Sie könnte als Beobachterin der Gegenwart und den Geschehnissen in ihrer und unserer aller gemeinsamen Umwelt bezeichnet werden. Dota Kehr meldet sich mit ihrer Band (bestehend aus Jan Rohrbach, Janis Görlich und Patrick Reising) und neuem Material zurück!

Dieses Material ist aber nicht einfach nur simples Songgut, sondern Worte aus dem gesellschaftlichen und politischen Geschehen.

„So viel Freiheit, ich bin überfordert, was mache ich daraus. Ich suche mir einen Yoga-Lehrer, der mir sagt, wann ich einatmen soll und wann aus.“ (aus „Die Freiheit“)

 

Mit „Die Freiheit“ via Kleingeldprinzessin Records (Broken Silence) melden sich Dota zurück und spiegeln mit jedem einzelnen Song den Nerv der Zeit wieder. In gewohnter lockerer Singer- /Songwritermanier eingehüllt in poppigen Soundgewölben singt die Berlinerin über politische Entwicklungen, Sexismusdebatten und dem alltäglichen Wahnsinn. So wird ihre Musik meistens in die Genre Jazz, Folk, Bossa Nova und Pop einsortiert, so findet sich dieses Mal auch der Elektroansatz wieder.

„Wir haben die Katastrophe kommen sehen und den Griff nach der Macht mit viel Witz kommentiert“ (aus „Raketenstart“)

 

14 Tracks, die jeder für sich stehen. Inhaltlich schwanger, aber leicht zu verfolgen und auf jeden Fall am Geschehen der Zeit, wie bei „Nackte Beine“ die Thematik der Sexismus-Debatte. Apropos Schwanger, Dota zeigen sich in ihren Texten nicht nur klar und vielleicht etwas pessimistischer. Nein, bei „Schwangere Frauen“ spielgelt ich ein deftiger Optimimus wieder, der an das Gute in der Zukunft glaubt. Was sich auf auf seine Art und Weise bei „Zwei im Bus“ fortsetzt, wo die Thematik des rassistischen Gedankenguts aufgefasst wird, sich die Fragen gestellt werden, wo fängt Diskriminierung bzw Rassismus schon an und ist es nicht manchmal total anstrengend und hemmend. Um genau dieses „Druck- und Erwartungsverhalten“ kann man sich dann bei „Drahtseil“ ein Bild machen.

Dota spiegeln in jedem einzelnen Song von „Die Freiheit“ ein Stück unserer Gesellschaft/en wieder und dies mit klaren Beobachtungen und einer gewissen Wortspritzigkeit! Die Liebe, das temporäre Sein und urbane Gedankengänge stets im Hinterkopf.


Autorin: Nina Paul