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RⱯHM ⚉ und „tree in the sidewalk“: Gegen das Sich-furchtbar-fühlen

RⱯHM ⚉ und „tree in the sidewalk“: Gegen das Sich-furchtbar-fühlen

Hohe Stimme, Klavierloops und clever arrangierte Beats, die das Ganze zu einem Gänsehaut-Track werden lassen? Wer jetzt an die großen Namen denkt, darf sich überraschen lassen.

Jeder kennt die „Soll ich dir mal süße Hundewelpen in meinem Truck zeigen?„-Masche. Das funktioniert bei mir in 10/10 Fällen, wenn jemand schreibt: „klingt wie Bon Iver und James Blake„. Da lasse ich alles stehen und liegen, schalte mein rationales Denken ab und stürze mich kopfüber uns Ungewisse.

Im Fall von Rahm wurde ich zum Glück weder enttäuscht noch verschleppt. Sondern ganz im Gegenteil positiv überrascht! Mit seiner neuen Single „tree in a sidewalk“ schenkt er uns ein Loblied an die Macht des Sich-nicht-furchtbar-Fühlens. Ja, selbst wenn eigentlich alles ziemlich schrecklich und der orangene Irre immer noch Präsident der USA ist.

In unserem Gehirn kreisen abertausende Gedanken. Die ganz Persönlichen. Die Familiären und Freundschaftlichen. Und die Weltlichen und Gesellschaftlichen, gerade mehr denn je. Zurecht fragt der Künstler zu Beginn des Tracks: „What can ya do with all those thoughts?„. Aber es ist nicht aussichtslos. Rahm selbst erzählt:

Ich geb zu, es ist einfach, die Welt zu hassen. Mir geht es die ganze Zeit so – ich seh, wie alles einfach 100% abgefuckt ist und heul Rotz und Wasser aus meinen kleinen privilegierten weißen Augen. Ich dachte lange, dass das der einzig rationale Weg wäre, zu existieren. Aber plot twist: Manchmal sieht man etwas wie eine mikrige kleine Ulme, die in irgendeiner leeren Partystadt Amerikas auf einem Parkplatz durch einen rostigen alten Gullideckel wächst und bemerkt, dass nicht alles komplett hoffnungslos ist. Stell dir das mal vor, ich hab mich darüber mit einer für mich besonderen Person unterhalten, die das anders sah – dieses Lied handelt von dieser Unterhaltung.

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So ist „tree in the sidewalk“ ein musikalischer Post-It daran, dass nicht alles komplett beschissen ist. Und zudem ein wirklich genialer Track, dem man nach seinem Ende gleich ein zweites Mal hören will, um die vielen Kleinigkeiten, die dem Song sein Volumen verschaffen, noch besser erkunden zu können.

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