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SEA GIRLS & „Open Up Your Head“: Emotionaler Feel-Good-Indie

SEA GIRLS & „Open Up Your Head“: Emotionaler Feel-Good-Indie

Es gibt wohl kaum eine bessere Zeit für einen Stern am Indie-Himmel als während eines Perseiden-Meteor-Regens sein Debütalbum zu veröffentlichen.

Ein Artikel von Theresa Liebel – Nachdem das Londoner Quartett SEA GIRLS seit ihrer ersten Single „Call Me Out“ (2017) – die direkt von Annie Mac als Hottest Record In The World vorgestellt wurde – konsistent weitere Hit-Singles und EPs rausbrachten, ist es jetzt Zeit für das heißersehnte erste Album der Band, „Open Up Your Head“. Auch wenn das gleichnamige Lied von 2019 nicht auf der Tracklist zu sehen ist, findet man eine gute Mischung aus bereits bekannten und beliebten SEA GIRLS Liedern und neuen Songs, die auf gar keinen Fall weniger als dem entsprechen, was man durch die bereits veröffentlichten Singles versprochen bekommen hat.

In einem Interview mit dem NME-Magazin erzählt Frontsänger Henry Camamile, dass er mit einer Kopfverletzung und seiner psychischen Gesundheit zu kämpfen hatte.

Der Titel soll reflektieren, wie er versucht hat dieses innere Ringen beim Schreiben auf das Album zu projizieren und zu verdeutlichen. Er schreibt offener als zuvor und zeigt sich verletzlich. Das kann man in den Lyrics deutlich erkennen, die Texte sind brutal ehrlich und teilweise etwas düster. Im Kontrast dazu stehen die eher leichteren, packenden und eingängigen Melodien, bei denen definitiv Ohrwurm-Gefahr besteht. Top Beispiele dafür sind „Do You Really Wanna Know?“ und „Lie To Me“, die zwar extrem einfach in den Gehörgang gehen, sobald man sich aber die Texte näher ansieht, ein zumindest leichtes Gewicht bekommen.

Andere Highlights des Albums sind die emotionale Piano-Ballade „You Over Anyone“, die eher untypisch für die Briten ist, aber eindeutig auch eine erfrischende Abwechslung, und „Shake This Feeling“, ein Track der einem ein nahezu euphorisches Gefühl gibt.

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Alles in allem lässt sich sagen, dass die Jungs in keinster Weise enttäuscht haben. „Open Up Your Head“ ist ein Album, das trotz viel Konkurrenz in der Szene positiv heraussticht. Man merkt deutlich, dass in jedem einzelnem Song Herzblut steckt. Und auch wenn dieses Jahr die meisten Events und Konzerte leider ausgefallen sind, wenn man die Augen schließt und die 14 Lieder dieses Records abspielt, kommt ein gewisses Maß an Festival-Feeling auf.

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