten, um es in bekannter The 1975-Manier zu perfektionieren. Dafür nahm die Band auf ihrer massiven Amerika-Tour das Tonstudio einfachheitshalber einfach mit: Mobil und auf vier Rädern in einem Nightliner, um zwischen den Konzerten daran zu arbeiten.

Pünktlich zum Wochenende ihrer großen Headliner-Konzerte bei den heimischen Zwillingsfestivals Reading & Leeds – wobei Letzteres quasi ein Heimspiel für das aus Manchester stammende Quartett ist – veröffentlichen The 1975 heute die erste richtige Singleauskopplung. Die Konzerte am Samstag und Sonntag markieren die ersten Festival-Headliner-Konzerte der Band im eigenen Land.

People“ feierte soeben in Annie Mac’s Show „Future Sounds“ auf BBC Radio 1 seine Premiere. Der Song zeigt (wieder einmal) eine ganz neue Seite der Band. Synthesizer sucht man hier vergeblich, dafür gibt es schnelle, harte Punk-Gitarrenriffs und Matty Healys kratzige, laute Stimme. The 1975 machen dem ‚Rock‘ in ihrem Genre hiermit alle Ehre. Moshpits auf The 1975-Konzerten? YES PLEASE!

Well my generation wanna fuck Barack Obama, living in a sauna with legal marijuana“ – Wie schon mit Songs a lá „Love It If We Made It“ beweisen The 1975 jetzt erneut, dass auch ‚radiotaugliche‚ Indie-Rock-Bands hochpolitisch und gesellschaftskritisch sein können und dürfen.

Das passende Musikvideo, bei dem Frontmann Matty Healy Co-Regie führte, verbindet die ausgeklügelten Visuals der aktuellen Liveshows mit einer Hommage an Musikgrößen wie Ozzy Osbourne und Marylin Manson.


AND I KNOW IT SOUNDS BORING AND WE LIKE THINGS THAT ARE FUNNY
BUT WE NEED TO GET THIS IN OUR FUCKING HEADS
THE ECONOMY’S A GONER AND REPUBLICS‘ A BANANA
IGNORE IT IF YOU WANNA“



Bereits am 25. Juli erschien der Albumopener „The 1975„. Der eigentliche Klassiker – selber Song, jeweils passend abgewandelt zur Stimmung des jeweiligen Albums – wird zum vierten Mal das Album eröffnen. Doch statt des gewohnten „Go down, soft sound…“ ertönt nach einigen Sekunden die Stimme der 16-Jährigen schwedischen Umweltaktivistin Greta Thunberg. Ein bisher einmaliges Statement in der Musikbranche und ein beeindruckender Weg, die enorme Reichweite sinnvoll zu nutzen.

Die frühe Veröffentlichung des Tracks erklärte Dirty Hit-Gründer und The 1975-Manager Jamie Oborne folgendermaßen: „We weren’t even going to release it until the album came out, that was never the plan. […] After we met her in Stockholm and recorded it, we agreed it just wasn’t a statement that could wait six months to come out. It felt like that would’ve made it a vanity exercise.“

Im Guardian sagte Oborne, die Band arbeite kontinuierlich an ihren eigenen Schwachstellen. Auf Tour verzichte man auf Einweg-Plastik und auch die Produktion von Vinylplatten werde optimiert. „We’re not going to have touring worked out in six weeks because everything’s working against you, but we are going to have it sorted out in a period of time, and 50% is better than nothing.

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Der nächste, außergewöhnliche Schritt in Sachen Nachhaltigkeit läuten The 1975 an diesem Festival-Wochenende ein. Zum einen nutzen sie unverkaufte Merchandise-Kontingente, um diese mit den neuen, strahlend-gelben Motiven zu bedrucken. Außerdem geben sie Fans die Möglichkeit, beim Reading Festival ihren bereits gekauften Merch (unabhängig, ob von der Band selbst oder einem anderen Künstler) mitzubringen, um diesen von Ort bedrucken zu lassen – und das umsonst.

Nach einer ausgiebigen Festivaltour durch ganz Europa verriet Gitarrist Adam Hann vor nicht allzu langer Zeit, dass die langersehnte Europa-Tour zu Beginn des nächsten Jahres folgen würde:


Autorin: Anna Fliege / Photocredit: Mara Palena

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