Tame Impala haben sich ordentlich Zeit gelassen – genauer gesagt fast vier Jahre – um ein neues musikalisches Lebenszeichen in die Welt zu senden. Ende März erschien dann endlich die neue Single, die ausgerechnet den Titel „Patience“ trägt. Als hätten die Fans der Australier weltweit nicht schon voller Ungeduld auf neues Material ihrer Lieblingsband gewartet. Die Australier sind auf jeden Fall eine gute Wahl, um das 50-jährige Jubiläum des Musikexpress zu feiern. Darum haben sie ihr Teilnahme am Jubelfest am 13. August in Berlin bestätigt.

Die ersten veröffentlichten Sounds eines Albums sollen ja den Weg bereiten für alles, was danach kommt. Wenn man sich dann noch in Erinnerung ruft, dass alle drei Alben des Projekts um Mastermind Kevin Parker absolut ausgereifte Meisterwerke waren, kann man eigentlich nur noch ungeduldiger werden, bis die noch unbetitelte Platte endlich herauskommt.

Das Festival, welches am 13. August in Berlin stattfindet und mit einem hochkarätigen Dreigespann als Line-Up mit Yeasayer, Blood Orange und Tame Impala jeden Indie-Fan glücklich machen sollte, muss aus produktionstechnischen Gründen aus der Parkbühne Wuhlheide in die Max-Schmeling-Halle verlegt werden.

Im Verlauf der Festivalvorbereitung wurde immer klarer, dass die aufwändige Bühnenshow von Tame Impala, die vor allem auf einer spektakulären Licht- und Lasershow basiert, nach absoluter Dunkelheit verlangt. Auf Grund der für die Parkbühne Wuhlheide genehmigten Spielzeiten würde das vorgegebene Ende des Festivals bei Dämmerung eine vollwertige Abbildung der genannten Showaspekte jedoch nicht zulassen. Auch die Auftritte von Blood Orange und Yeasayer profitieren von den neuen örtlichen Gegebenheiten, so dass wir uns daher nach langer Abwägung für die Verlegung in die Max-Schmeling-Halle entschieden haben.



Da hilft nur „Patience“ in der Zwischenzeit auf heavy rotation zu setzen. Irgendwo zwischen Klavierakkorden, funkigem Rhythmus, verhallter psychedelischer Space-Age-Frickelei, klickenden Synthie-Arpegien und einer wunderschönen Pop-Melodie fliegt dieser Track völlig unabhängig durch die populärmusikalische Weltgeschichte, um völlig unvermittelt mit ein paar Schlagzeug-Beats zu enden. Das kann doch nicht alles gewesen sein, denkt man und will sofort mehr davon. Aber das war ja, wie gesagt schon immer so.

Schon „Innerspeaker“ war eines der am meisten gefeierten Debüts aller Zeiten, die Nachfolger „Lonerism“ und „Currents“ bekamen ebenfalls durchweg Höchstnoten. Dabei haben Tame Impala einen Weg beschritten, den sie jetzt augenscheinlich weitergehen wollen. Stand am Anfang noch hippieesker Psychedelic Rock, wurde der Sound immer tanzbarer, eingängiger, ja sogar poppiger, ohne die komplexe Vielschichtigkeit und musikalische Variabilität zu verlieren. Gleich geblieben ist auch die Perfektion, die Genauigkeit, die Detailverliebtheit, die besessene Suche nach dem zu 100 Prozent passenden Sound, nach der absoluten Produktion.

Und auf der Bühne ändert sich das noch einmal: Wenn man Tame Impala loslässt, löst sich die Band von den Studioversionen der Songs, geht in Improvisationen auf, entstehen gleichzeitig magische Momente, die die Musiker und die Zuhörer zu einer großen Einheit verschmelzen lassen.

Mit Blood Orange und Yeasayer haben sich zudem weitere Gäste für das Jubiläumsevent des Musikexpress angekündigt, die den Abend zu einer vollkommen Runden Sache machen werden.


„50 JAHRE MUSIKEXPRESS“ – 13.08.2019 BERLIN – Max-Schmeling-Halle // verlegt von der Parkbühne Wuhlheide

TAME IMPALA – BLOOD ORANGE – YEASAYER


Presse: FKP Scorpio / Photocredit: Matt Sav