Now Reading
Québec This #3 – Neue Musik aus Montreal und Umgebung

Québec This #3 – Neue Musik aus Montreal und Umgebung

Gourmets oder Pancake-Junkies werden euch erzählen wollen, der beliebteste Export der kanadischen Provinz Québec sei Ahornsirup. Wir möchten an dieser Stelle vehement widersprechen: Québec und vor allem die größte Stadt in der französischsprachigen Provinz Montreal sind unserer Meinung nach wegen ihrer lebhaften Musikszene auf der ganzen Welt beliebt. Das fängt bei Arcade Fire an, geht über die mittlerweile in Deutschland lebenden Helden wie Chilly Gonzales bis hin zum Herz der Jazz-Szene: dem Festival International de Jazz de Montréal, was übrigens das größte und renommierteste Jazz-Festival der Welt ist. Dagegen stinkt doch – der allerdings wirklich sehr deliziöse – Ahornsirup ein wenig ab.

Wir haben euch ja schon mit zwei Samplern die Musik der Region schmackhaft gemacht, jetzt geht es in die dritte und letzte Runde. Für den bittersüßen Kick-off sorgt Sophia Bel mit „You’re Not Really A Ghost“, der wavige Gitarre mit einem Indie-Zuckerkick kredenzt. Schon beim fünften Album angelangt sind Plants and Animals, die seit über zwanzig Jahren gemeinsam Musik machen und in der Montrealer-Clubwelt einen geradezu legendären Ruf als formidable Live-Band haben. „Love That Boy“ vom aktuellen Album „The Jungle“ ist ein sphärischer Ritt, der ein wenig klingt, als wäre die Band in den 70ern auf einem echt guten Trip in einen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum gewankt und hätte hier einfach weitergespielt. Wild geht es bei Population II zu, ein junges Trio, dass Rock’n’Roll mit Freejazz zersägt und auf diese Weise Songs produziert, die mehr Haken schlagen als ein Feldhase auf der Flucht. Wer eher Musik für den Unterleib und den smooth groovenden queeren Gruppenkuschel sucht, dem legen wir „I Felt Love“ von Blue Hawaii ans Herz. Die übrigen vier Songs könnt ihr nun noch selbst für euch entdecken – was eh der bessere Weg ist, als dass wir euch hier weiter vollquasseln…

Sophia Bel – You’re Not Real You’re Just A Ghost

Sophia Bel ist schon immer ein bisschen aus der Masse herausgestochen. Die in den USA geborene und In Kanada aufgewachsene Sängerin und Produzentin ist fasziniert von der Vermischung von sauberem PopSongwriting und faszinierenden Klängen von Trip-Hop und Drum’n’Bass, die sie vorallem in den 00er Jahren geprägt hat. In der Schule trug sie schwarzen Nagellack und wurde zur Zielscheibe von Rüpeln, die ihr die Spitznamen wie „Emo“ und „Princess of the Dead“ einheimsten. Als Künstlerin verarbeitet sie Ihre Erfahrungen aus der Vergangenheit mit Authentizität und erfrischender Offenheit.

Plants and Animals – Love That Boy

Plants and Animals sind Nicolas Basque, Warren Spicer und Matthew Woodley. Die Drei machen schon seit 20 Jahren gemeinsam Musik. In den 00er Jahren waren sie wichtiger Teil der Montrealer Musik-Renaissance, als Sie für ihre wilde Live-Show bekannt wurden -und sie Sind es immer noch. Sie wurden für wichtige Preise nominiert, eröffneten für große Acts und spielten als Headliner auf der ganzen Welt.lhr fünftes Album heißt The Jungle. Es ist ihr kürzestes und ganz sicher ihr gewagtestes.

SUUNS – Fiction

SUUNS sind zukunftsorientiert. Neue Sounds, neue Techniken, neue Denkweisen; vor allem aber neue Umgebungen sind das Lebenselixier der Band. Ob In einem schwülen Studio in Dallas mit John Congelton, bei Selbstaufnahmen in Montreals geschichtsträchtigem Breakglass Studio oder bam Spielen von akustischen nstrumenten im Hotel 2 Tango – die Umgebung der Gruppe hatte immer einen unauslöschlichen Einfluss auf den Sound der Zukunft, die sich SUUNS gerade vorstellen.

Population Il – Introspection

Population Il ist ein junges Trio von Musikern, das Rock n‘ Roll, Free Jazz und lineare Rhythmen zu einem nuancenreichen Universum verschmilzt. Die Stücke der Band sind oft eine Mischung aus mehreren improvisierten Ideen unter dem Einfluss der Spontaneität. Sie tun, was Sie tun.

Marie Davidson & L’CEil Nu – Worst Comes To Worst

Marie Davidson, Pierre Guerineau und Asaél Robitaille sind ein Trio aus alten Freunden und langjährigen musikalischen Kollaborateuren, die Viele Dinge gemeinsam haben. Jeder von ihnen hat in der elektronischen Ecke der Musikindustrie Wellen geschlagen, aber sie sind auch Anhänger des klassischen Pop-Songwritings. Sie haben Marie Davidson & L’CEiI Nu gegründet, um diese musikalischen Gemeinsamheiten zu feiern. Wenn man L’CEiI Nu eine Stimmung zuweisen sollte, dann ist es die nach einer langen Nacht, wenn es Zeit ist, die Klassiker aufzulegen.

Misc – Mad

Zeitgenössischer Jazz mit verschiedensten Einflüssen, der sich eher auf den Gesamtzusammenhalt als auf individuelle Virtuosität konzentriert; das ist das Ziel des Trios Misc aus Montreal. Auch wenn die Musiker aus der Jazztradition kommen, sind sie eindeutig nicht darauf beschränkt. Sie flirten vor allem mit Pop, Rock und elektronischer Musik und verwenden eine breite Palette von Effekten, gesampelten Feldaufnahmen und Orchestrierungstricks in ihrer Arbeit.

See Also


Blue Hawaii – I Felt Love

Blue Hawaii gibt es seit einem Jahrzehnt und hat bis heute drei Alben und zwei EPS veröffentlicht. Das Duo, bestehend aus Ra und Ag, hat sich bei Partys und Shows In Montreal kennengelernt und macht weiterhin gemeinsam Musik, obwohl sie in verschiedenen Städten leben – aufgeteilt zwischen Montreal und Berlin

T DJ – Lalala (Want Somebody)

TDJ (Terrain de Jeux), Geneviéves zweites musikalisches Projekt, ist aus ihrer Affinität zum Nachtleben geboren – Sie navigiert zwischen den Raves und Clubs von Montreal, während Sie in die Unabhängigkeit der Erwachsenen übergeht. Ähnlich wie sie die Musik von RYAN Playground um frühe Pop/Punk Kindheitserinnerungen herum formt, sucht Geneviéve die Inspiration für T DJ in ihren jüngsten Erinnerungen an elektronische Tanzmusik, ausgedrückt als moderne Neuinterpretation klassischer Trance-Muster und Klänge.

Scroll To Top
Translate »