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Swain veröffentlichen mit „But Then What?“ ihre zweite Vorabsingle zum neuen Album „Negative Space“

Swain veröffentlichen mit „But Then What?“ ihre zweite Vorabsingle zum neuen Album „Negative Space“

Ihr neues Album „Negative Space“ erscheint am 26. Juli. um die Spannung auf den langersehnten neuen Swain-Tonträger zu erhöhen, erscheint nun mit „But Then What?“ die zweite Singleauskopplung des außergewöhnlichen Vierergespanns.


Wer voranschreiten will, muss reflektieren können. Auf ihrer neuen Platte nehmen sich die ehemaligen Hardcore-Punks Swain diese Prämisse zu Herzen und verwandeln den kompromisslos aggressiven Sound ihrer Anfangstage in ein introvertiertes Gefühlswerk aus mysteriös tänzelnden Harmonien und mannigfaltigen Klangfarben.

Diesen Stilwandel vollführt die Band dabei nicht in totaler Negation ihrer Vergangenheit, sondern schafft im Gegenteil eine Platte, die klar durch ihre schmerzvolle Vorgeschichte bedingt ist. Die Einflüsse? Die sphärischen Momente von Radiohead – untersetzt mit dem sperrigen Charme von Sebadoh – das alles vorgetragen mit einer chamäleonhaftigen Wandelbarkeit, wie sie zuletzt Title Fight anzubieten hatten.

Negative Space“ ist die Hoffnung nach einer langen Periode des Selbsthasses und ein dringend notwendiger Lichtblick in Zeiten, in denen Billie Eilish oder Xxxtentacion mit Texten über Depression und Suizid die Charts dominieren und wie ein Spiegelbild für eine Generation stehen, die von Zweifeln und Orientierungslosigkeit beherrscht ist.



Der Sound bleibt in seiner Radikalität kein Selbstzweck, sondern spiegelt prägnant die lyrische Grundlage von „Negative Space“ wider. Nachdem sich Swains vergangene Alben durch verzweifelte Wut und Selbsthass ausgedrückt hatten, driftet ihre neue Platte zu einem positiven Wendepunkt der eigenen Akzeptanz. In „Same Things“, auf dem Touché-Amoré-Sänger Jeremy Bolm als Gast zu hören ist, reflektiert die Band diesen Gedankenschritt zur Vergangenheit mit einschneidender Schärfe: „I’ve been howling mean on this stage since 15/ I was sick of the world and got lost in my dreams/ It’s so damn easy to wait, to feel mad, to just hate/ Open your eyes: you`re pulling dead weight.“

In „Skin On Skin“, einem kreisend-melancholischen Mantra mit Feature von Rap-Ikone Casper, nehmen Swain sogar direkten Bezug auf ihren eigenen Song „Kiss Me Hard“ und stellen sich so den dunklen lyrischen Welten ihrer alten Platten: „So kiss me hard/ Harder than last time/ It’s always on my mind/ Your soul has me shivered and scarred.“

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Negative Space“ erweist sich so entgegen der vom Titel suggerierten Erwartungshaltung nicht als das klangliche Versinken in noch schwärzeren Abgründen, sondern stellt eine Betrachtung dieser Welt aus rettender Distanz dar. Swains neues Album ist keineswegs der Endpunkt einer andauernden Katharsis, aber der Ausdruck eines Hoffnungsschimmers, der auf ihren alten Platten noch unerreichbar schien. Die nachhaltige Wirkung von „Negative Space“ lässt sich daher nicht nur auf eine glückliche Wendung in der Band-eigenen Geschichte beschränken. Swain haben mit ihrer neuen Platte den Halt geschaffen, nach dem eine Depressions-geplagte Generation lange gesucht hat.


Presse & Photocredit: Uncle M

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