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#ThrowbackThursday: Ady Suleiman & MEMORIES

#ThrowbackThursday: Ady Suleiman & MEMORIES

R&B, Jazz, Neo-Soul und Reggae – all das vereint Ady Suleiman, ein Sänger aus Nottingham, in seiner Musik! Grund genug, sich das mal ausführlicher anzuhören.

Nachdem er schon einige Singles und EP’s veröffentlicht hat, ist nun das erste Album des Briten erschienen: „Memories„.
Mit „I Remember“ wird das Album von Ady Suleiman selbstbewusst und fröhlich eröffnet. Er kreiert mit akustischer Gitarre, entspannten Trommeleinsätzen und mehreren Bläsern einen Sound, der durchaus Reggae-Elemente enthält, durch den Gesang aber hauptsächlich im Soul bleibt.

Need Somebody To Love“ ist etwas langsamer als der Eröffnungssong des Albums und lebt von der Harmonie zwischen Ady Suleimans Stimme und seiner akustischen Gitarre. Sound und Stimmeinsatz erinnern hier ganz klar an den us-amerikanischen Soulsänger Seal. Während der 24-jährige in „Need Somebody To Love“ von seiner Zukünftigen singt, die er leider noch nicht kennt, ist er einen Song später schon schwer verliebt. „Longing For Your Love“ ist der Sound von der Art Sehnsucht, bei der sich die ganze Welt nur noch um den Schwarm dreht und man nichts anderes mehr im Kopf hat:

„Waitin‘ for the night you lay by my side
Hold you in my arms you tell me you’re all mine
When I’m not with you oh it tortures my mind
And all I want to do oh is have you in my life, yeah“

Nach dieser tragischen Liebeserklärung geht es weiter mit dem Song „Serious“, der zumindest textlich das Gegenstück zu „Longing for Your Love“ bildet. Ady Suleiman schreibt nun nicht mehr aus der Perspektive des Liebenden. Er möchte nur seinen Spaß haben ohne eine feste Beziehung einzugehen – ein Song mit großem Aktualitätsbezug, Leute! – und beschreibt seinen Ärger über die Nichteinhaltung der Abmachung. Gerechtfertigt oder nicht – ärgerlich ist definitiv, dass nicht alle „Freundschaft plus“-Typen mit dem Talent und der Sprachgewandtheit des Briten ihre Bedürfnisse ausdrücken können, denn dann wäre die Welt ein Ort mit mehr schöner Soulmusik mit Reggae-Einflüssen, wie Ady sie in „Serious“ zeichnet.

Mit „Say So“ findet sich auf seinem Debütalbum ein spannender, solider und vernünftig produzierter Soul-Song. Textlich und klanglich harmoniert alles perfekt: Die Spannung der Geschichte, nämlich die Begegnung mit einer schönen Unbekannten, wird mit anregenden Gitarren- und Choreinsätzen wiedergegeben.

Nachdem ich gedanklich gerade in einer dunklen, schicken Bar saß und Ady und die schöne Unbekannte beobachten konnte, sitze ich bei „Memories“ an einem dunklen, ungemütlichen Tag im Bus und schaue aus dem Fenster, an dem die Regentropfen sich einen Wettlauf liefern. Sind wir nicht alle mal der stumme Star unseres eigenen traurigen Musikvideos zu der Musik, die gerade am Handy läuft? Der Song beginnt ganz seicht, es ist wie in einem Traum, danach entwickelt sich eine atmosphärische Melodie mit sanfter Gitarrenbegleitung. Es ist die Tragödie einer Beziehung, die kaputt gegangen ist. Was übrig bleibt ist Wut über das eigene Verhalten, Sehnsucht und Hilflosigkeit.

„You know that your voice still echoes
Around the walls of my skull
And it’s a bitter pill to swallow
And now I’m numb, fucked and hollow“

Zum Glück kann man heutzutage zum nächsten Song skippen, sobald man die traurige Stimmung nicht mehr erträgt. „My Love – Interlude“ lässt den regnerischen Tag innerhalb von Sekundenschnelle verschwinden und zeichnet stattdessen eine tropische Postkartenlandschaft, die sich in einer Strandbar mit einer frischen Limonade genießen lässt.

Schlussendlich verkündet Ady Suleiman in „If I Die“ seine Dankbarkeit gegenüber seiner Mutter und liefert mit „Sad Story – Refix“, dem letzten Song des Albums, noch einen durchaus radiotauglichen Song, der vom Vibe her sogar ein bisschen an HONNE erinnert.

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Ady Suleiman breitet auf seinem Debütalbum „Memories“ nicht nur quasi alle denkbaren Gefühlszustände aus, sondern auch sein Talent zur klanglichen Vielfalt. Er weiß mit seiner Stimme umzugehen und jeder Song ist in sich vollkommen stimmig.

Nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle bleibt ein vielseitiger Musiker, der ein gefühlvolles und entspanntes Album für viele Hörer präsentiert.



Autorin: Maren Schüller / Photocredit: Ady Suleiman Facebook

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