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Snow Patrol & „Wildness“: Wenn sich Warten auszahlt

Snow Patrol & „Wildness“: Wenn sich Warten auszahlt

Eigentlich wäre diese Review bereits vor zwei Jahren erschienen, doch man versetzte uns. Bereits 2015 befanden sich Snow Patrol im Studio. Nun endlich feiern wir die Veröffentlichung ihres siebten Studioalbums „Wildness„. Haben sich die 7 Jahre, die seit „Fallen Empires“ vergangen sind, wirklich zu Warten gelohnt? Ja.

Eine erfreuliche Nachricht zu Beginn: Snow Patrol sind immer noch die Band, in die wir uns im Laufe ihrer 25-Jährigen Bandgeschichte an irgendeinem Punkt verliebt haben. Kein Imagewechsel, keine wilden Experimente, nur den Ausstieg des Keyboarders Tom Simpson im Jahr 2013 mussten wir verkraften. Ansonsten klingen Snow Patrol immer noch beruhigend stark nach Snow Patrol.

„Can you heal me baby? I’ve been wasted in the arms of everyone. I wasn’t looking for you but I think maybe I was and didn’t know.“

Wir hätten hitverdächtige Songs wie die wundervolle Liebeserklärung „Heal Me“ oder „Empress„. Die typischen Gitarrenriffs, Gary Lightbodys unverwechselbare Stimme und dieses außergewöhnliche Talent, den Hörer emotional werden zu lassen. Ja, auch mit „Wildness“ treffen sie wieder mitten ins Herz, ohne das vorher groß anzukündigen oder pathetisch zu klingen. Willkommen inmitten der Suche nach einem tieferen Sinn, der Suche nach sich selbst.

„Ich glaube, dass es unser erstes Album ist, bei dem ich nicht einfach eine Reihe von Fragen gestellt habe. Dieses Mal wollte ich es nicht dabei belassen, sondern wirklich herausfinden, weshalb ich so unglücklich war, weshalb ich mich so fehl am Platz fühlte, und woher diese ganzen Ängste kamen“ sagt Lightbody. „Wildness“ ist ein überaus persönliches Album, in denen der der nordirische Sänger die letzten Jahre, familiäre Schicksalsschläge und den steinigen Weg der eigenen Person verarbeitet.

But on the streets you can see them gathering and in your heart you know they feel like you do.

In Sachen Emotionen setzt „What If This Is All The Love You Ever Get?“ nochmal ganz neue Maßstäbe. Das Duett aus Klavier und Gary Lightbody sorgt nach wenigen Zeilen für einen Kloß im Hals, der in den fast 4 Minuten auch nicht verschwinden mag.

Wildness“ gleicht einer Achterbahnfahrt. Nicht etwa was die Qualität angeht, Band und Produzent Jacknife Lee bekräftigen den langen Werdegang des Albums mit hochwertig produzierten, facettenreichen Songs, wie man sie in der schnelllebigen Zeit nur noch selten zu hören bekommt. Nein, vielmehr eine Achterbahnfahrt der Emotionen. Im einen Moment tanzt man ausgelassen zu den treibenden Beats, im nächsten Moment setzt die Nachdenklichkeit ein, um bald wieder von einem Euphorieschub abgelöst zu werden.

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Autorin: Anna Fliege / Photocredit: Simon Lipman at European Space Agency

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