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Starkes Singer-Songwriter Debüt: Dan Owen & „Stay Awake with Me“

Starkes Singer-Songwriter Debüt: Dan Owen & „Stay Awake with Me“

*Manche Menschen bezeichnet man als alte Seele, weil in ihnen eine Weisheit steckt, die weit über ihre tatsächlichen Lebensjahre hinausgeht.

Dan Owen ist so ein Fall: Der Singer-Songwriter ist 26 Jahre alt, singt aber Songs von einer Tiefe, als hätte er schon ein ganzes Leben gelebt – und das obendrein mit einer Stimme, die es einem heiß und kalt den Rücken herunterlaufen lässt, so viel Seele, Raubeinigkeit und Kraft steckt in ihr.

All das beinhaltet auch die packende Single „Icarus“, in der Dan Owen das Thema Drogenmissbrauch mit dem Flug der Mythengestalt gleichsetzt, die der Sonne zu nah kam und abstürzte:*


Too close to the sun
Too messed up to change
Breaking into pieces
Going down in flames

 

Kommenden Freitag erscheint nun also endlich das langersehnte Debütalbum des Briten. Ein Album, dem man schon mit dem ersten Song verfällt. Es ist eine Komposition, die so ausgeglichen und reif wirkt, dass man hinter „Stay Awake with Me“ nicht das Debütalbum eines Mittzwanzigers erwarten würde.

Ist es dieser Singer-Songwriter Charme, der die Songs so angenehm hörbar macht? Der Kleinstadt-Folk, der sich von der Masse abhebt und plötzlich so mächtig und vollkommen ist?

Dan Owen ist mit Sicherheit nicht die Neuerfindung des Genres, viel zu häufig haben wir vergleichbares bereits von anderen Künstler gehört. Und dennoch kauft man ihm seine Reinheit, die Unschuld und Unbekümmertheit in seinen Songs ab. Es wirkt so spielerisch, so mühelos und authentisch. Jede Zeile macht Sinn und jedes Wort fügt seinen Teil zum roten Faden des Albums bei.


When I’m not afraid to climb
That’s when I’ll let go
And fall like a feather, slow

 

Immer wieder wechseln sich ruhige Songs mit energiegeladenen Titeln ab und lassen so keine Monotonie aufkommen, die besonders Debütalben häufig gefährdet. Dan Owen bricht das Eis und geht aufs Ganze. In „Hideaway“ beispielsweise setzt er alles auf eine Karte, lässt den braven Singer-Songwriter beiseite und rockt für dreieinhalb Minuten in überzeugender Manier einen der stärksten Songs, nur um direkt im Anschluss zu „Hand That You Hold“ wieder ruhiger und besonnener zum Klavier zu singen.

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Es ist irgendwie erfrischend. Ein bisschen vorhersehbar, aber keinesfalls langweilig. Man bekommt was man erwartet und kauft nicht die Katze im Sack. Ein Album, das durchaus Potential hat. aus einem Newcomer einen erstzunehmenden Musiker zu machen, von dem wir auch in den nächsten Jahren noch einiges erwarten dürfen.

Für Fans von:George Ezra, Lewis Capaldi, Kaleo, Welshly Arms


DAN OWEN live

09.09.2018 Köln – Artheater
12.09.2018 Berlin – Privatclub
18.09.2018 München – Kranhalle
21.09.2018 Mannheim – Kulturbrücken Jungbusch



*Presse und Foto: FKP Scorpio Autor: Dominik Huttner

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