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Sports Team & „Deep Down Happy“: Mit chaotischer Energie zur Gitarrenrevolution

Sports Team & „Deep Down Happy“: Mit chaotischer Energie zur Gitarrenrevolution

Wenn wir eins wissen, dann, dass 2020 nichts nach Plan läuft. Zwischen globalen Pandemien & Protesten, UFOs und Meteoriden, wäre es doch eigentlich auch an der Zeit für eine Rückkehr der Gitarrenmusik. Ein verblasstes Genre, das im letzten Jahrzehnt zur Randerscheinung wurde. Sports Team aus Großbritannien legen mit ihrem Debütalbum „Deep Down Happy“ einen gelungen Grundstein.


Ein Artikel von Anna Fliege – Al, Alex, Benjamin, Oliver, Robert und Rob lernten sich in Cambridge an der Universität kennen, gründeten die Band Sports Team und zogen schließlich gemeinsam in ein Haus am Londoner Stadtrand. Berufliches von Privatem trennen? Fehlanzeige. Aber vielleicht ist genau das das Geheimrezept der sechs-köpfigen Band. Chaotische Energie en masse, die sich auf „Deep Down Happy“ in jedem der 12 Tracks widerspiegelt.

Wer die Philosophie von Sports Team kennenlernen möchte, findet im Opener „Lander“ die perfekte Anlaufstelle. Denn statt langsam, sachte an das Album heranzuführen, schubst es einen mitten rein. Da kribbelt es beim Hören unweigerlich in den Beinen, man möchte umherspringen, ineinander taumeln, zur kurzen Erfrischung ein teures Plastikbecherbier an der Bar in sich hineinschütten, bevor es zurück auf die Tanzfläche geht.

Siebringen die besten Elemente aus Indie- und Punk-Rock zusammen, klingen damit automatisch ein bisschen nostalgisch. Ein bisschen nach Fernweh und Sehnsucht, wenn man (wie ich) ein großer England-Fan ist. Vor allem aber klingt „Deep Down Happy“ nach Hoffnungsschimmer. Wir werden selbst die herzschmerzigsten Songs von dynamischen Gitarren getragen, Sorgen in energische Metaphern gebettet.



So nutzen sie Ashton Kutcher als Metapher für eine verblassende Liebe („I just wanted to be your mid-noughties MTV star„) und kommentieren den kläglichen Versuch, diese Liebe zu retten, in „Long Hot Summer“ mit einer meiner Lieblingszeilen: „I can’t fix this / Oh love needs glue but you bring Pritt stick„.

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Deep Down Happy“ ist ein musikalisches Schwimmen gegen den Strom, dem man sich nur zu gerne anschließen möchte. Eine Erinnerung an unbeschwerte, durchtanzte Abende und das Versprechen, dass es irgendwann weitergeht. Denn wenn Sports Team es nicht schaffen, das Verlangen nach verschwitzten Klubkonzerten zu entfachen, sollte man das Debüt dringend noch ein zweites Mal hören!


UNSER INTERVIEW MIT AL GREENWOOD VON SPORTS TEAM LEST IHR HIER.



Autorin: Anna Fliege / Photocredit: Universal Music

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