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Reflektierter Sound in Perfektion: „Remind Me Tomorrow“ von Sharon Van Etten

Reflektierter Sound in Perfektion: „Remind Me Tomorrow“ von Sharon Van Etten

Irgendwie neu, irgendwie altbewährt, irgendwie eine der besten Überraschungen für das noch junge Jahr 2019 – Sharon Van Etten meldet sich mit neuem Material zurück und veröffentlicht ihr neues Album „Remind Me Tomorrow“ via Jagjaguwar (Cargo Records)!


Ein Artikel von Nina Paul – Vier Jahre sind seit ihrem letzten und hochgeschätzten Werk “Are We There” vergangen und viel ist zwischenzeitlich geschehen. So studierte die Amerikanerin in der Zeit Psychologie, wurde Mutter und ergatterte eine Rolle in der Netflix-Serie „The OA“. Zudem spielte sie mehrere Songs ein bzw kreierte mit an der Filmmusik bei verschiedenen Leinwandproduktionen. Und dann hat die Gute eben noch nebenbei an ihrem neuem Album gewerkelt.

„Remind Me Tomorrow“ ist kein Comeback, obwohl die Erstveröffentlichung aus diesem „Comeback Kid“ ist, sondern es ist eine Art neue Sharon Van Etten. Vorher wurde ihr Sound vor allem durch Indie-Folk-Rock geprägt, so zeigt sie auf ihrem neuen Werk, dass sie Poppiger, Elektronischer aber auch Härter kann.

Dunkle Pianoklänge und das Album wird mit „I Told You Everything“ eröffnet. Sie erzählt hier wirklich alles, persönlich und nah. Für mich der perfekte Einsteig in ein sehr reflektiertes Album.
 

„I told you everything about my first time, I told you everything, no changing your eyes, I told you everything, no changing my mind“

 
10 Songs führen einen von da an musikalisch wandelnd durch das Gesamtwerk. Es sind persönliche Texte und Erfahrungen und irgendwie erscheint es so, als ob Sharon Van Etten aus ihrem Schatten springt und jeder ihrer Sings ihr eine Herzensangelegenheit wurde.

Mit „Seventeen“ reflektiert sie ihre Beziehung zu ihrem jünderen Ich. In einer Art Liebeserklärung verteilt sie ihre Worte an sich.
 

„Sure of what I´ve lived and have known, I see you so uncomfortably alone, I wish I could show you how much you´ve grown“

 
Mehr elektronische, poppige und spacige Töne finden sich bei „Jupiter 4“ wieder. So spürt man den Hauch vom Sound von Portishead mitwehen, und in jeder einzelnen Textzeile die volle Liebe durch Worte wie: „I´ve been waiting, waiting, waiting my whole life. For someone like you. It´s true that everyone would like to have met. A love so real“.

Die Frage nach dem Sein, wie man geworden ist, wer man ist, zieht sich wie ein roter Faden durch „Remind Me Tomorrow“. Das Spiel mit dem Schatten spiegelt wieder, wie reflektiert Sharon Van Etten sich an jeden einzelnen Song begeben hat, wodurch alles sehr nah wirkt.

Mit ihrem aktuellen Album „Remind Me Tomorrow“ zeigt Sharon van Etten das sie sich weiterentwickelt hat und dieses lässt sich in ihren Texten und vor allem im Sound wiederfinden. Das Piano ist da ein stetiger Begleiter, welches durch mit den neuen Tönen eine perfekte Symbiose eingeht.

See Also

Sharon Van Etten ist zurück – Sie ist mehr als ein „Comeback Kid“, sie schafft Bilder, Gefühle und dies alles in ihrer einzigartigen Art und Weise Musik zu kreieren!



02.04.19 – Luxor (Köln)
03.04.19 – Strom (München)
05.04.19 – Lido (Berlin)
06.04.19 – Hamburg (Grünspan)


Foto: Ryan Pfluger

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