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Stimmungsaufbau in Perfektion bei José González & The String Theory

Stimmungsaufbau in Perfektion bei José González & The String Theory

Es ist schon beeindruckend, was an diesem Abend auf der Bühne der Live Music Hall vor sich geht.

Denn heute tritt nicht ein Künstler allein in der Kölner Halle auf, sonder insgesamt 26 Musiker – der Sänger José González und das 25-köpfige Künstlerkollektiv The String Theory. 2011 kreuzten sich die Wege des Orchester und des schwedischen Künstlers mit argentinischen Wurzeln bereits bei der ersten gemeinsamen Europa-Tour. Das Projekt, bei dem die Komponisten PC Nackt, Ben Lauber und Nils Tegen elf Songs von José González neu zusammensetzten, fand bereits vor sieben Jahren großen Anklang und sorgte für durchweg ausverkaufte Hallen.

José González, der bekannt ist für seine sanfte, gefühlvolle Musik, begleitet von Gitarrenklängen und die modern interpretierte, klassische Musik des Künstlerkollektivs The String Theory schaffen im Zusammenspiel ein einzigartiges Schauspiel. Am Abend des 19. Septembers 2018 ist es deswegen kein Wunder, dass sich der Raum der Kölner Live Music Hall nach und nach bis in die letzte Ecke füllt. Dass der kommende Auftritt trotz der Masse an Menschen einen intimen, familiären Charakter hat, spricht für das Projekt um José González & The String Theory.

Um 20:15 Uhr betreten die Musiker nacheinander die Bühne, welche von Musikinstrumenten, Stühlen und Instrumentenständer belagert ist. Im Zentrum des Orchesters sitzt José González mit Gitarre. Neben Ihm steht an diesem Abend der Dirigent PC Nackt, der das Kollektiv energiegeladen durch den Abend leitet. Die Stücke, die zu Anfang gespielt werden, beginnen noch ganz zart, sind schön und bewegend und zaubern eine träumerische Stimmung. Das Publikum ist fokussiert auf das Bühnengeschehen, kein einziger Mensch zückt sein Handy um Fotos zu machen, jeder lauscht wie gebannt der Musik. González kündigt danach den Song “The Forest” an, ein emotionales Stück mit dem Thema Zeitgeist, der von dem Lauf der Dinge handelt.

“Why didn’t you tell / Why didn’t I know / Landscapes blurred by rain / Mountains covered in snow”


Von der noch spärlich beleuchteten Bühne tönt die klangvolle Stimme des Künstlers gepaart mit den bewegenden Sounds des Orchesters und das Publikum in der Live Music Hall ist komplett still. Das, was heute Abend auf der Bühne stattfindet, ist kein Konzert, das ist ein bis ins kleinste Detail durchgeplante Meisterwerk und Stimmungsaufbau in Perfektion.

Nach den langsameren Stücken zeigen sich die Musiker mit “Let It Carry You” von einer anderen Seite. Das Stück legt an Tempo zu und bringt die Menschen langsam zum Tanzen. “Stories We Built, Stories We Tell” überzeugt mit elektronischen Einflüssen, und als The String Theorie im Einklang aufstehen und im Takt klatschend mitsingen, ist die Stimmung auf dem Höhepunkt. “Teardrops” ist der vorerst letzte Song, bevor die 26 Künstler um 21:30 Uhr die Bühne unter lautem Applaus verlassen. Die Halle tobt und schreit nach Zugabe, welche Sie in Form von weiteren 30 Minuten Spielzeit bekommen soll.

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“I see problems down the line / I know that I’m right /Don’t let the darkness eat you up”


José González & The String Theory betreten ein letztes Mal die Kölner Bühne und sorgen mit “Down The Line”, einem schnellen, tanzbaren Stück für einen Gänsehautmoment. Um 22 Uhr verlassen Sie unter lautem Applaus tanzend die Bühne. Dieser Abend scheint eine Bereicherung gewesen zu sein – für das Publikum und die Musiker.


Autorin und Foto: Lisa Schulz

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