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Roosevelt und „Young Romance“: Es bleibt spannend

Roosevelt und „Young Romance“: Es bleibt spannend

Als Marius Lauber vor rund zwei Jahren das Album „Roosevelt“ unter dem gleichnamigen Alias veröffentlichte, tanzte die gesamte Welt plötzlich in einem neuen Takt. Aus einer niederrheinischen Kleinstadt stammend verwirklichte sich der ehemalige Drummer einer Indieband neu. Roosevelt, das ist Gute Laune-Electro, ohne dabei in eine gerade so angesagt wie unangenehme EDM-Richtung abzurutschen oder an Klasse zu verlieren. Das mag auch daran liegen, dass Roosevelt eine Liveband sind und nicht nur ein Knöpfchen drückender DJ hinter der Mauer des Pultes.

Nun, nachdem Marius aka Roosevelt mit seinem ersten Geniestreich die ganze Welt bereist und zum euphorischen Tanzen verleitet hat, folgt mit „Young Romance“ sein zweites Album und so die Manifestation seiner Erfolgssträhne. Der unverkennbare Roosevelt-Sound, der sich bereits früh andeutete, legitimiert sich auf der Länge von 12 neuen Songs –  die starken Gitarrenriffs, melodische Synthieklänge, die tempogebendenen Drums und Marius delikate Stimme formen in Kombination eine Art Filter Bubble, die auch an den verregnetsten Tagen für etwas Sorgenlosigkeit sorgen.

Die außergewöhnliche Stilmischung, die wohl am ehesten an Hot Chip erinnern, nehmen den aufmerksamen Hörer mit auf eine Zeitreise: Hier dominiert mal der 70er-Groove, dort spielt sich der 80er-Sound in den Vordergrund und ab und an klingen die Stücke, „Illusions“ wie etwas an den frühen 2000ern, nur besser.

And I can’t hold back this feeling
Am I losing my control?
Let me know if you still mean it
Give your body and your soul

Mit der Vorabsingle „Under the Sun“ brachte Roosevelt schon zu Beginn der „Young Romance“-Ära einen Song an die Oberfläche, der sich nicht nur „hitverdächtig“ schimpfen dürfte, sondern obendrein das perfekte Hybridprodukt ist: Ein Song, der ebenso radiotauglich wie klubfunktional ist, der jedes Produkt in einer Hochglanzwerbeproduktion bewerben könnte oder einfach der perfekte Roadtripsong ist.

„Young Romance“ klingt nach Herzklopfen in all seinen Facetten und ist der simple Beweis dafür, dass Roosevelt kein One-Hit-Wonder-Junge, sondern einer der spannendsten Künstler und Produzenten der Dekade ist. Es macht Spaß, Marius Lauber bei seiner (Weiter-)Entwicklung zuzuhören. Manchmal müssen die grandiosesten Köpfe der Szene eben nicht aus den internationalen Metropolen der Welt stammen, um das nötige Potential für frischen Wind mitzubringen.

See Also


ROOSEVELT live

22.10.18 – Hamburg – Uebel & Gefährlich
23.10.18 – Köln – Live Music Hall
24.10.18 – Berlin – Astra
25.10.18 – München – Muffathalle
27.10.18 – Wien – Flex
28.10.18 – Zürich – Mascotte



Autorin: Anna Fliege / Photocredit: David East

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