Ein hölzernes Knarzen und ein leichtes Gitarrenspiel. Surmas Reise durch die 5 Songs ihrer selbstbetitelten EP beginnt. Mysteriös, künstlerisch und einfach anders – Surma überrascht, verzaubert und entspannt!


Ein Artikel von Nina Paul – Débora Umbelino, gerade mal 24 Jahre alt und besser bekannt als die One-Woman Band Surma, veröffentlicht mit „Surma“ (via Omnichord Records) ihrer neue EP. Aber dieses Werk ist nicht einfach nur eine EP. Der Anschein einer ausgeklügelten Sammlung ihrer fünf besten Tracks schwebt mit. Jeder einzelne Song ist jedem, der die Portugiesin schon mal live erlebt hat bekannt. Somit ist es eine grandiose Fortsetzung ihres Debütalbums „Antwerpen“.

Die studierte Musikerin (unter anderem Kontrabass und Gitarre) ordnet ihre Musik im Noise und Experimantal Genre ein. Elemente von Postrock, Ambiente, Dream Pop und Avant Garde spielen sich zudem da noch mit ein. Parallel zur Veröffentlichung der EP hat Surma auch gerade ihre erste Asientour gestartet.

Wenn Surma eines kann, dann mit ihrer Musik ihre Zuhörer zu verzaubern und zum Staunen zu bringen. Live zeigt sie sich sehr universell und so findet man sie mal an der Gitarre, mal am Synthesizer, Loop-Stationen und eben am Mikro. Dieses dann auch noch irgendwie alles gleichzeitig!

Eine verträumte Leichtigkeit erfüllt sich im Ohr, wenn man zu den einzelnen Liedern der Portugiesin lauscht. Eine leicht kindliche und fragile Stimme steuert zu der Atmosphäre bei. Die musikalischen Einflüsse wie Björk oder Sigur Rós sind erkennbar, vor allem aber das Spiel mit der mystischen Stimmung. „Yellowing Ivories“ eröffnet genau mit diesem knarzenden Geräusch und dem verträumten Gitarrenspiel die EP. Ein Cover der anderen Art gibt es mit „Just So“. Im Original von Agnes Obel ist das Grundgebilde leicht zu erkennen, doch hat Surma dick ihren Stempel auf den Song gedrückt und so damit eine ganz besondere Stimmung kreiert. Eher ruhig und leicht ist die erste Vorabsingle „Wanna Be Basquiat„ von der EP so ganz anders. Härter in der musikalischen Umsetzung und Gesang, basslastiger und schneller wird so von der jungen Musikerin eine spezielle musikalische Ästhetik erschafft. Mit „La Rimbaud“ und „Ingibjörg“ zeigt sich diese vertonte Spezialität in seiner ganzen Perfektion.

Was sich mit ihrem Debüt „Antwerpen“, dem Erfolg und den folgenden Live-Auftritten ankündigte, wird durch die neue EP in neuem Schwung gebracht. Künstlerisch, geheimnisvoll und mysteriös wie ihre Vorwerke zeigt uns Surma mit ihrem neuen Werk, dass „Surma“ mehr als Surma ist, es ist einfach der Start einer Reise, welche hoffentlich noch viele neue Soundkreationen hervorbringt!


Foto: Joana Cesar