Nachdem 2016 mit ‚Long Walk Home‘ ein wunderbar smoothes Album erschien, das uns die Vibes der 60er und 70er näherbrachte und zurecht international gefeiert wurde, melden sich Scenic Route To Alaska nun endlich mit neuem Material zurück.

Tough Luck erscheint am 09.03 und schlägt eine völlig andere Richtung ein, ohne den unverkennbaren Sound der Band zu untergraben.

Der Stil ist rougher, die Beats dezent härter und der Gesamteindruck versetzt uns in die guten alten 90s die von Indie, Garagen-Rock und Bandraum-Exzessen geprägt waren. Scenic Route To Alaska probieren sich aus, verlieren aber auf diesem Weg nicht ihre Persönlichkeit.

Die 10 Titel sind subtil melodramatisch, erzählen uns Geschichten aus dem wahren Leben, holen uns ab und nehmen uns mit auf ein Abenteuer. Was an der einen oder anderen Stelle theatralisch wirkt, wird durch clevere Texte ausgeglichen und verleiht dem Album Stärke und Charakter. Fast spielerisch gelingt der Spagat zwischen schwermütigen Themen und erfrischender Leichtigkeit.

Lead-Sänger Trevor legt sich komplett in jeden Song und überzeugt stimmlich auf ganzer Linie. Gitarrenriffs und perfekt inszenierte Drums, stellen das Talent des Trios auf eindrucksvolle Weise heraus. Man hört gerne zu, man erlebt und genießt und wird mit jedem Song aufs Neue überrascht.

Scenic Route To Alaska wirken geerdet und authentisch. Es ist feine, handgemachte Musik mit liebe zum Detail. Obwohl das Album eine neue Richtung einschlägt, finden sich viele Eigenheiten und gewohnt geliebte Muster in den Songs wieder.

Wie es sich für echte Rocker gehört, finden wir keine wirkliche Ballade unter der Titelauswahl, was dem Gesamtkunstwerk ‚Tough Luck‘ aber keineswegs schadet. Eher im Gegenteil wirkt der rote Faden, der sich durch das Album zieht wie eine Liebeserklärung ans Genre.

Dennoch oder gerade weil die Begeisterung für die Band so außerordentlich ist, wünscht man sich an der einen oder anderen Stelle ein wenig mehr Mut. Den Mut, Grenzen zu überschreiten, zu übertrieben, ein Statement zu setzen und sich nicht auf den Lorbeeren des Vorgängers auszuruhen, wenngleich das Album für sich spricht. ‚Long Walk Home‘ war ein außergewöhnliches Werk, ‚Tough Luck‘ ist der charmante Versuch, ganze zwei Jahre später erneut auf der selben Welle zu reiten.



Wer diese außergewöhnliche Band gerne performen sehen möchte, hat dieses Frühjahr die Chance dazu:

SCENIC ROUTE TO ALASKA – LIVE

12.05. Mainz – Schon Schön
13.05. Haldern – Pop Bar
16.05. Berlin – Musik & Frieden
18.05. Köln – Blue Shell
22.05. Hannover – Café Glocksee
25.05. Stuttgart – Keller Klub
27.05. CH – Aarau – Tuchlaube


Autor: Dominik Huttner Foto: Michael Johnny Carson Kuby | https://www.facebook.com/MJCKuby

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