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PVRIS & „Use Me“: Tanzbare Schwermütigkeit

PVRIS & „Use Me“: Tanzbare Schwermütigkeit

Sechs Jahre ist es nun her, dass PVRIS ihr Debütalbum White Noise veröffentlicht haben. In diesen sechs Jahren hat sich die Band enorm gewandelt. Nach dem zweiten Longplayer All We Know Of Heaven, All We Need Of Hell wurde es ein wenig ruhiger um das jetzige Duo. Lynn Gunn, die Frontfrau der Band, hatte Probleme mit Ihrer Stimme. Sie kämpfte sich durch den langwierigen Heilungsprozess ihrer Stimmbänder und der daraus resultierenden Angst frei und unbefangen vor großen Mengen zu performen. Mit dem dritten Studioalbum tritt sie nun umso selbstbewusster in das Scheinwerferlicht. Lynn Gunn nimmt die Zügel in die Hand und erntet nun die Anerkennung für Ihre Arbeit als kreativer Kopf hinter der Band.

Ein Artikel von Lisa Bogowsky – Nachdem das ursprüngliche Veröffentlichungsdatum von Mai auf Juli geändert wurde, entschied sich die Band dazu den Release ein weiteres Mal zu verschieben.
Im Schatten der Corona Pandemie und angesichts der Black Lives Matter Proteste in den USA und weltweit gab es wichtigere Dinge zu promoten als das eigene Album, gaben die Musiker rund um Lynn Gunn auf Instagram bekannt.

Eine Woche vor der finalen Veröffentlichung gab es dann jeden Tag als kleinen Vorgeschmack Teaser Clips von noch unveröffentlichten Songs auf Instagram. Die Kommentare unter den Posts sind durchgehend positiv und voller Vorfreude.

Die 2019 veröffentlichte Hallucinations EP war bereits Vorbote für das am 28. Auguste erscheinende, dritte Studioalbum Use Me (via Warner Bros. Records). Obwohl die Band aus Massachusetts immer schon Tendenzen zu poppigem Rock aufgewiesen haben, ist Use Me definitiv der entscheidende Eisbrecher. Die Songs haben zwar den typische PVRIS Wiedererkennungswert und sind dennoch was ganz Neues und Unerwartetes.

Das Beste ist und bleibt wohl die Mischung aus fesselnden Melodien und treibenden Beats und die intimen und melancholischen Texte die aus der Feder von Lynn Gunn kommen. Das ist die Kunst, die PVRIS nur allzu gut beherrscht. Das Album ist nur noch eine weitere Bestätigung hierfür.

Auf Use Me finden sich erstaunlich viele tanzbare Songs wie Hallucinations, Death Of Me, Stay Gold und Gimme a Minute. Trotz der zum Nachdenken anregenden und der für PVRIS üblichen persönlichen Lyrics rund um Panikattacken, vergangene Liebe und psychischer Gesundheitsprobleme möchte man irgendwie einfach nur die Arme hochreißen, tanzen und laut mitsingen.

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Das Album hat natürlich auch ruhigere Momente.
Loveless ist DER Gänsehautmoment, ganz eng gefolgt von January Rain.

Lynn Gunn scheint mit diesem Album, sich und ihre Stimme wiedergefunden zu haben und teilt dies nun auch gerne mit Ihren treuen Anhängern. Use Me ist für mich jetzt schon ein Album, in das man sich immer wieder neu verliebt, mit täglich wechselnden Lieblingssongs die man in Dauerschleife laufen hat.

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